Nur 48 Stunden nach dem Auswärtssieg in Boncourt (82:66) gelang dem Birstaler Kombinat damit ein Husarenstück, das für die Anhängerschaft einem verfrühten Weihnachtsgeschenk gleichkam. Union Neuenburg ist aktueller Cupsieger, Zweiter in der Meisterschaft und – bis gestern Nachmittag – die einzige Mannschaft, die die Übermannschaft aus Lugano bislang geschlagen hatte.

Verletzung von Cukinas

Der Auftakt indessen schien zu bestätigen, dass die Neuenburger für den Gastgeber mindestens eine Nummer zu gross waren. Natürlich begannen die Starwings mit den obligaten Ballverlusten, sodass die Westschweizer nach drei Minuten mit 7:0 führte. Und das nächste Malheur für die Equipe, die von Teammanager Viktor Mettler betreut wurde, passierte in der 7. Minute. Povilas Cukinas, der 210 Zentimeter grosse Center, erlitt eine Rückenverletzung (Beckenverschiebung) und konnte nicht mehr eingesetzt werde. Damit fehlte den «Wings» der Center, sodass die körperliche Inferiorität noch ausgeprägter wurde. Aber die Unterbaselbieter bewiesen ein riesiges Kämpferherz. Bis zum ersten Viertel hatte der Aussenseiter fast den Gleichstand erzielt und als es in die Pause ging, führte – zum Erstaunen aller – der Gastgeber mit drei Zählern.

In den zweiten 20 Minuten verkam die unterhaltsame und spannende Partie zu einem wahren Krimi. Das Deutschschweizer Aushängeschild hätte «den Sack zumachen können», doch Ballverluste in den dümmsten Momenten und eine miserable Wurfquote von Arunas Vasiliauskas (drei von 14…) führten dazu, dass Union den letzten Ball für den Sieg hatte. Doch die Romands, die mit ihren vier afrikanischen Spielern und zwei US-Profis ein veritables Star-Ensemble stellen, konnten die siegbringenden Korb nicht erzielen.

Noch zwei Zähler hinter Playoffs

Die Verlängerung begann für die Starwings optimal. Angefeuert vom euphorisierten Publikum, gingen die Gelb-Blauen mit 73:68 in Führung. Zwar wurde es nochmals spannend, als die Gäste bis auf drei Zähler herankamen, doch Uzas und Petkovic sorgte für den Sieg. Damit gehen die Starwings mit zwölf Punkten in die Weihnachtspause – nur noch zwei Zähler hinter einem Playoff-Rang. Nach einer turbulenten Woche haben die Starwings mit zwei Siegen innert 44 Stunden ein ganz starkes Zeichen gesetzt. Und die Playoffs müssen, bei Vollbestand und weniger Ballverlusten, nicht Utopie bleiben, sondern zur Realität werden.