Handball
Basel trotzt Pfadi einen Punkt ab

Beim 23:23 in der Nationalliga A zeigte der RTV eine starke Leistung. Torhüter Pascal Stauber hielt den Punkt in der Schlusssekunde fest. Handball

meinrad stöcklin
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Basel trotzt Pfadi einen Punkt ab

Spannender und dramatischer kann Sport nicht sein. In der Partie zwischen dem RTV Basel und dem finanziell deutlich stärkeren Pfadi Winterthur (23:23) war wahrlich bis zur letzten Sekunde jeder Ausgang möglich. Der RTV lag nie im Rückstand, führte sieben Minuten vor Schluss mit 23:20, verschoss 100 Sekunden beim Spielstand von 23:22 einen Penalty und kassierte in der Schlusssekunde um ein Haar noch ein Tor, welches gleichbedeutend gewesen wäre mit der Niederlage. Doch der Reihe nach: Der mit dem allerletzten Aufgebot (sieben gesunden Feldspielern) angetretene RTV begann stark und konzentriert und machte aus der Not eine Tugend. Bestes Beispiel dafür war der Kubaner Henry Martinez: Er ging mit einer Fussverletzung ins Spiel, welche ihn sichtlich behinderte. Doch er spielte (nur in der Abwehr) durch und hatte einen nicht unbedeutenden Anteil am nicht budgetierten Punktgewinn. Die Basler kämpften wie die Löwen und präsentierten sich als starkes Kollektiv mit einer hervorragenden Abwehr.

Nach neun Minuten führte der RTV mit 6:3. Dieser Vorsprung hielt Stand, der RTV präsentierte sich solid und weitgehend abgeklärt und hätte mit einer besseren Chancenauswertung zur Pause noch deutlicher als 15:11 führen können. Überragende RTV-Spieler in der ersten Halbzeit waren der Luxemburger Michel Gulbicki (7 Tore) sowie Nationaltorhüter Pascal Stauber. Nach der Pause musste mit zunehmender Spieldauer befürchtet werden, dass dem RTV in Anbetracht des extrem knappen Kaders die Luft ausgeht. Pfadi Winterthur agierte zwar besser, konnte aber den Rückstand bis ganz kurz vor Schluss nie wirklich entscheidend reduzieren.

Hektische Schlussphase

Die Basler behielten auch in heiklen Phasen meistens die nötige Ruhe und bewiesen kollektive Effizienz. Als die Gastgeber sieben Minuten vor Schluss mit 23:20 führten, lag ein weiterer Überraschungssieg gegen einen höher eingestuften Gegner in der Luft. Pfadi Winterthur schaffte in der hektisch-giftigen Schlussphase nochmals den Anschluss (23:22 drei Minuten vor Schluss). 60 Sekunden später bot sich dem RTV-Nachwuchsspieler Ivan Golubovic die Chance, die Partie mittels Penalty vorzuentscheiden. Doch er scheiterte an Pfadi-Torhüter Baur und im Gegenzug fiel der Ausgleich. Am Ende hatte dann der RTV noch das Glück des Tüchtigen: Ruben Schelbert produzierte sieben Sekunden vor Schluss einen Ballverlust und Pfadis Hess zog alleine auf Stauber, der eine goldige Parade zeigte und so für eine Punkteteilung sorgte, welche über die gesamte Spieldauer hinweg gesehen in Ordnung ging.