Handball
Basel Regio verliert im ersten Spiel einen Punkt und den Captain

Zum Saisonauftakt der höchsten Spielklasse trennen sich das neu formierte Basel Regio und Rotweiss Thun 18:18. Die Baslerinnen verlieren bereits in der 15.Minute ihren Captain mit Verdacht auf eine erneute Knieverletzung.

Georges Küng
Merken
Drucken
Teilen
Basel Regio mit Sarah Baumgartner (Mitte) wollen sich gegen Stans behaupten.

Basel Regio mit Sarah Baumgartner (Mitte) wollen sich gegen Stans behaupten.

Uwe Zinke

«Man kann im ersten Meisterschaftsspiel nicht erwarten, dass die Automatismen schon greifen. Und das ganze Spiel verlief zäh und war zeitweise ein Geknorze.» Das waren, unmittelbar nach der Endsirene, die Worte von Peter Sammarchi, der seit Jahren bei der SG Basel Regio im Hintergrund mithilft und eine Art «Teammanager» ist.

Zwei Punkte erhofft

In der Tat hatten sich die Baslerinnen zwei Punkte erhofft. Nicht nur, weil der Rivale aus dem Berner Oberland in der letzten Saison in die Abstiegsrunde verwiesen worden war und auch heuer eher zu den schwächeren Teams der Nationalliga A eingestuft wird.

Breiteres Kader

Regio hingegen konnte sich auf dem «Transfermarkt», der in Wirklichkeit keiner ist, da alle Zuzüge aufgrund persönlicher Bindungen nach Basel gekommen sind, verstärken und verfügt über ein breites, ausgeglichenes und homogenes Kader.

Mathys wieder verletzt

Doch die Saison 2013/14 hat für Basel Regio denkbar schlecht begonnen. Und dies nicht wegen des Punkteverlustes, der zu verkraften wäre. In der 15. Minute knickte Teamcaptain Stephanie Mathys ein und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Hallenboden liegen. Mathys, eine indiskutable Akteurin der Stammsechs, die bis zu diesem Zeitpunkt zwei der drei Basler Tore erzielt hatte.

Erste 30 Minuten eher bescheiden

Sie, die im Dezember 2012 einen Kreuzbandriss operiert hatte und jetzt wieder «voll angreifen wollte». Die Befürchtungen gehen dahin, dass die kräftige Rückraumspielerin erneut eine schwere Knieblessur erlitten hat. Der Ausfall schien wie ein Fluch über die Partie zu schweben, denn die ersten 30 Minuten waren in der Tat von bescheidenem Unterhaltungswert. Immerhin gelang es dem Gastgeber, das Gehäuse während 13 Minuten «dicht» zu halten. Aus einem 4:5 wurde ein 8:5-Halbzeitstand.

Viel Spannung und Dramatik

Die zweite Halbzeit verlief animierter und torreicher. Man sah feine Gegenstoss-Tore und durchdachte Angriffssysteme, wobei die SG Basel Regio sich auf eine glänzend aufgelegte Selina Lorenz verlassen konnte. Die Flügelspielerin erwies sich auch vom Siebenmeter-Punkt als sicherer Wert. Thun seinerseits war nun im Abschluss um einiges entschlossener als in der ersten Halbzeit und lag zweimal mit zwei Toren in Führung (12:14 und 14:16). Doch hier zeigte sich, dass Basel nicht nur über eine Stammsechs verfügt, sondern auch sogenannte Bankspielerinnen hat, die nicht nur Akzente setzten, sondern auch Tore erzielten. In diesem Punkt war Basel dem Gast aus dem Kanton Bern überlegen.

Ausfall schlimmer als Punkteverlust

Dennoch brauchte es eine grandiose Parade von Schlussfrau Nadine Steinemann, die 100 Sekunden vor Abpfiff einen Penalty von Sarina Strahm bravourös hielt. Schade, dass Regio den letzten Angriff verhaspelte und sich so mit dem Remis begnügen musste. Schlimmer als der Punkteverlust dürfte aber ein erneuter Ausfall von Captain Stephanie Mathys wiegen.