Rollhockey
Basel verliert eine dramatische Cuppartie gegen Wimmis in der Verlängerung

Im Viertelsfinale des Schweizer Cups forderte der B-Ligist Basel, den es erst seit zwei Jahren gibt, dem oberklassigen Gast aus dem Bernbiet alles ab. Es war die letzte Rollhockey-Partie im legendären Rollerdrom im Weiler Stadtteil Friedlingen.

Georges Küng
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Basler Rollhockeyaner im Cup-Drama
7 Bilder
Schneller Gegenstoss von Basel.
Basler Angriff mit Jan Velte am Ball.
Sariego Gonzale Ignacio vom RHC Basel kommt nicht an Sebastian Pfaehler vorbei.
Jan Velte kommt zum Abschluss
Florian Klaeui wird am Nachschuss gehindert.
Jan Velte mit viel Wucht.

Basler Rollhockeyaner im Cup-Drama

Kenneth Nars

Und dann ging es ganz schnell. Nach nur 63 Sekunden in der Verlängerung war es Kevin Gmür, dieser athletische, grossgewachsene Spieler, der mit seinem dritten Treffer eine Cuppartie entschied, welche die Zuschauer während der gesamten Spielzeit in ihren Bann gezogen hatte. Der RHC Basel, der letztmals «ennet der Grenze» gespielt hat, wollte seine Dernière erfolgreich gestalten und gleichzeitig das Final-Four-Turnier um den Schweizer Pokal in Basel, in der Rollsporthalle an der Nidwaldnerstrasse, austragen. Klubpräsident Roger Ehrler, der «Mister Rollhockey» schlechthin, hatte bereits die ersten Fäden gezogen.

Aufstieg bleibt Ziel Nummer 1

Für die Basler war es auch ein Vergleich mit einem bestandenen Nationalliga-A-Verein, denn das primäre Saisonziel des RHC Basel ist der Aufstieg in die höchste Spielklasse. War der RHC Friedlingen, sozusagen der Vorgängerklub des RHC Basel, einst ein Team mit Individualisten, die vor allem in der Offensive ihre Stärken hatten (und die Defensearbeit als notwendiges Übel betrachteten), so ist dieser RHC Basel nun ein Kollektiv, das in der Breite ausgeglichener besetzt ist. Natürlich weiss Spielertrainer Tobias Mohr, dass auch im Rollhockey Titel primär über einen starken Torhüter und eine sichere Abwehr gewonnen werden.

Im Kasten des RHC Basel steht mit Roberto Santero ein Spanier, der dem Profil eines modernen Torhüters entspricht. Sehr aktiv, stets mit dem Stock arbeitend, ist der Mann aus Oviedo den Baslern ein starker Rückhalt. Und weil es zum Siegen halt doch auch Tore braucht, wurde zu Beginn des Jahres mit Jan Velte (36) die Ikone des deutschen Rollhockeys verpflichtet. Der gefürchtete Goalgetter erzielte prompt mit einem Gewaltsschuss das Führungstor für die Basler.

Basel drückend überlegen

Der Gastgeber, und hier primär Andreas Paczia, beklagte fünf Pfosten- respektive Lattenschüsse. Der RHC Basel war mehr in Ballbesitz und betrieb einen immensen Aufwand. Angeblich lautete das Schussverhältnis sagenhafte 65:25 zu Gunsten für Basel. «Die Niederlage ist brutal und schmerzt sehr», meinte Paczia, der auch als Teammanager fungiert. Mehr wollten die enttäuschten Basler unmittelbar nach Abpfiff nicht sagen.

Dennoch hat Wimmis, das die Nationalliga-A-Meisterschaft auf Rang 8 beendete und im Viertelfinal-Playoff gegen Titelverteidiger RHC Genève mit 0:2 verlor, den Sieg nicht gestohlen. Im Katalanen Xavier Ibarz Formatger (29) hatten die Berner über einen Antreiber und umsichtigen Regisseur, der mit seiner stupenden Stocktechnik und Übersicht das Basler Abwehrdispositiv oft durcheinander wirbelte. Und dass Gasttrainer Urs Gmür schier ausflippte, hat nicht nur mit dem Erfolg zu tun. Denn sein Sohn Kevin hatte im Alleingang dem RHC Basel die Dernière im Rollerdrom verdorben und ein Final Four in Basel verhindert.