Fussball
Baselbieter Derby: Der Schweizer Cup macht aus Freunde Gegner.

Im Cupspiel zwischen Pratteln und den Black Stars stehen sich mit Fatih Dogan und Kendim Mehmeti zwei Arbeitskollegen gegenüber. Beide freuen sich auf die Begegnung, wo es zwischen den beiden auch mal ruppiger zu und her gehen kann.

Alan Heckel
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Treffen sich heute für einmal als Gegner: Kendim Mehmeti (l.) und FatihDogan (r.).

Treffen sich heute für einmal als Gegner: Kendim Mehmeti (l.) und FatihDogan (r.).

Alan Heckel

Ganz aufgegeben hat Fatih Dogan seine Profikarriere nicht, aber er hat sie temporär auf Eis gelegt. Seit November letzten Jahres arbeitet Dogan Vollzeit als Operator im Novartis-Werk in Stein. «Ein guter Job bei einem attraktiven Arbeitgeber», erklärt der 24-jährige Rheinfelder, der vor zwei Saisons noch im Dress von Göztepe Izmir vor 40’000 Zuschauern im türkischen Cup gegen Meister Fenerbahçe und Stars wie Dirk Kuyt oder Raul Meireles gespielt hat.

Lehre vor Profikarriere

Kendim Mehmeti war hingegen nie Fussballprofi. Als 15-Jähriger spielte der damalige Concordia-Junior in der Nordwestschweizer Auswahl an der Seite von Yann Sommer und Zdravko Kuzmanovic, doch als er am Scheideweg stand, gab er der Lehre den Vorzug. «Ich bereue es nicht», sagt der 26-jährige Basler, der zurzeit für den FC Pratteln in der 2. Liga regional seine Kickschuhe schnürt.

Ein Stellenwechsel führte den Prozessspezialisten in diesem Frühjahr ebenfalls zur Novartis nach Stein. In der Mittagspause fiel ihm Dogan in der Kantine sofort auf - und umgekehrt. «Wir kannten uns vorher nicht, aber als Fussballer weiss man, gegen wen man schon gespielt hat», sagen beide unisono. Seither essen sie am selben Tisch und reden «zu 90 Prozent über Fussball».

Auf ein attraktiveres Los gehofft

Als Mitte Juni den Prattlern der FC Black Stars (1. Liga) in der 1. Runde des Schweizer Cups zugelost wurde, war Vize-Captain Mehmeti genauso wenig begeistert wie seine Mitspieler, die sich alle mit einem Super_League-Verein messen wollten. Dogan dagegen wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wo er seine Karriere fortsetzen würde. Erst ein paar Wochen später entschied er sich gegen mehrere Angebote aus der Challenge League und unterschrieb für ein Jahr bei den Schwarzen Sternen aus Basel, um weiterhin seinem 100-Prozent-Job nachgehen zu können.

Favoritenrolle klar verteilt

Seither ist das heutige Cupspiel (18 Uhr, Sandgrube) das vorherrschende Gesprächsthema zwischen den beiden. Die Rollen dabei sind klar verteilt. «Wir kommen zu 99 Prozent weiter», behauptet Freistossspezialist Dogan, warnt aber davor, den Gegner nicht zu unterschätzen. «Sonst erleben wir eine böse Überraschung.» Die Prattler hingegen hoffen, dass sie vom Favoriten nicht ganz ernst genommen zu werden. «Je länger es 0:0 steht, umso grösser werden unsere Chancen auf die Überraschung», weiss Defensivstratege Mehmeti.

Direkte Gegner

Die Wege des Spielmachers und des Abräumers werden sich auf dem Platz mehrfach kreuzen. Dass es dabei zur Sache gehen wird, ist beiden klar. «In einem Kampfspiel kommt es auch zu Fouls», erklärt Kendim Mehmeti und hofft, dass die Prattler diese möglichst weit vom eigenen Tor begehen. «Die Black Stars haben sehr gute Standardschützen, allen vor an Fatih.» Dieser hofft natürlich, die Partie durch einen stehenden Ball zu entscheiden, versichert aber: «Egal was in diesem Match passiert, wir beide bleiben gute Kollegen.»