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Bald beginnt die Schwingsaison: «Wir müssen uns nicht verstecken»

Am Dienstag wird in Oberdorf die Baselbieter Schwingsaison eröffnet. Der Verband gibt hohe Ziele heraus – und sieht grosse Fortschritte bei seinen Schwingern.

Willi Wenger
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Bald beginnt die Baselbieter Schwingsaison

Bald beginnt die Baselbieter Schwingsaison

Toni Widmer

Mit dem Frühjahrsschwinget am 1. Mai in Oberdorf eröffnet der basellandschaftlich kantonale Schwingerverband die Saison. Ziel des Verbandes ist eine Stärkung im Verbandsgebiet der Nordwestschweiz sowie eine klare Steigerung in Bezug der Kranzgewinne. Der Technische Leiter, Matthias Graber aus Läufelfingen, spricht gar von 22 Mal Eichenlaub, was das Ziel in dieser Saison sein sollen.

Der Baselbieter Kantonalverband (BLKSV) und mit ihm seine Schwingklubs haben sich intensiv auf die Saison vorbereitet. Für den Anlass in Oberdorf haben beim Bezirks-Schwingklub Waldenburg (BSKW) knapp 150 Schwinger, darunter 53 Aktive, ihr Kommen zum traditionellen Frühjahrsschwinget angekündigt. Favoriten an diesem ersten Formtest sind der Altmeister Andreas Henzer, sein Landschäftler Verbandskollege Roger Erb sowie die beiden Solothurner Remo Stalder und Marcel Kropf.

Echte Standortbestimmung folgt

Dieses erste Kräftemessen ist allerdings nur bedingt eine «echte» Standortbestimmung. Diese wird erst zehn Tage später erfolgen, wenn am Baselstädtischen Schwingertag erstmals im Gebiet des Nordwestschweizerischen Teilverbandes um Kränze respektive Eichenlaub gekämpft wird. Und dort wollen es die Baselbieter Sennen und Turner wissen. «Wir müssen uns nicht hinter den Aargauern und Solothurnern verstecken», sagt Matthias Graber, der Technische Leiter des BLKSV.

Der Oberbaselbieter Cheftechniker gibt sich ob der guten Vorbereitung zuversichtlich. Viele seiner jungen Schwinger hätten grosse Fortschritte erzielt. Graber nennt in diesem Zusammenhang Namen wie Florian Dobler, Adrian Bruder und Clemens Krebs. Ins Sägemehl zurückkehren werden nach hartnäckigen Verletzungen Remo Kocher, Manuel Hasler sowie Janic Voggensperger. Voggensperger und Roger Erb seien aktuellen sicherlich die stärksten Athleten, sagt Graber. Nicht unterschätzt werden dürfe allerdings auch Altmeister Andreas Henzer, mit 68 Kranzgewinnen der Spitzenmann des Verbands.

Generell hält der Graber fest, dass im Verband viel Potenzial vorhanden sei. «Wir sind als Mannschaft in der Breite stärker denn je. Ich hoffe deshalb, dass es ein paar Schwingern endlich bewusst wird, wie stark sie eigentlich sind. Im Hinblick auf die kommende Saison mit dem Eidgenössischen als Höhepunkt wäre dies wünschenswert».

Der Baselbieter Kantonalverband geht davon aus, dass – realistisch gesehen –22 Kränze möglich sein werden. «Ich bin überzeugt, dass wir als Team dieses Ziel erreichen werden», kommentiert Graber weiter. Er geht auch davon aus, dass der Kantonalverband zwei bis drei Neukranzer erhalten wird.

«Eidgenössisches» als grosse Chance

Aus Sicht des Baselbieter Verbandes sei die Vergabe des «Eidgenössischen»
im Jahre 2022 nach Pratteln eine grossartige Chance, sagt Präsident Urs Lanz. «Wir wollen die Dynamik, die dieses Fest auslöst, nutzen und im Bereich
Nachwuchsförderung wie auch in der Unterstützung der Aktiven Schub
geben». Konkret, so Lanz, heisse das Organisation und Unterstützung in Training und Mannschaftsbildung bei den Aktivschwingern sowie eine Steigerung der Jungschwingerzahlen. «Und natürlich erhoffe ich mir an allen Schwingfesten eine gute Stimmung mit guten Leistungen unserer Schwinger». Hart gefordert seien aber auch die Klubs, so Lanz.

1. Mai ist Pflicht

Für viele Sennen- und Turnerschwinger ist der 1. Mai Pflicht. Es ist immer auch ein Aufeinandertreffen von Jung und Alt. Der älteste Aktive ist der 39-jährige Andreas Henzer, mit 68 Mal Eichenlaub der aktuelle «Kranz»-Leader im BLKSV. Ihm sei in Oberdorf der Sieg absolut zuzutrauen, sagt der Technische Leiter des Festes, Cornel Boog.

«Siegeschancen haben aber auch Roger Erb und
natürlich der Solothurner Eidgenosse Remo Stalder und der zuletzt sehr formstarke Marcel Kropf». Boog sagt schliesslich, dass ein anderer Sieger als aus diesem Quartett für ihn eine Überraschung darstellen würde.

Das Fest in Oberdorf beginnt um 11 Uhr, das Anschwingen um 11:30 Uhr. Um 16:30 Uhr werden die Schlussgänge der Aktiven und der Jungschwinger stattfinden. Der traditionelle Saisonauftakt im Baselbiet soll gemäss dem OK auch der kulturellen Bereicherung im Dorf dienen. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist für Erwachsene mit 7 Franken kostengünstig. Jugendliche können das Fest kostenlos besuchen. Eine Wirtschaft in eigener Regie ist selbstverständlich wie auch die musikalische Unterhaltung.

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