Unihockey
Aus der Klatsche wollen die Leimentaler Motivation schöpfen

Nach der deutlichen Niederlage gegen Schüpbach sind die Playouts für die Leimentaler 1.-Liga-Unihockeyaner Realität geworden. Spielertrainer Patrick Mendelin ist jedoch überzeugt, den Ligaerhalt zu schaffen.

Carla Stampfli
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Patrick Mendelin (rechts) ist überzeugt, dass «sein» Leimental den Ligaerhalt schaffen wird. Töngi

Patrick Mendelin (rechts) ist überzeugt, dass «sein» Leimental den Ligaerhalt schaffen wird. Töngi

«Die 1:14-Klatsche habe ich gar nicht gut verdaut. Für ein paar Tage war ich kaum ansprechbar, denn die Ansprüche an mich selber sind immer noch sehr hoch», erklärt Leimentals Spielertrainer Patrick Mendelin. Zwar seien er und seine Teamkollegen gut in die Partie gestartet und hätten kompakt gespielt; doch nach unglücklichen Gegentoren sei das Selbstvertrauen verschwunden und die Niederlage nicht mehr aufzuhalten gewesen: «Ich bin überzeugt, dass es bei uns mehr eine Kopfsache ist.» Im Hinblick auf die verbleibenden Meisterschaftsspiele wird er versuchen neue Trainingsreize zu setzen und die Motivation der Mannschaft hochzuhalten.

Nachdem der WM-Bronzemedaillengewinner von 2008 Ende letztem Dezember die Leitung des Herrenteams übernommen hatte, sah er, wo das Verbesserungspotenzial der Mannschaft lag. Aus diesem Grund wurde im Januar an der Offensive gearbeitet und im Februar in die Defensive investiert. Trotz harter Arbeit scheinen die Probleme nur teilweise gelöst zu sein: Die Mannschaft sei zwar jetzt sicherer am Ball und der Spielgedanke sei da, doch wenn sie möglichst schnell das Resultat auszugleichen versuche, reagiere sie in gewissen Phasen noch unglücklich. Zudem herrsche immer ein gewisses Zögern in den Aktionen. «Es fehlt uns noch an Cleverness. Im richtigen Moment die richtige Entscheidung treffen kann eben viel auslösen», weiss er.

Obwohl Mendelin ganz klare Vorstellungen über die Zukunft des Vereins im Bereich Sport hat, steht der sechsfache Schweizermeister fast vor zu vielen Anforderungen auf einmal, die er gerne optimieren möchte. Denn Mendelin, der bereits als Sportchef tätig war, kennt die Spieler gut und weiss, was alles möglich ist. Nur: «Ich habe noch nicht genau herausgefunden, wie ich meine Ideen einbringen und mich einordnen kann.» Ob man sich zu viel vom «Mendelin-Effekt» versprochen hat? «Klar, hätten wir gerne das eine oder andere Spiel mehr gewonnen. Es war uns bewusst, dass die Zeit und die Möglichkeiten nicht allzu gross waren», erklärt Geschäftsführer Rainer Altermatt.

Trotz allem ist Mendelin überzeugt, dass man den Ligaerhalt schaffen werde: «Wir müssen die richtige Balance finden. Gefährlich sein und gut verteidigen. Dann werden wir das hinkriegen.» Playouts seien auch etwas ganz anderes, sie geben die Chance Motivation zu schöpfen, und würden das Team umso mehr zusammenschweissen. «Jetzt sind wir noch konzentrierter und haben den emotionalen Kick für den Rest der Saison.» So sieht es auch Altermatt: «In den Playouts ist es klar, worum es geht, das gibt einen zusätzlichen Schub.» Auch sei der Zeitpunkt gut, da die Mannschaft besser eingespielt sei. Der Geschäftsführer ist zuversichtlich, dass dann die Arbeit auch Früchte tragen wird. Noch stehen den Leimentalern vor den Abstiegskampf zwei 1.-Liga-Runden bevor. Im heutigen Heimspiel gegen Bern Capitals und am 2. März gegen Lions Konolfingen müssen die Baselbieter das Selbstvertrauen stärken und die Überzeugung finden, damit der erhoffte «Mendelin-Effekt» in den Playouts zum Vorschein kommen kann.