Rugby

Basel ist keine Liftmannschaft mehr: Der RFC hat sich in der NLA etabliert

In der NLA etabliert: Die Basler mit Liam Cox (am Ball) lassen sich von den Gegnern nicht mehr so leicht aus dem Tritt bringen. Junkov

In der NLA etabliert: Die Basler mit Liam Cox (am Ball) lassen sich von den Gegnern nicht mehr so leicht aus dem Tritt bringen. Junkov

Der RFC verliert – trotz einer 15:3-Führung – gegen den RC Avusy mit 15:22. Trotzdem hinterlassen die Basler einen starken Eindruck und können mit einem Sieg zum Abschluss – gegen Lausanne am nächsten Samstag – im gesicherten Mittelfeld überwintern.

Bis vor zwei Jahren waren die Basler Rugbyspieler für die Nationalliga A oft zu schwach, im Unterhaus jedoch eine Klasse für sich. Die Folge war, dass der RHC Basel den Ruf einer Liftmannschaft erhielt.

Doch diese «Tugend» gehört der Vergangenheit an. Auch wenn Basel sein letztes Vorrunden-Heimspiel gegen das schlechter klassierte Avusy verlor, darf man konstatieren: Diese junge, noch entwicklungsfähige Mannschaft wird den Ligaerhalt schaffen. Auch wenn die Basler nach den ersten Meisterschaftspartien, zum Erstaunen der welschen Konkurrenz, zeitweise im ersten Ranglistendrittel klassiert waren.

«Wollen nicht abheben»

«Wir wollen nicht abheben, sondern auf dem Boden der Realität bleiben», sagt Kristof Csebits, der Forward-Trainer der Basler. Die Basler Rugby-Legende übernahm gegen Avusy auch das Coaching für den beruflich abwesenden Cheftrainer Andy Kendall. Csebits zeigte sich vor Anpfiff skeptisch, denn «es fehlen ein halbes Dutzend Stammspieler, die allesamt Leistungsträger sind. Und Avusy, ein Grossklub notabene, ist in der Tabelle unter Wert klassiert», weiss Csebits. Zumindest in den ersten 40 Minuten schienen die Befürchtungen des Trainers unbegründet. Nach 30 Minuten führte Basel mit 15:3 – zwei erfolgreiche Versuche von Vincent Hughes und Ali Whoterspoon mit anschliessendem geglückten Freikick widerspiegelten die Dominanz des Gastgebers.

Schlüsselszene vor der Pause

Den Genfern gelang praktisch mit dem Halbzeitpfiff ebenfalls ein Versuch, mit zwei Zusatzpunkten, was für die Basler im Rückblick eine Schlüsselszene war. «Wären wir mit 15:3, statt mit 15:10, in die Pause gegangen, hätte Avusy wohl kaum an den Sieg geglaubt. So aber bekamen sie den zweiten Atem – und eine Halbzeit kann im Rugby sehr lange werden», sagt John Lazarus, eine weitere Legende im Basler Rugby und Trainer der U16- und U18-Mannschaft. Der gebürtige Engländer sollte recht behalten. Die Gäste dominierten die ersten 30 Minuten der zweiten Halbzeit nach Belieben – und aus dem 15:10 wurde schnell ein 15:22. Auch die Endoffensive der Basler änderte am Skore nichts mehr.

Spürbare Enttäuschung

Die Enttäuschung war sicht- und spürbar; «und dennoch haben wir, in Anbetracht der Umstände, eine gute Partie gezeigt. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Einstellung, Kampfgeist und Wille waren da», so Csebits, der mit vielen Wechseln versuchte, die Kadenz nochmals zu erhöhen.

Voll im Soll

Mit Platz 6 liegt der RFC Basel im Soll. Am nächsten Samstag steht die letzte Vorrunden-Partie in Lausanne gegen den Université Club, dem Tabellenvorletzten, an. Ein Sieg – und die Basler überwintern im gesicherten Mittelfeld, sodass ein Abstieg (Stade Lausanne scheint gegeben zu sein) oder eine Barrage, wie sie Basel in der letzten Saison bestreiten musste, kein Thema ist. Und bei Vollbestand ist dem RFC Basel, dessen Team grösstenteils aus Eigengewächsen, die im Future Team über Jahre sorgsam ans Spitzenniveau herangeführt wurden, zuzutrauen, dass er in der Tabelle noch einige Plätze nach oben gutmachen kann.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1