Handball

Basel Regio: Flott gespielt – und doch hoch verloren

Kleines Erfolgserlebnis: Die Baslerin Timea Mezei erzielt einen ihrer insgesamt zwei Treffer. Zinke

Kleines Erfolgserlebnis: Die Baslerin Timea Mezei erzielt einen ihrer insgesamt zwei Treffer. Zinke

Im Achtelfinale des Challenge Cup verlor die SG Basel Regio gegen Mios Biganos-Bégles klar mit 22:45 (9:22).

Basel Regio-Trainer Thomas Mathys ist ein profunder Handball-Kenner und Realist zugleich. Wenige Minuten vor Anpfiff meinte er: «Wenn wir mit maximal zehn Toren verlieren, haben wir Grossartiges geleistet. Aber es könnte durchaus auch eine Kanterniederlage absetzen».

Mios in allen Belangen überlegen

Nun, nach 27 Sekunden eröffnete Sarah Baumgartner den Torreigen – und bis zum 3:3 legten die Baslerinnen stets vor, die Französinnen glichen jedoch postwendend aus. Wer geglaubt hätte, Regio und Mios Biganos-Bégles, ein Konstrukt zweier Dorfklubs in der Nähe von Bordeaux, würden während 60 Minuten auf Augenhöhe spielen, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Französinnen, welche in ihrem Land – gemäss Trainer Emmanuel Mayonnade – «nicht zu den Top Drei» gehören, waren in allen Belangen besser. Eine jede Spielerin um zehn Zentimeter grösser und zehn bis 15 Kilogramm schwerer. Sie waren aber auch balltechnisch überlegen, ihre Würfe schärfer, die Ballkombinationen sicherer. Bis zum 7:8 hielten «les petites suisses», wie ein Gastanhänger Regio Basel liebevoll vor Anpfiff bezeichnet hatte, mit. Und auch nach 22 Minuten stand es erst 9:13. Doch dann folgte die Zäsur. Die Handballerinnen aus der Gironde erhöhten nochmals das Tempo, die flache 6-0-Verteidigung musste den Baslerinnen oft wie die Chinesische Mauer vorkommen. Und innert acht Minuten wurde aus dem 9:13 ein 9:22.

Trainer trotz allem zufrieden

Dabei mussten die Französinnen nie die designierte Stammsechs forcieren, denn die Brasilianerin Samira Rocha Da Silva kam als erste Bankspielerin aufs Feld. Die Spanierin Mireya Gonzales Alvares, in der französischen Meisterschaft eine der auffälligsten Akteurinnen, wurde erstmals nach 25 Minuten eingesetzt. Dafür durfte sich die Litauerin Zivile Jurgutyte, die zu Beginn gleich drei Treffer erzielt hatte, die zweiten 30 Minuten von der Bank aus anschauen. «Die ersten zehn Minuten haben mir gut gefallen. Mios hat gemerkt, dass wir auch Handball spielen können. Sie haben dann die Konzentration gesteigert und das Tempo erhöht. Wir wollten mitziehen – doch da waren wir überfordert. Dennoch bin ich mit der Leistung zufrieden. Und auch das Resultat widerspiegelt halt den Unterschied zwischen einer Profimannschaft, die achtmal in der Woche trainiert und einem Amateurteam, das Handball nicht als Priorität hat», erklärte Regio-Trainer Mathys nach Abpfiff.

Die Welle aus Bordeaux

Die Baslerinnen haben jedenfalls viel zu einem unterhaltsamen Handball-Abend vor 400 Zuschauern beigetragen. Dies honorierte auch die 50-köpfige Anhängergruppe aus Bordeaux, welche Regio einen warmen Applaus spendete. Und mit ihren Spielerinnen ein paar «Olas» (Wellen) choreografierte. Und einer meinte verschmitzt: «Vielleicht wäre es auf Basler Boden knapper geworden. Es ist ja schon ein Vorteil, das Auswärtsspiel auf französischem Territorium austragen zu dürfen».

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