Die Siegerzeit von 2 Stunden und 49 Minuten sagt alles: Der Manor Run to the Beat Basel ist kein Marathon der absoluten Top-Läufer. Den meisten unter den knapp 400 Startern ging es am Sonntagmorgen auf den 42,195 Kilometern vom St. Jakob Park kreuz und quer durch die Innenstadt bis zum Marktplatz denn auch gar nicht um eine persönliche Bestzeit. Dazu ist der Kurs in Basels Wohnquartieren, Ecken und Plätzen mit abrupten Richtungsänderungen und dem welligen Profil ganz einfach zu unruhig.

Die innovativen Organisatoren des Laufsportvereins Basel haben vielmehr ein aus England stammendes Laufkonzept, das Laufen und Musik gezielt miteinander verbindet, in einen Lauf der Emotionen umgesetzt. Es ist nämlich wissenschaftlich belegt, dass Musik an der richtigen Stelle und im richtigen Takt, die Sportler von der Anstrengung ablenkt und so das Leistungsvermögen steigert. Die vielen Live Acts, die entlang der Sehenswürdigkeiten und Brücken den Läuferinnen und Läufern so richtig einheizten, verwandelten so die Innenstadt in eine riesige Konzertarena. Dazu gabs für die vielen Träger von MP3-Playern auf einer eigens aufgeschalteten UKW-Frequenz Musicspots à discrétion direkt in den Knopf im Ohr.

Das berühmte «Runner’s High»

Ob Spitzenathlet oder Hobby- jogger – die Ausdauersportler durchlaufen das Ziel meistens in einem euphorischen Gemütszustand, dem berühmten «Runner’s High» eben. Stolz und glücklich über die erbrachte Leistung sind die Strapazen und Schmerzen von unterwegs vorübergehend vergessen, zurück bleibt eine grosse Zufriedenheit. Allen Grund dazu hatte der Tagessieger Heiner Blattmann aus Winterthur. Der 36-Jährige trabte bis Kilometer 25 in einer Dreiergruppe, die sich an der Spitze mit dem Halten des grossen Vorsprungs auf das Hauptfeld beschränkte.

Das war dem Marathon-Routinier dann doch zu langweilig. Ohne ans Limit zu gehen, steigerte der nachmalige Sieger sukzessive die Kadenz und lief ungefährdet mit über neun Minuten Vorsprung auf Pascal Enggist aus Riehen als Erster auf dem Marktplatz ein. «Jetzt kenne ich endlich die Basler Altstadt», sagte er. Begeisterung herrschte auch bei der Frauensiegerin Ingrid Mutter-Wilhelm aus Weil am Rhein: «Eine Stadtbesichtigung im Dauerlauf, dazu musikalische Beschallung – was will man noch mehr.» Die 40-jährige Köchin gewann in 3:16,38 mit über 14 Minuten Vorsprung auf die Bernerin Gabriele Staedeli.

Knapp 2000 Läuferinnen und Läufer gingen indes als die grosse Masse des Run to the Beat auf den verkürzten Strecken des Halbmarathons, 1/6-Marathons und der Ekiden-Staffel an den Start. Herausragend war dabei der Sieg des Eritreers Ogubit Berhane im Halbmarathon in 1:08,10.