FC Basel
Basel im Schongang zum Pflichterfolg im Ländle

Ohne grossen Aufwand kamen die Basler zu einem 3:1-Sieg in Vaduz. Anfangs hatte Basel Mühe mit der destruktiven Spielweise der Liechtensteiner, nach dem 1:0 durch Marco Streller war der Abwehrriegel aber geknackt und das Spiel nahm seinen Lauf.

SI (Text) & Adrian Gottwald (Live-Ticker)
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Der FC Basel trifft auf den FC Vaduz
5 Bilder
Streller jubelt nach seinem Treffer
Von Niederhäusern im Zweikampf mit Muntwiler
Muntwiler und Elneny
Streller gegen Sara

Der FC Basel trifft auf den FC Vaduz

Keystone

Als Schiedsrichter Sascha Amhof abpfeift, hat die Partie im FC Basel ihren verdienten Sieger gefunden. Das Team von Paulo Sousa zeigte drei Tage nach dem Ausrutscher gegen Luzern (1:2) die geforderte Reaktion und erledigte die Pflichtaufgabe beim Aufsteiger zwar ohne zu glänzen, aber ohne auch nur im Ansatz um den Sieg zittern zu müssen. Ein Abend, an dem uns die Darbietung auf dem Rasen nicht vom Hocker haute, machten wir uns auf die Suche nach drei Geschichten, die Rot-Blau auf dem Weg zu den Punkten 65, 66 und 67 der Saison begleiteten.

Philipp Degen: Als der 32-Jährige gestern Nachmittag zur abschliessenden Teambesprechung eintraf, musste er wohl zwei Mal hinschauen: Ist das wirklich mein Name, der da in der Startformation steht? Hinter Degen liegt eine lange Zeit des Leidens, die kurz nach der Vertragsverlängerung im Februar begann. 11 Spiele in Serie fand Trainer Paulo Sousa keine Verwendung für ihn – und dies, obwohl Degen in der Vorrunde noch Stammspieler und Leistungsträger war. «Ich gebe im Training Gas, alles andere liegt nicht in meinen Händen», äusserte sich Degen stets vorsichtig zu seiner Ausbootung. 76 Minuten dauerte das Startelf-Comeback im Rheinpark-Stadion, wo Degen der gewohnte Aktivposten war. Beinahe krönte er seinen vorzüglichen Auftritt, doch sein Kopfball in der 43. Minute ging knapp daneben. «Man weiss, was man von mir erwarten kann», sagte Degen nach dem Spiel und lächelte süffisant.

Die Rotation: Die Erinnerung an Sousas erste Monate, in denen er von Spiel zu Spiel System und Personal auf den Kopf stellte, waren beinahe verblasst – bis gestern: Der Portugiese machte seine Ankündigung wahr und mischte nach dem blutleeren Auftritt gegen Luzern kräftig durch: Gleich auf sechs (!) Positionen tauschte Sousa das Personal und stellte auch gleich noch das System um: 3-5-2 statt 4-2-3-1. Die Folge: Rot-Blau brauchte 30 Minuten, um in Fahrt zu kommen. Erst nach der Willensleistung von Fabian Frei, der sich von drei Vaduzern nicht aufhalten liess und den Ball Torschütze Marco Streller in die Gasse legte, löste sich die Blockade. Fortan liess der FCB Ball und Gegner laufen und erzielte praktisch mit dem Pausenpfiff das vorentscheidende 2:0: Adama Traoré wurde von Sara an der Strafraumlinie gefoult, Derlis Gonzalez verwandelte den Penalty souverän.

Die SSS-Abwehr: Schär - Suchy - Samuel. Der FCB leistet sich drei prominente Innenverteidiger, Trainer Sousa macht davon aber äusserst selten Gebrauch. Genauer gesagt: erst zwei Mal. Am 16. September sollten Schär, Suchy und Samuel gegen das Starensemble von Real Madrid das Zentrum dichtmachen. Ein Plan, der bekanntermassen total in die Hose ging: 1:5 lautete das ernüchternde Ergebnis. Gestern in Vaduz hatte das Trio die Chance, sich für den Untergang im Bernabeu zu rehabilitieren. Ein Unterfangen, das nur teilweise gelang. Zwar stand die FCB-Abwehr in Vaduz grösstenteils sicher, was angesichts des Qualitätsunterschieds der beiden Mannschaften aber auch so sein sollte. Doch ausgerechnet beim Gegentor durch Kwang-Ryong Pak patzten nacheinander Schär, Suchy und Samuel: Erst liess der Schweizer Schär Lang bei einem Einwurf laufen. Dann grätschte der Tscheche Suchy ebenfalls gegen Lang ins Leere. Schliesslich kam im Zentrum der Argentinier Samuel den berühmten Schritt zu spät gegen Pak.

«Ich bin sehr zufrieden. Das war die Antwort, die ich mir von den Jungs erhofft habe», zeigte sich Sousa nach dem Spiel zufrieden. Anders Vaduz-Trainer Contini: «Wir wurden überrollt, waren überhaupt nicht präsent.»

Vaduz - Basel 1:3 (0:2)

5248 Zuschauer. - SR Amhof. - Tore: 30. Streller (Frei) 0:1. 45. Gonzalez (Foulpenalty) 0:2. 66. Pak (Abegglen) 1:2. 82. Zuffi (Freistoss) 1:3.

Vaduz: Jehle; von Niederhäusern (46. Untersee), Kaufmann, Sara, Aliji; Kryeziu, Muntwiler, Ciccone; Schürpf, Hasler (17. Abegglen), Lang (65. Pak).

Basel: Vaclik; Traoré, Schär, Suchy, Samuel; Elneny, Frei; Degen (76. Hamoudi), Zuffi, Gonzalez (85. Ajeti); Streller (64. Embolo).

Bemerkungen: Vaduz ohne Neumayr, Sutter (beide gesperrt), Grippo, Cecchini, Flatz, Pergl (alle verletzt) und Stahel (krank). Basel ohne Gashi (gesperrt) und Ivanov (verletzt). Verwarnungen: 34. Muntwiler (Foul), 45. Sara (Foul).

Lesen Sie den Verlauf der Partie im Live-Ticker nach: