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Aufsteigen in die 2. Liga inter? Nicht um jeden Preis

Drei Beispiele aus der Region zeigen, weshalb der Aufstieg in die 2. Liga inter für die regionalen Teams nicht selbstverständlich ist – neben grösserem Reiseaufwand an die Auswärtsspiele und höheren Kosten, fallen auch viele Derbys weg.

Jeremy Weill
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Der Spitzenkampf vom vergangenen Wochenende: Reinachs Vrontzos (l.) gegen Dardanias Kryeziu.

Der Spitzenkampf vom vergangenen Wochenende: Reinachs Vrontzos (l.) gegen Dardanias Kryeziu.

Kenneth Nars

Jedes Jahr kämpfen in der 2. Liga «regio» die Mannschaften aus der Umgebung Basel um den einen Aufstiegsplatz in die interregionale 2. Liga – die Gruppe, in der dieses Jahr auch Zürcher Teams dabei sind.

Doch die Frage, ob man überhaupt in diese Spielklasse aufsteigen will, stellt sich oft. Aufgrund der regionalen Derbys in der 2. Liga und der entsprechend kürzeren Reisezeit an die Auswärtsspiele, ist die interregionale Liga kaum beliebter und sie bedeutet zudem noch einen finanziellen Mehraufwand.

Momentaner Leader der 2. Liga ist der FC Reinach. «Wenn wir Regionalmeister werden, dann werden wir aufsteigen und dann steht der Verein dahinter», erklärt Sportchef Peter Oppliger. «aber wirklich nur, wenn wir die Gruppe gewinnen. Als Zweiter nachzurücken ist sinnlos.» Oppliger sieht in der 2. Liga inter viele positive Aspekte, «insbesondere wäre es für die jungen Spieler interessant, neue Regionen zu sehen und ihren Horizont zu erweitern.»

Planung mit zwei Szenarien

Dennoch sei es wichtig, der Vereinsphilosophie treu zu bleiben und mit solch jungen Spielern weiterzuarbeiten. Bei Reinach gibt es zurzeit auch eine ältere Garde (Maissen-Brüder, Biancavilla), die wohl kaum in die 2. Liga inter mitziehen würden. «Die Planung für die neue Saison enthält zwei Szenarien mit beiden Ligen. Wir haben jetzt zuerst noch fünf Runden zu spielen, deshalb wollen wir noch gar nicht zu fest von einem Aufstieg sprechen.»

Für den zweitplatzierten Dardania, ist der Aufstieg jedoch kein Thema. Das Team von Enver Hajdari hat auch viele Akteure, die bereits höher hinaus gespielt haben und laut Hajdari wäre ein Aufstieg zu diesem Zeitpunkt finanziell gar nicht möglich.

Aufstieg eine gute Erfahrung

Beim letztjährigen Aufsteiger Binningen war die Sachlage anders, da der Aufstieg das erklärte Saisonziel war. Der SCB ist nun mit sechs Punkten Vorsprung auf den Abstiegsplatz auf gutem Weg den Klassenerhalt zu schaffen. Für Sportchef Thomas Bünter ist klar, dass es in dieser Liga die Bereitschaft und Motivation des Teams braucht, die Reisen und Trainings mitzumachen.

Und auch der finanzielle Mehraufwand von etwa 20 000 Franken gegenüber der 2. Liga «regio» sei nicht ohne. «Aber wir finden, dass unser Verein mit dieser Infrastruktur in diese Liga gehört. Auch um einen Anreiz für die jungen Spieler zu bieten.» Immerhin gibt es mit den sechs Nordwestschweizer Teams weiterhin regionale Derbys. «Das sind auch die Spiele, welche die Zuschauer anlocken», erklärt Bünter. So zählte man beim Spiel gegen Allschwil über 300 Zuschauer.

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