Vier Sekunden vor der drohenden Verlängerung: Es steht 4:4, da trifft Wiki-Münsingen-Stürmer Roland Käser den Pfosten. Durchatmen beim EHC Basel-Kleinhüningen. Verlängerung erzwungen. Und in dieser sorgte Leandro Gfeller dafür, dass Basel diesen Spitzenkampf gewann.

Nun, von einem Spitzenkampf zu sprechen ist möglicherweise übertrieben – schliesslich spielen Basel und Wiki-Münsingen die untere Masterround.

Die ersten drei Teams dieser unteren Masterround qualifizieren sich für die Playoffs und treffen dort auf die fünf Teams der oberen Masterround. Basel führte vor heimischem Publikum zur ersten Pause gegen Wiki-Münsingen dank dem von einem Wiki-Verteidiger noch unglücklich abgelenkten Schuss von Pascal Mäder (14.) mit 1.0.

Im Mittelabschnitt suchte der Chronist im Stadion (vergeblich) nach Sean Simpson. Sean Simpson? Genau – der WM-Silberschmid und jetzige Kloten-Trainer. Der hat ja innert weniger Spiele bei seinem neuen Arbeitgeber schon einiges miterlebt. So auch, wie sein Team im Zürcher Derby innert knapp einer Minute den sichergeglaubten Sieg vergeigte (vom 2:0 zum 2:4). Was das mit dem Basler Spiel zu tun hat?

Zielstrebig aus der Kabine

Nun, die Basler schafften beinahe das gleiche «Kunststück» – jedoch bereits im 2. Drittel. Innert nicht einmal einer Minute machte Wiki-Münsingen aus einem 0:1 ein 3:1. Beim 1:1 stand Torschütze Stefan Baumgartner sträflich alleine vor Benjamin Hohlbaum. Kaum war wieder angespielt, zappelte der Puck wieder im Netz – 1:2. Zu allem Überfluss nahm Basel auch noch eine Strafe. Im Powerplay folgte, was folgen musste: das 1:3. Basel-Trainer Peter Salmik sah sich gezwungen, sein Timeout zu nehmen. Wirkung zeigte dieses jedoch vorerst nicht.

Im Gegenteil: Beinahe wäre Wiki-Münsingen unmittelbar nach dem Timeout zum 1:4 gekommen. Die Basler ihrerseits stellten sich im 2. Drittel viel zu umständlich an. Im Gegensatz zu Sean Simpson hatte Peter Salmik aber noch Zeit, zu reagieren. Er muss in der Pause die richtigen Worte gefunden haben.

Die Basler kamen nämlich keck und zielstrebig aus der Kabine. In der 44. Minute traf Freddy Stalder zum 2:3, wunderbar frei gespielt von Remo Hunziker. In der 51. Minute sorgte Joshua Schnellmann dann für den Ausgleich. Simon Läderach traf jedoch kurz darauf zur neuerlichen Führung für die Gäste. Weil aber Cyrille Scherwey 21 Sekunden vor dem Ende mit einem Slapshot den vielumjubelten Ausgleich erzielte, ging es in die Verlängerung. Dort sorgte der auffällige Verteidiger Leandro Gfeller, nach einem seiner typischen Rushes nach vorne, für die Entscheidung. Es war bereits das 5. Game-Winning-Goal von Gfeller in dieser Saison. Sean Simpson wäre momentan froh um einen Spieler wie ihn.