Vor drei Jahren hatten sich nur vier Baselbieter fürs «Eidgenössische» in Frauenfeld qualifiziert. In der Emmental-Arena zu Burgdorf stiegen am letzten Wochenende elf Vertreter aus dem Halbkanton ins Sägemehl. Mit dieser quantitativen Steigerung wollten sie sich nicht begnügen. Der neue Kantonalpräsident Urs Lanz betont: «Wenn sich ein Schwinger in der Nordwestschweizer Bestenliste unter den Top Ten befindet, will er am ‹Eidgenössischen› den Kranz erobern.» Die Baselbieter hatten mit Cédric Huber (Nummer 5), Andreas Henzer (7) und Michael Gschwind (9) drei heisse Eisen im Feuer. Doch die erhofften zwei «Neueidgenossen» blieben aus. Henzer und Gschwind scheiterten schon im siebten Gang. Cédric Huber bot sich die Chance, im achten Gang mit einem Plattwurf über Ivo Laimbacher die höchste Schwingerauszeichnung zu ergattern. Doch der Schwyzer «Eidgenosse» fackelte nicht lange und bettete den Prattler im ersten Zusammengreifen auf den Rücken. Dabei fehlte Huber auch die Gunst des Kampfrichters, denn das Resultat kam hart am Sägemehlrand zustande.

Ziel verfehlt

Lanz gesteht, dass die elfköpfige Baselbieter Delegation ihr ehrgeiziges Ziel verfehlt habe, relativiert aber: «Als Verband haben wir uns in der Breite enorm verbessert und blicken auf ein starkes Jahr 2013 zurück». Die elf Plätze in der 29-köpfigen Nordwestschweizer Delegation in Burgdorf bestätigen diese Aussage. Noch nie war der Basellandschaftliche Schwingerverband an einem «Eidgenössischen» so zahlreich vertreten.

Beim Saisonhöhepunkt überraschte aus Baselbieter Sicht Christian Brand. Der 21-jährige Metzerler qualifizierte sich überraschend für den Kranzausstich, absolvierte also alle acht Gänge. Nur halbwegs zufrieden sein konnte Roger Erb, der ebenfalls in der Solothurner Gemeinde Metzerlen wohnhaft ist, aber wie Brand für den Schwingklub Oberwil kämpft. Erb hatte sich im Frühling den Ellbogen ausgerenkt, was seinen Aufbau wesentlich störte. So musste er sich in Burgdorf mit sechs Gängen begnügen.

Henzer als Routinier

Als zu hohe Hürde erwies sich der Ausstich für Marc Stoffel, Michael Henzer, Remo Kocher, Matthias Graber, Christophe Löw und Patrick Waldner, die am Sonntag alle nur noch als Zuschauer in der Emmental-Arena weilten.

Andreas Henzer führt die Baselbieter Routiniers mit 34 Jahren an. Obwohl er sich den nächstjährigen Kilchberger Schwinget zum Ziel gesetzt hat, ist eher davon auszugehen, dass er beim nächsten «Eidgenössischen» 2016 in Estavayer-le-Lac nicht mehr in die Zwilchhosen steigt. Dasselbe gilt für Michael Henzer (32), Matthias Graber (33) und Christoph Löw (34). Hingegen dürfte Marc Stoffel (31) nach seinem langen berufsbedingten Unterbruch die Karriere wohl noch drei Jahre fortsetzen.

Offene Fragen

Noch nicht entschieden haben sich die beiden je 29 Jahre alten Cédric Huber und Michael Gschwind. Sie wollen sich zuerst einmal für ein paar Wochen von der zu Ende gegangenen Sägemehlsaison erholen und dann weiter schauen.

Zu vorsichtigem Optimismus Anlass geben im Baselbieter Verband die jungen Schwinger zwischen 20 und 22 Jahren. Erb, Waldner und Kocher sammelten in Burgdorf wertvolle Erfahrungen, Joel Bernardi verfehlte einen Einsatz als zweiter Ersatzmann im Nordwestschweizer Kader knapp. Urs Lanz nennt als weiteren Hoffnungsträger Manuel Hasler, der in dieser Saison seinen ersten Kranzgewinn nur knapp verfehlte, aber mit einigen Exploits auf sich aufmerksam machte. Der Verbandspräsident steckt folgendes Ziel ab: «Wenn wir am nächsten eidgenössischen Fest mit sieben Schwingern dabei sind, ist dies für uns immer noch ein Erfolg.» Damit eine solche Delegation über 2016 hinaus angestrebt werden kann, ist für Lanz die Basisarbeit in den sieben Klubs wichtig. «Wir haben Ideen für die Zukunft, wie wir den Nachwuchs bei der Stange halten wollen.»