Super League

Bald geht es los - sieben Fragen rund um den FCB vor dem Super-League-Start

In rund einer Woche startet der FC Basel in die neue Super-League-Saison gegen den FC Sion.

In rund einer Woche geht es im Schweizer Fussballgeschehen wieder los. Der FC Basel darf in seinem ersten Saisonspiel auswärts gegen den FC Sion ran. Die «Schweiz am Wochenende» beantwortet im Hinblick darauf die 7 drängendsten Fragen.

Am Freitag ist es so weit. Dann haben fünf lange Wochen, in denen die Spieler schwitzen und Kondition aufbauen und die Fans auf Ernstkämpfe warten mussten endlich ein Ende. Dann bestreitet der FC Basel sein erstes Spiel der neuen Saison. Um 20 Uhr müssen die Basler beim FC Sion ran - und werden dabei erstmals richtig hart auf die Probe gestellt. Bevor es aber so weit ist, schweben noch ein paar Fragen im Raum, die die «Schweiz am Wochenende» beantwortet.

Bleibt das Kader so wie es jetzt ist?

Nein. Aktuell umfasst das Kader des FC Basel 28 Spieler, hinzu kommt noch Geoffroy Serey Die, der nach seiner Leihe im letzten halben Jahr wieder den Baslern gehört und bis vorgestern am Afrika Cup im Einsatz war. Das Ziel der sportlichen Leitung ist eine Reduktion auf 25 Spieler. Vier Spieler sind somit überzählig. Aldo Kalulu, der zum einen für Marcel Koller keine Rolle spielt und zum anderen Interessenten in Frankreich hat, wird wohl noch wechseln - leihweise oder ganz.

Wird Aldo Kalulu den Verein noch wechseln?

Wird Aldo Kalulu den Verein noch wechseln?

Auch Serey Die wird nicht in Basel bleiben. Dazu kommen junge Spieler wie Julian Vonmoos oder Yves Kaiser, die Spielpraxis auf höchstem Niveau sammeln müssen, um den nächsten Schritt machen zu können. Für sie wäre eine Leihe ebenfalls erstrebenswert - auch aufgrund der Konkurrenz auf ihren jeweiligen Positionen.

Wie gross sind die Einsatzchancen für Junge?

Mit dem Konzept «Für immer Rot-Blau» hat sich der FCB auf die Fahne geschrieben, junge, eigene Spieler einzusetzen. Im aktuellen Kader hat der noch immer erst 19 Jahre junge Noah Okafor die mit Abstand besten Chancen auf Einsätze. Er hat sich letzte Saison einen Stammplatz erspielt und wird diesen wohl behalten.

Mit Albian Ajeti und Raoul Petretta standen weitere eigene, junge Spieler regelmässig auf dem Platz und werden dies auch weiterhin tun. Danach wird es schwierig. Einige Junge werden wohl noch ausgeliehen (siehe Frage 1), andere wie Tician Tushi und Yannick Marchand, die nun offiziell zur ersten Mannschaft gehören, werden eher mit wenigen Minuten vorlieb nehmen müssen.

Wie gut ist diese Mannschaft wirklich?

Eine der wichtigsten Fragen ist jene nach der Qualität. Dass der FCB diese unbestritten hat, ist klar. Nur: ob es für den Meistertitel reicht? Das ist fraglich. In der vergangenen Saison war der Abstand zu YB immens, die ganz grossen Verstärkungen sind ausgeblieben. Es wird wohl reichen für ein engeres Rennen als zuletzt, auch, weil der Trainer seit knapp einem Jahr mit seinen Spielern arbeitet, den ganz grosse Angriff auf den Meister darf man aber eher nicht erwarten.

Wird auch weiterhin nur im 4-2-3-1 gespielt?

Kaum. Im Trainingslager hat der FCB oft ein 4-1-4-1 einstudiert, auch ein 4-4-2 war in den Vorbereitungsspielen ersichtlich - auch wenn Marcel Koller dies nicht zugeben wollte. Die letzten fünf Wochen zeigen aber, dass mehr taktische Variationen vorhanden sein werden und die neuen Systeme auch funktionieren. Der FCB hat vier von vier Testspielen gewonnen und dabei 17 Tore erzielt. Das macht im Schnitt 4.25 Treffer pro Spiel. Ein gutes Zeichen für eine Mannschaft, die in der vergangenen Saison so ihre Probleme hatte mit der Chancenverwertung.

War die Wahl Stockers zum Captain richtig?

Natürlich ist diese Frage schwer zu beantworten. Zu erkennen ist aber, dass Valentin Stocker bereits jetzt in seiner Rolle aufgeht - vor allem neben dem Platz. Mit zunehmend guten Leistungen sowie seiner Historie im Verein hat er sich dieses Amt ausserdem verdient. In der Kabine ist er hoch angesehen, was mit der wichtigste Punkt ist. Dass der Captain auch nicht der Spieler sein muss, der immer über 90 Minuten spielt, hat Matías Delgado bewiesen. Stockers Wahl ist eine gute, die wohl nur Fabian Frei missfällt.

Das neue Captain-Team des FC Basel Valentin Stocker (Mitte), Taulant Xhaka (links) und Jonas Omlin.

Das neue Captain-Team des FC Basel Valentin Stocker (Mitte), Taulant Xhaka (links) und Jonas Omlin.

Harmonieren der Trainer und das Team wieder?

Dass noch immer nicht alle Spieler Fan von Marcel Koller sind, ist kein Geheimnis. Das wird sich auch nicht mehr ändern. Dafür sind seine Trainingsmethoden in den Augen einiger Spieler zu antiquiert, die Ansprachen zu wenig leidenschaftlich und die Kommunikation nicht ausreichend. Betrachtet man aber die erfolgreich bestrittene Vorbereitung, die gute Stimmung im Trainingslager sowie die Resultate der letzten Monate, dann stimmt es zumindest auf dem Rasen. Wie gut es funktioniert, hängt aber auch von den entscheidenden Spielen und den Resultaten in ebendiesen ab.

Welche Konsequenzen hätte ein Europa-Out?

Damit wären wir bei den so bedeutenden Qualifikationsspielen für die Champions League. Bereits nach dem ersten Super-League-Spieltag muss der FCB nämlich gegen PSV Eindhoven in der zweiten Quali-Runde antreten. Ein Scheitern dort wäre halb so wild, es gibt noch immer den doppelten Boden der Europa-League-Qualifikation. Verpasst der FCB aber zum zweiten Mal in Folge das Erreichen einer europäischen Gruppenphase, hat der Klub ein Problem. Erneut würden Millioneneinnahmen fehlen, die grosse Bühne für die Spieler wäre nicht da und diese folglich mit Sicherheit wechselwilliger. Und wie zu vernehmen ist, wäre darüber hinaus die Zukunft Kollers als Trainer des FCB bei einem Europa-Out alles andere als sicher.

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