Rollhockey
Basel fehlt noch ein Sieg zum Gewinn der Meisterschaft

Zum Auftakt des Playoff-Finals ringt der Rollhockeyclub Basel Titelverteidiger und Rekordmeister Genf mit 5:3 nieder. Bis 19 Sekunden vor Schluss stand es noch unentschieden.

Roman Geissmann
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Basels Tiago Ferreira Sousa jubelt nach seinem Tor zum 2:1.
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Basels Rui Ribeiro gegen Genfs Luis Coelho und Torhüter Sebastian Silva.
Basel im Playoff-Final im Rollhockey
Der Basler Tiago Ferreira Sousa und Jerome Desponds schenken sich nichts.
Es ist vollbracht: Basel feiert den Sieg in der ersten Playoff-Finalpartie.

Basels Tiago Ferreira Sousa jubelt nach seinem Tor zum 2:1.

Roman Aeschbach

Am Schluss herrscht Verwirrung. Spieler und Schiedsrichter diskutieren auf der Piste, die Zuschauer fragen sich, weshalb. Was war passiert? In der Rollsporthalle Morgarten in Basel spielt der Rollhockeyclub RHC Basel gegen Rekordmeister und Titelverteidiger Genf. Die Klubfarben sind dieselben wie beim grossen FCB – der Zuschaueraufmarsch jedoch nicht: Knapp 100 Zuschauer verfolgen das erste von maximal drei Playoff-Finalspielen.

Zwei Mal 25 Minuten sind absolviert. Bis 19 Sekunden vor Schluss stand es noch 3:3. Jetzt 5:3. Dieses 5:3 fällt mit der Schlusssirene. Und weil sich ein Genfer Spieler lauthals über die Schiedsrichterleistung enerviert, sieht er die rote Karte. Nun wird fleissig diskutiert. «Er sah die rote Karte für unsportliches Verhalten», sagt Basels Spielertrainer Tobias Mohr später. Basel und Genf liefern sich 50 Minuten lang einen harten Fight. Nach gut vier Minuten können die Rot-Blauen das 1:0 bejubeln. Tiago Sousa, einer von vielen Südländern auf der Piste, hat getroffen.

Blaue Karte für Sousa

Kurz darauf aber schwächt Torschütze Sousa sein Team. Er sieht die blaue Karte und muss auf die Strafbank. Zwar kann Carlos Silva den fälligen Penalty parieren. Doch im Powerplay kommen die Westschweizer zum Ausgleich. Bis zur Pause treffen beide Teams noch je einmal.

Nur eine Minute nach Wiederanpfiff verwertet Mohr humorlos einen Abpraller – 3:2. Aber elf Minuten vor Schluss gleicht Federico Garcia Mendez für die Gäste wieder aus. Beim 3:3 bleibt es lange und es riecht bereits nach Verlängerung – da verschuldet Garcia Mendez mit einem groben und unnötigen Foul einen Penalty. Basels Mariano Velazquez lässt sich nicht zweimal bitten und versenkt zum 4:3. Die Halle explodiert. Kurz darauf entwischt Alberto Garcia und trifft noch ins leere Tor.

Flach schiessen, hoch gewinnen

Der RHC Basel legt in der Serie vor. Was war das Rezept für diesen wichtigen Heimsieg? «Flach schiessen, hoch gewinnen», scherzt Spielertrainer Mohr, um sogleich wieder ernst zu werden. «Wir haben es uns verdient. Defensiv sind wir extrem gut gestanden.» Damit haben die Basler nun am nächsten Samstag oder dann am Sonntag jeweils in Genf die Chance, nur zwei Jahre nach dem Aufstieg aus der NLB Schweizermeister zur werden.

In der Calvinstadt dürfte es jedoch ein anderes Spiel geben – nur schon der Unterlage wegen. «In Genf gibt es Fliesenboden. Aber mit den richtigen Rollen geht’s schon», so Mohr selbstbewusst. Man merkt: Er und sein Team wollen diesen Titel ans Rheinknie holen.