Badminton

«Badminton ist der schnellste Ballsport der Welt»

Joshua Panier träumt von einem Leben als Badminton-Profi. Kern

Joshua Panier träumt von einem Leben als Badminton-Profi. Kern

Der Muttenzer Joshua Panier fühlt sich schon mit 16 Jahren in der NLB bisweilen unterfordert. Am liebsten würde er ganz auf den Sport setzen.

Die Augen des Blondschopfs beginnen zu leuchten, wenn man ihn auf die Faszination seiner Sportart Badminton anspricht. «Das ist der schnellste Ballsport der Welt. Man muss so viel denken und entscheiden. Das ist eine Herausforderung für Körper und Kopf», sagt Joshua Panier. Der 16-Jährige scheint diese Herausforderung bisher ziemlich gut zu meistern, denn in seiner ersten richtigen Saison in der Nationalliga B fühlt er sich «zum Teil unterfordert», wie er beinahe verlegen meint.

Deshalb wird das wohl seine letzte Spielzeit beim Team Baselland sein – wenn er in einer NLA-Mannschaft unterkommt. Die ideale Lösung wäre, wenn Uni Basel aufsteigen würde. Ansonsten wird es schwierig für Panier, zumal die NLA von zehn auf acht Teams verkleinert wird.

Training an fünf Orten

Der Aufwand, den das Badminton-Talent schon heute betreibt, ist spektakulär. «Oje, jetzt wirds kompliziert», meint der Schüler des Sportgymnasiums Liestal, als die Sprache darauf kommt. Neun Trainingseinheiten inklusive zwei Krafttrainings zählt der Teenager auf. Und das an fünf verschiedenen Orten: Krafttraining in Liestal, ein Training mit dem Team Baselland in Pratteln, drei Einheiten an der Badminton Talent School in Frenkendorf, davon eines mit dem Nationalkader, und je ein Training mit dem früheren NLA-Spieler Gabriel Schelble in Basel und Allschwil.

Da scheint trotz Sportgymnasiums nicht viel Zeit für die Schule zu bleiben. «Doch, das geht schon. Schwierig wird es nur, wenn ich an vier, fünf Wochenenden hintereinander an Turnieren und im Interclub engagiert bin», widerspricht der Schweizer U17-Meister. Was angesichts eines Pensums von sage und schreibe dreissig Turnieren zusätzlich zur Meisterschaft wohl öfter vorkommt.

Eltern pochen auf gute Ausbildung

Ginge es nach Joshua Panier selbst, gäbe es gar keinen Konflikt mit der Schule. «Am liebsten würde ich für zwei Jahre nach Dänemark oder Malaysia gehen, um dort professionell zu trainieren», erklärt der Muttenzer. Das Veto gegen solche Pläne legen aber die Eltern ein, die auf eine gute Ausbildung pochen. «Sie schauen, dass ich genug für die Schule lerne», meint der Gymnasiast, der sich selbst keine allzu gute Selbstdisziplin attestiert.

Da kommt es dem nur 1,65 Meter grossen Badmintonspieler entgegen, dass die Swiss Open in Basel dieses Jahr genau in die Schulferien fallen. «Es ist ein Muss für jeden Spieler, da hinzugehen», erklärt Panier. Und auch wenn sein Vorbild, der chinesische Superstar Lin Dan, dieses Jahr nicht im Teilnehmerfeld figuriert, schaut er diese Woche den Spitzenleuten ganz genau auf die Rackets.

Denn schon im nächsten Jahr will Panier selbst auf den Courts in der St. Jakobshalle wirbeln. «Ich werde eine Wildcard beantragen», sagt er selbstbewusst, «Auch wenn ich in die Qualifikation muss – dabei zu sein, wäre das Grösste.» Und seine Augen leuchten wieder.

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