Und das sah dann folgendermassen aus: Vor der Viererkette teilten sich Geoffroy Serey Die, Mohamed Elneny und Taulant Xhaka die Aufgaben im Mittelfeld auf. Das gleiche Bild in der Sturmreihe mit Marco Streller, Valentin Stocker und Matias Delgado. Keiner der sechs genannten Akteure blieb auf seiner Position kleben, alle machten alles. Die auffälligste Änderung im Vergleich zum vergangenen Herbst ist der Verzicht auf klassische Flügelspieler, wie Salah einer war. Valentin Stocker, eigentlich der geborene Flügel, hielt sich mehr im Zentrum denn im linken Couloir auf. Ihm gefällt das: «So bekomme ich viel mehr Bälle und habe mehr Einfluss aufs Spiel.»

Rotieren sorgt für Verwirrung

Positiv aus Basler Sicht: Das muntere Rotieren führte bei den Gästen aus der Westschweiz immer wieder zu Verwirrung. Doch genauso blieb in der Spielauslösung des FCB vieles Stückwerk. Oder wie Yakin es nach dem Schlusspfiff sagte: «Es hat 15 Minuten gedauert, bis die Ordnung einigermassen da war. Danach habe ich gute Ansätze gesehen.» Zwei davon führten zu den Toren. Nach 31 Minuten sah Serey Die eine Lücke in der Genfer Abwehrkette und lancierte Streller, der Servette-Goalie Roland Müller mit einem herrlichen Lupfer bezwang. Auf die gleiche Art und Weise traf neun Minuten später Valentin Stocker, nur kam vor dem 2:0 der Pass von Fabian Frei.

Problemzone Innenverteidigung

Jedoch nicht vom Mittelfeldspieler Fabian Frei, wie man meinen könnte. Der Frauenfelder half auch gestern in der Innenverteidigung aus und erntete dafür von seinem Trainer ein Sonderlob: «Fabian macht das sehr gut dort hinten, ich mache mir überhaupt keine Sorgen.» Und im Scherz fügte Yakin an: «Ich habe ihm gesagt, dass er als Verteidiger bessere Chancen auf die WM hat als im Mittelfeld.»

Auch wenn er sich auf die Anpassungsfähigkeit von Frei verlassen kann, frei von Sorgen ist Yakin eine Woche vor dem Rückrundenstart noch lange nicht. Während der Winterpause war untergegangen, dass Yakin in Lausanne auch auf Arlind Ajeti verzichten muss. Der aktuell einzig gesunde von vier Innenverteidigern im Kader sitzt – wie auch Marco Streller – eine Sperre ab. So hofft Yakin, dass wenigstens Gaston Sauro seine Fussverletzung bis zum Wochenende auskuriert haben wird. Morgen startet der Argentinier einen ersten Versuch im Mannschaftstraining.

Auf der Suche

Und wer weiss, vielleicht hat der FCB bis zum Lausanne-Spiel den so dringend benötigten Innenverteidiger verpflichtet. «Wir sind weiterhin intensiv auf der Suche», so Yakin. Einen Spieler vom Abstellgleis zu holen wäre einfach, ist für die Verantwortlichen aber keine Option. «Ein paar Matches in der Vorrunde absolviert zu haben ist zu wenig für den FCB.» Noch schwieriger dürfte die Aufgabe sein, in den restlichen Tagen der Transferphase einen Ersatz für Salah zu verpflichten. Einen gestandenen Spieler zu holen, weiss Yakin, «das klappt im Januar nicht mehr».

Der Transfer des Ägypters war auch gestern Thema. Am Vorabend hat sich Salah bei einem gemeinsamen Essen von den Teamkollegen verabschiedet. Überrascht sei er über den Transfer nicht gewesen, sagt Fabian Frei. «Es war ja abzusehen, dass es so weit kommt.» Er freue sich sehr für Salah, wertet den Wechsel aber auch als Kompliment für die ganze Mannschaft. «Momo weiss das auch: Ohne uns würde er jetzt wohl nicht zu Chelsea gehen.»