Bezeichnend ist das Foto von Kreisläufer Schröder auf dem Facebook-Profil des TV Möhlin, festgehalten nach dem Schlusspfiff: den Kopf leicht nach vorne gebeugt und ein konsternierter Blick ins Leere. In der Halle folgte ein letztes Formieren und die Dankesgeste der Mannschaft an die Adresse der Möhliner Fans auf der Tribüne, dann endlich der Rückzug für Schröder und seine sichtlich enttäuschten Kollegen Richtung Kabine.

In den ersten Minuten legte Basels Igor Stamenov mit seinen beiden Eröffnungstoren vor. Möhlin brauchte etwas Zeit und fand dann mit Hocks erstem Anschlusstreffer ins Spiel. Kurz danach herrschte Gleichstand, das erste und letzte Mal an diesem Abend vor knapp 250 Zuschauern. Danach zog Basel kontinuierlich davon. Früh setzten sich seine Torwerfer durch, nebst Stamenov, agierte auch Florian Göpfert wurfstark vor Möhlins Kasten. Flavio Wick bewahrte sein Team in dieser Phase vor Schlimmerem und entschärfte manch gefährlichen Schuss der Basler Angriffswelle.

Möhlin weiter im Formtief

Als in der siebten Minute wieder Stamenov sein bereits drittes Tor landete, reagierte Alexander Milovanovic umgehend mit dem dritten Tor für Möhlin zum 5:3. Nach diversen Fehlern auf beiden Seiten erlöste Tobias Stalder dann endlich sein Team und verwandelte einen tollen Weitschuss zum 6:4. Basel kam anschliessend nicht richtig vom Fleck und da kam Tin Tokic Anschlusstreffer zum 6:5 gerade recht. Aber die entspannte Ausgangslage hielt nicht lange an.

Basels nächster wurfstarker Akteur, Marko Vukelic, erhöhte wieder auf einen zwei-Tore-Vorsprung. Die nächsten Minuten bescherten Möhlin Fehlwürfe, im Wechsel mit Basels Schwächen und deren erste Zeitstrafe, trotzdem schaffte es Möhlin in der Folge nicht, Pascal Stauber im Gegentor zu überlisten und wichtige Tore zu schiessen. Die Städter hielten an ihrem Vorsprung fest und bauten ihn noch aus (8:5). In der 17. Spielminute konnte Möhlin zwar noch zum 8:7 verkürzen, während Basel eine zwei Minuten Strafe aussitzen musste. Aber daraus Kapital schlagen gelang den Fricktalern erneut nicht. Die letzten zehn Minuten vor der Spielpause bescherten beiden Teams eine Palette technischer Fehler, endete aber mit 14:11 für den Gastgeber. 

Alexander Milovanovic erzielte nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit den Treffer zum 14:12 und wenig später zog Tobias Stalder mit einem coolen Schuss zum 15:13 nach. Dann wurde aber Möhlins Formtief immer offensichtlicher, die technischen Unzulänglichkeiten häuften sich und die Basler übernahmen noch so gerne die Leitung. Kadermässig breit aufgestellt, reihten sich nebst Dannmeyer, auch Martinez und Golubovic in die Liste der erfolgreichen Topshooter.

In der Defensive wurden die Fricktaler regelrecht überrumpelt und im Angriff vermasselte, das jetzt stärker agierende Bollwerk des RTV, Möhlins Abschlüsse eiskalt. Als eine Viertelstunde vor Schluss die Trilogie an Zeitstrafen für Möhlin folgte, schien das Mannschaftsgefüge vollends aus dem Tritt zu geraten. Auf der andern Seite witterten die Basler die Gunst der zwei Punkte und spielten souverän bis zum Schlussstand von 33:22.

Ein hartes Verdikt für den TV Möhlin, welches weiterhin auf verletzte Spieler verzichten muss und kaum in routinierter Aufstellung agieren konnte; im Gegensatz zum RTV, welcher in der NLB, nach eigenen Angaben, über das beste Team verfüge.