18 Sekunden vor Schluss schiesst der schwedische Kreisläufer Dick Hylken den RTV Basel in die Aufstiegseuphorie. Mit dem 24:23-Auswärtssieg beim bisherigen NLB-Leader TV Endingen übernehmen die Basler zwei Runden vor Schluss die Tabellenspitze. Verteidigt der RTV diese Position, spielt er in der kommenden Saison nach zwei Jahren Abstinenz wieder in der höchsten Schweizer Spielklasse.

Endingen verliert mit dem knappsten aller Resultate 23:24 gegen BaselJetzt erst Recht!!

Posted by TV Endingen interaktiv on Donnerstag, 9. April 2015

Letzte Szene TV Endingen - RTV Basel 9.4.2015

Während die Spieler nach dem Schlusspfiff auf dem Platz im Freudentaumel versinken, bleibt Trainer Silvio Wernle auch in der Stunde des Triumphs Realist. «Heute dürfen wir feiern, morgen müssen wir wieder trainieren», sagt er. Denn schliesslich warten am nächsten Mittwoch der Tabellendritte Altdorf und zum krönenden Abschluss in neun Tagen der im Abstiegskampf heroisch kämpfende TV Birsfelden noch auf die Realturner.

Kein Freifahrschein in die NLA. «Wir wissen, um was es geht. In der letzten Saison spielten wir Spielverderber. Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns nicht noch zum Depp machen», warnt Trainer Wernle.

Beinahe ein Déjà-vu

Endingen verfüge über das bessere Kollektiv, der RTV über die stärkeren Einzelspieler, waren sich Wernle und sein Antipode Zoltan Cordas vor dem NLB-Gipfeltreffen einig. Nichts verdeutlicht diese Aussage besser als die Torstatistik der ersten Viertelstunde bis zum Spielstand von 7:7. Beim TVE teilten sich sechs verschiedene Schützen die Tore, bei den Baslern erzielte Ex-Nationalspieler Florian Goepfert im Stile einer Ein-Mann-Show fünf dieser sieben Treffer.

Die erste Halbzeit erinnerte stark an den Cup-Viertelfinal vor zwei Monaten an gleicher Stätte. Nicht nur war das Pausenresultat (15:10 für den RTV) identisch. Auch der Verlauf der 30 Minuten und die Probleme der unterlegenen Endinger waren praktisch eine Kopie des letztlich vom RTV in der Verlängerung gewonnenen Cup-Krimi.

Basel zog nach ausgeglichener Startviertelstunde je näher die Pause kam, desto mehr davon. Besonders bitter für die Aargauer das letzte Basler Tor von Max Dannmeyer mit dem Pausenpfiff. Sein eigentlich aussichtsloser Freiwurf gegen die Endinger Sechs-Mann-Mauer wurde von dieser unglücklich abgelenkt, Torhüter Dario Ferrante auf dem falschen Fuss erwischt.

Basels individuelle Klasse

Statistisch vermochte der Endinger Schlussmann mit seinen insgesamt elf Paraden RTV-Urgestein Pascal Stauber (sieben Paraden) sogar zu überflügeln. Die Torhüter waren – nicht wie vonseiten Endingens befürchtet – also nicht der entscheidende Faktor. Viel eher die ungenügende Offensivleistung der Aargauer in der ersten Halbzeit. Viel zu wenig Druck erzeugten sie bis zur Pause aufs Basler Tor.

Mit Florian Goepfert und Max Dannmeyer hatte der RTV die zwei besten Spieler des Abends in seinen Reihen. Das machte letztlich den Unterschied. Für Trainer Wernle war die Frage nach dem «richtigen Sieger» klar zu beantworten: «Wir haben ab der ersten Spielminute geführt. Ich denke, es gibt keine Diskussion darüber, ob dieser Sieg verdient war.»

Sein Gegenüber Zoltan Cordas haderte darüber, dass die Schiedsrichter bei den schleppend vorgetragenen Angriffen des RTV in der zweiten Halbzeit zu wenig oft auf Zeitspiel entschieden. «Bei uns pfiffen sie in der ersten Halbzeit dreimal ab», sagt er. Matchentscheidend war dieser Umstand aber sicher nicht.

Hier finden Sie den Liveticker zum Nachlesen:

Liveticker Handball NLB: Endingen - Basel