Eishockey 1. Liga
Basel KLH ist angelangt in der Selbstverständlichkeit

Der EHC Basel-KLH sichert sich mit dem umkämpften 5:3-Sieg über Interlaken die geforderte Playoff-Teilnahme. Peter Salmik, Bandengeneral des EHC Basel-Kleinhüningen, wähnte sich aber vor einem Jahr in sportlich gemütlicheren Gefilden.

Calvin Stettler
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Der EHC Basel/KLH darf über den sicheren Playoff-Platz jubeln. (Archivbild)

Der EHC Basel/KLH darf über den sicheren Playoff-Platz jubeln. (Archivbild)

Uwe Zinke

Damals spielte der Klub vom Rheinknie zum gleichen Zeitpunkt in der wohltuenden oberen Masterround, und versuchte sich in Sachen Playoff-Rangierung möglichst gut zu situieren. Noch vor Heiligabend bescherte man sich die definitive Teilnahme am Playoff. Doch in dieser Spielzeit kämpft die höchste Basler Eishockey-Organisation gegen die sportliche Belanglosigkeit. Das von Klubpräsident Hans-Peter Gerber offengelegte Primärziel, die direkte Playoff-Qualifikation, wurde verpasst. Wenn auch knapp.

Die verspätete Pflichterfüllung

Bei jenem Talent, das in den Katakomben der St. Jakobsarena schlummert, muss man eine Basler Playoff-Teilnahme ohne Umwege allerdings als selbstverständlich erachten. Die präsidialen Direktiven: unmissverständlich. Entsprechend entschlossen startete der EHC Basel-KLH anfangs Januar in das Projekt „Verspätete Pflichterfüllung“. Dabei avancierte der gestrige Abend zum umkämpften Schlussakt. Mit 5:3 bodigten die Bebbi den Angstgegner aus Interlaken und dürfen nun mit den Ausscheidungsspielen planen.

Schon nach dem ersten Drittel bahnte sich an, dass die Salmik-Truppe erstmals in dieser Saison gegen die Berner Oberländer triumphieren würde. 2:0 zur ersten Pause – obwohl Basels Torausbeute mit deren Performance auf dem Eis sichtlich kontrastierte.

Unter anderem dank zwei dilettantischen Strafen innert 21 Sekunden von Basels Schlussmann Benjamin Hohlbaum schöpften die Gäste aus Interlaken wieder Hoffnung und glichen gar zum zwischenzeitlichen 3:3 aus. Ehe Simon Meyer kurz vor der zweiten Pausensirene das Kräfteverhältnis wieder zugunsten der Gastgeber korrigierte – 4:3.

Den Fans zuliebe

Im Schlussabschnitt sollten die Berichterstatter ausser dem fünften Baseler Treffer ins leere Tor nichts mehr zu notieren haben. Den emotionalen Schlusspunkt setzte der EHC Basel-KLH zusammen mit den 723 Zuschauern, die den Playoff-Einzug lauthals feierten. Und eben diesen vom Konkurs der Sharks gezeichneten Fans will Peter Salmik etwas zurückgeben. Versprechungen für die wichtigste Phase der Saison will der gebürtige Freiburger dennoch keine machen. „Die Playoffs kennen ihre eigenen Regeln“, zitiert Salmik aus dem Floskel-Lehrbuch. Mit der Realisierung der definitiven Playoff-Teilnahme ist der EHC Basel-KLH zumindest dort angelangt, wo die interne Selbstverständlichkeit bezüglich Erwartungshaltung eigentlich erst beginnt.

Telegramm:

EHC Basel-Kleinhüningen - SC Unterseen-Interlaken) 5:3 (2:0, 2:3, 1:0)
St. Jakobs Arena, Basel. -723 Zuschauer. -SR. Jung; Diggelmann, Wolf.Tore: 7:09 Mäder (Guantario) 1:0. 16:26 Di Biase (Stalder) 2:0. 24.25 R.Schütz (Kohler, Dubach) 2:1. 25:11 Gfeller (M.A. Lenz, Dintheer) 3:1. 29:02 Blaser 3:2. 29.44 Rohrbach (Blaser, Spolidoro) 3:3. 36:03 Meyer (Mäder, M.A. Lenz) 4:3. 59:08 Keller (Hunziker, Di Biase) 5:3.

Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen Basel, 5-mal 2 Minuten gegen Unterseen, 1-mal 5 Minuten + Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Bieri (Unterseen).

Basel: Hohlbaum; Malicek, Asal, Mäder, König, Curle, Frunz, P. Lenz, M.A. Lenz; Hunziker, Guantario, Gfeller, Morand, Stalder, Keller, Dintheer, Frehner, Di Biase, Meyer, Steiner, Zinkl

Unterseen: Steiger; Fuchser, M.Schütz, Müller, Bieri, Lengacher, Bracher; Schneider, Baur, Eymann, Trautmann, Bernasconi, Spolidoro, Rohrbach, Dubach, Blaser, R. Schütz, Kohler