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Aufatmen in Gelterkinden: Ligaerhalt mit historischer Dimension

Der FC Gelterkinden bleibt dank des 1:1 in Oberwil in der 2. Liga regional. Noch nie konnte der FCG drei Saisons in Folge in der 2. Liga bestreiten. Der Abstieg von Oberdorf ist damit definitiv.

Alan Heckel
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Bilder vom Spiel Oberwil - Gelterkinden
7 Bilder
Oberwils Adrian Schweizer (l.) im Zweikampf mit Gelterkindens Stephan Weitnauer.
Gelterkindens Captain Sämi Mollet (r.) im Laufduell mit Oberwils Kevin Zaugg .
Gelterkindens Trainer Mario Ritter (l.) freut sich nach dem Spiel mit Pierre Torre.
Oberwils Trainer Franz Glaser mit ernster Mine an der Seitenlinie.
Der Torschütze zum wichtigen 1:1 für Gelterkinden Pascal Tschopp (r.) jubelt mit Diego Fiechter .
Oberwils Captain Nicolas Costeggioli (r.) beglückwünscht die Spieler von Gelterkinden nach dem Spiel zum Ligaerhalt.

Bilder vom Spiel Oberwil - Gelterkinden

Uwe Zinke

In der 94. Minute begaben sich noch einmal die meisten Spieler des FC Oberwil in Richtung des gegnerischen Strafraums. Doch kaum begann sich der auf Höhe der Mittellinie getretene Freistossball zu senken, pfiff Schiedsrichter Tonino Puntillo die Partie ab. So durften die Gäste aus Gelterkinden aufatmen und die Fäuste ballen: Der 1:1-Endstand auf dem Sportplatz Eisweiher war gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt der Oberbaselbieter, der von historischer Dimension ist. Denn noch nie konnte der FCG drei Saisons in Folge in der 2. Liga regional bestreiten.

Dabei war die Partie «nicht so verlaufen, wie wir uns das gewünscht hatten», wie Trainer Mario Ritter zu Protokoll gab. Das Heimteam fand besser ins Spiel und verzeichnete in Person von Christof Eichenberger die ersten Abschlüsse. Nach einer Viertelstunde bekamen die Gelterkinder aber das Geschehen in den Griff, nutzten ihre physischen Vorteile und kamen zu diversen guten Möglichkeiten. Timo Di Biases Kopfball landete am Pfosten (20.) und auch Gregory Wyttenbach vergab aus guter Position (22.). Hauptsünder war aber Samuel Mollet, der gleich vier Hochkaräter (16., 17., 36., 43.) liegen liess. «Normalerweise macht Sämi aus diesen Situationen zwei oder drei Tore», sagte Trainer Ritter, nahm aber seinen Captain in Schutz: «Der Druck im Abstiegskampf ist auch im Amateurfussball sehr gross und geht nicht spurlos an den Spielern vorbei.»

Zu allem Überfluss mussten die Gäste mit einem 0:1-Rückstand in Pause. Eichenberger hatte nach 32 Minuten aus 20 Metern ansatzlos abgezogen und ins Lattenkreuz getroffen. «Ein Sonntagsschuss! Klar, dass danach bei uns Nervosität aufgekommen ist», kommentierte Mario Ritter.

Schwache Chancenauswertung

Auch nach dem Seitenwechsel dominierten die Oberbaselbieter, die schwache Chancenauswertung sorgte aber weiterhin dafür, dass Trainer und Fans bei heissen Temperaturen bibbern mussten. Immerhin schaffte Pascal Tschopp in der 63. Minute, was seinen Teamkollegen davor und danach nicht gelang: Der Mittelfeldspieler behielt allein vor Oberwil-Goalie Marlon Knotek die Nerven und schoss zum viel umjubelten 1:1 ein. «Ich war überzeugt, dass wir noch treffen würden», lächelte der gelöste Ritter nach Spielschluss.

Der hochverdiente Punktgewinn des FCG in Oberwil hatte zur Folge, dass das Resultat in Oberdorf keine Bedeutung hatte. Dort hätte das Heimteam nämlich im Falle eines Sieges über die Old Boys auf Kosten der Gelterkinder die Klasse halten können, wenn diese im Leimental verloren hätten. Beim FC Oberdorf nahm man den Abstieg sportlich. «Über die ganze Saison gesehen hat der FC Gelterkinden sicher den Verbleib in der 2. Liga regional verdient», erklärte Trainer Mario De Meo, der aufgrund des starken Schlussspurts in der Rückrunde dennoch mit positiven Gefühlen auf die Spielzeit zurückblickte. «Vor ein paar Wochen hatten wir zehn Punkte Rückstand auf Gelterkinden und Amicitia Riehen. Nun haben wir den Klassenerhalt lediglich um einen Zähler verpasst!»

De Meo dankte seiner Equipe für die «grossartige Aufholjagd» und freute sich, dass man zum Abschluss mit 1:0 gewonnen hatte. «Wir haben unseren Teil gemacht. Die Old Boys haben uns gar nichts geschenkt!»

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