Handball
Basel Regio will gleich auf drei Hochzeiten tanzen

Um den Sprung in die Top 4 der Schweiz zu schaffen und den Cup-Erfolg vom Vorjahr möglichst zu wiederholen, hat sich das Team von Basel Regio multinational verstärkt. Das Team ist kaum mehr wiederzuerkennen.

Luca Muntwyler
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Timea Mezei (links) spielt seit einem halben Jahr in Basel, neu am Rheinknie sind aber (von links) Andrea Redli, Zsanett Brunner, Nadine Steinemann, Sanne Backhed, Monika Pelka und Viktoria Varga (fehlt).lmu

Timea Mezei (links) spielt seit einem halben Jahr in Basel, neu am Rheinknie sind aber (von links) Andrea Redli, Zsanett Brunner, Nadine Steinemann, Sanne Backhed, Monika Pelka und Viktoria Varga (fehlt).lmu

Witze werden gerissen, Sprüche geklopft – die Stimmung bei den Handballerinnen der SG Basel Regio vor der Teampräsentation ist locker. Nach einer harten Vorbereitungsphase scheint das Team von Trainer Thomas Mathys bereit zu sein für den Saisonauftakt in der höchsten Spielklasse.

Sportlich haben sich die Baslerinnen hohe Ziele gesetzt. So blickt Trainer Mathys zuversichtlich auf das erste Heimspiel gegen Thun in einer Woche – trotz einer Mehrfach-Belastung. «Wir tanzen auf drei Hochzeiten», erklärt der 47-Jährige. Gemeint sind dabei Meisterschaft, Cup sowie Europacup. Am Ende der Saison soll man in der Tabelle auf dem vierten Platz stehen. Auch im Cup wollen die Vorjahres-Finalistinnen hoch hinaus und wieder das Final-Four-Turnier erreichen. «Dabei kommt es aber immer auf die Auslosung an. Bekommst du im Viertelfinal einen starken Gegner, wird es enorm schwierig», relativiert der Trainer. Auch im Europacup will man nicht nur dabei sein, sondern möglichst weit kommen.

Um diese Zielsetzung erreichen zu können, braucht es aber im Vergleich zur letzten Saison Verstärkungen. «Wir brauchen Quantität, um uns bei Verletzungspech abzusichern, aber auch Qualität», so der Coach. Tatsächlich waren die Basler in der Pause sehr aktiv und konnten – ohne Geld in die Hand zu nehmen – einige starke Spielerinnen an Bord holen.

Quasi als Nachzüglerinnen von Timea Mezei, die bereits im Winter zu Basel wechselte, kommen von Vasas Budapest die gross gewachsene Andrea Redli und Goalie Zsanett Brunner, die aber in Ungarn noch Prüfungen absolviert. Ebenfalls von Vasas wird die junge Viktoria Varga kommen. Sie alle werden in Gastfamilien wohnen.

Die routinierte Polin Monika Pelka wohnt und arbeitet in Grenzach und spielte zuletzt auch dort Handball. Da sie als Physiotherapeutin arbeitet, wird sie unter der Woche nicht immer anwesend sein können. «Ich spiele Handball, weil ich will und nicht weil ich muss. Ich bin hier, um Spass zu haben. Und manchmal kann ich bei den Jüngeren auch ein bisschen Mama spielen», sagt die 35-Jährige. Ebenfalls schon in der Region war die athletische Schwedin Sanne Backhed. Zudem stösst als dritte Torhüterin Nadine Steinemann von Winterthur zum Team.

Die neue Breite soll Basel vor unnötigen Niederlagen wie im letzten Jahr bewahren, sagt Teammanager Peter Sammarachi mit Blick auf das 18er-Kader. Verletzungen seien schnell passiert, wie der Nasenbeinbruch von Sarah Baumgartner zeige.

Wenn es Thomas Mathys gelingt, aus alten und neuen Spielerinnen eine Mannschaft zu formen, ist Basel viel zuzutrauen. Vielleicht folgt das erste Ausrufezeichen bereits in einer Woche gegen Thun.