Fussball
Aufsteiger Reinach zeigt Absteiger Therwil den Meister

Die Reinacher schlagen zum Auftakt in der 2. Liga regional die Therwiler mit 3:0. Dabei konnte sich der FCT keine einzige Tormöglichkeit herausspielen. Reinach machte vor allem bei Standardsituationen eine gute Figur.

Georges Küng
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Captain-Duell zwischen Therwils David Dreier (l.) und dem Reinacher Ivano Biancavilla. Aeschbach/sportives.ch

Captain-Duell zwischen Therwils David Dreier (l.) und dem Reinacher Ivano Biancavilla. Aeschbach/sportives.ch

Roman Aeschbach

Vor drei Monaten trennten noch zwei Spielklassen die Leimen- von den Birstalern. Und dennoch ist der klare, diskussionslose Erfolg der Gäste keine Überraschung und entspricht schlicht dem Potenzial der Mannschaften. Wohl meinte Therwil-Angreifer Michel Weber nach Abpfiff ein wenig ratlos: «Das haben wir uns schon anders vorgestellt. Aber Reinach war halt der erwartet starke Gegner». Wie wahr.

Der Basler-Cup-Gewinner, welcher bereits in der letzten Saison 2012/13 als Drittligist auf dem Weg zum Pokal-Triumph diverse höherklassige Teams eliminiert hatte, trat selbstbewusst auf und kontrollierte von Anpfiff an die Partie. «Der Match verlief genau so, wie wir es erwartet hatten. Therwil stand, in zwei Viererreihen, defensiv kompakt und versuchte uns mit langen Bällen in die Spitze zu überraschen. Ich hatte meiner Elf gesagt, sie müsse Geduld haben und auf Chancen, die zwangsläufig kommen würden, warten. Gefreut hat mich, dass wir dem FC Therwil keine einzige Tormöglichkeit einräumen mussten», sagt Reinach-Trainer Boris Zim-mermann.

Therwils Adrian Kunz (vorne) gegen Reinachs Mirco Maissen.
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Einen Schritt zu spät: Therwils Michel Weber (l.) gegen Reinach Patrick Zenhäusern.
Therwils Urban Schaffter (Nr. 19) gegen Reinach Patrick Zenhäusern

Therwils Adrian Kunz (vorne) gegen Reinachs Mirco Maissen.

Roman Aeschbach

In der Tat konnte sich der letztjährige interregionale Zweitligist keine Einschussmöglichkeit erarbeiten. «Bei uns fehlte einfach der finale Pass. Obwohl der Gast für seine beiden ersten Tore zwei Standardsituationen benötigte, geht der Erfolg des Neulings in Ordnung», fasst Therwil-Assistenztrainer Dominik Müller zusammen.

Mit einem Freistoss aus 22 Metern, welcher von der Therwiler Abwehrmauer entscheidend abgelenkt wurde, brachte Patrick Zenhäusern die Reinacher in Führung. Torhüter Robert Petrovic (23, ehemals FC Wangen bei Olten), der einzige auswärtige Neuzuzug bei den Platzherren, war chancenlos. Nach dieser Führung bestimmte der Aufsteiger noch mehr die Partie und kam vor allem über die linke Aussenbahn zu vielversprechenden Angriffen. Doch auch beim FCR fehlte im Abschluss die Entschlossenheit.

Mit dem zweiten Tor, ebenfalls nach einem Freistoss erzielt, war die Partie endgültig entschieden. Der Gastgeber konnte nicht zulegen, die Gäste mussten nur noch das Skore verwalten. Es war dem früheren Nationalliga-Akteur Ivano Biancavilla (35) vergönnt, in der Nachspielzeit mit einer feinen Einzelleistung das 3:0 zu erzielen.

Dass Reinach gleich in die 2. Liga interregional durchmarschieren könnte – davon will Trainer Zimmermann nichts wissen. «Wir wollen so schnell wie möglich 30 Punkte holen. Es könnte heuer vier Absteiger geben und daher werden viele Zähler nötig sein. Als Aufsteiger ist unser primäres Ziel, nicht in den Relegationskampf involviert zu sein», blickt der frühere Goalgetter voraus. Aber auch Zimmermann weiss, dass seine mit erfahrenen Leuten gespickte Equipe durchaus (höhere) Ambitionen hegen darf. Therwil hingegen wird sich, wenn die offensive Durchschlagskraft nicht erhöht werden kann, vorerst nach «hinten» orientieren müssen.