Die Wetterprognosen versprechen für morgen Sonntag ganztags viel Sonne, blauer Himmel und hochsommerliche Temperaturen. Beste Voraussetzungen, damit eine der Schwing-Saisonhöhepunkt im Kanton Basel-Landschaft in bester Erinnerung bleiben wird. Denn das Teilnehmerfeld (es werden über 140 Aktive erwartet) ist hochkarätig besetzt und die Organisatoren, der Bezirks-Schwingklub Waldenburg und der FC Oberdorf, können mit Joël Wicki einen Mann präsentieren, der am letzten Sonntag das prestigeträchtige Bergschwinget auf dem Stoos gewonnen hat.

Zweimal Laimbacher gebodigt

Wicki ist 21 Jahre alt, wohnt in Sörenberg und verblüffte beim ersten Bergkranzfest der Saison mit einem brillanten Auftritt. Und sechs platten Siegen – darunter gleich zwei Erfolge gegen Philipp Laimbacher, einem der «Bösesten» des Landes. Und nicht wenige Kenner sind der Ansicht, dass Wicki, der im letzten Jahr wegen einer schweren Verletzung nicht am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Estavayer-le-Lac teilnehmen konnte, in dieser Form ein Anwärter auf den Schlussgang, und den finalen Erfolg, ist.

Doch der Kreis der Favoriten geht weit über Wicki hinaus. Da ist Bruno Gisler (34) zu nennen. Gisler, der für den Schwingklub Solothurn und Umgebung kämpft, gewann vor zwei Wochen in Niederbipp seinen 120. Kranz. Gisler nahm bereits im Jahre 2001 erstmals an einem «Eidgenössischen» (in Nyon) teil, ist dreifacher Kranzgewinner an Eidgenössischen und wird garantiert um den Tagessieg mitreden. Aus Baselbieter Sicht ist man auf das Abschneiden des «Youngstars» Yanic Voggensperger gespannt. Der 19-jährige Binninger, mit dem Gardemass von 195 cm und 110 kg ausgestattet, wird zum Auftakt gleich mit Wicki greifen. Ein erster von vielen Höhepunkten. Der Unterbaselbieter, der 25 Jungschwinget gewonnen hat, gilt als eine der grössten Hoffnungen.

Brisante Paarungen im 1. Gang

Doch auch Roger Erb aus Metzerlen, der für den Schwingklub Oberwil kämpft, ist ein Mann, der nur schwer zu bezwingen ist. Der Leimentaler gewann vor einer Woche auf dem Stoos einen Kranz – und siegte notabene im Vorjahr beim Baselbieter Kantonalschwingfest in Lausen, als er im Schlussgang den Favoriten Bruno Gisler mit einem blitzschnellen Fussstich platt ins Sägemehl bettete.

Und aus dem Kanton Basel-Stadt ist auch Henry Thönen (der einzige Aktivschwinger im Stadtgebiet) am Start – auch er ist jederzeit für einen Kranzgewinn gut. Erb greift im 1. Gang mit dem Eidgenossen Erich Fankhauser (Entlebuch), während Klubkollege Heiner Brand auf Fankhausers Bruder Marco trifft. Überhaupt hat das Schiedsgericht mit den Einteilungen für den Auftakt für viel Brisanz gesorgt. Die Topfavoriten sind von Anfang an gefordert.

Oberdorf ist nach 1917, 1939, 1959, 1967, 1987 und 1999 bereits zum 7. Mal Austragungsort des Basellandschaftlichen Kantonalschwingfestes. Gäste sind diesmal Spitzenschwinger aus dem Berner und Innerschweizerischen Teilverband im Waldenburgertal. Das Schwingfest findet bei der Primarschule, im Zentrum von Oberdorf, statt.

Der Veranstalter, der am Samstag ab 18.30 Uhr mit einem volkstümlichen Rahmenprogramm (unter anderem Örgelimusik von der Seilhüslifluhe Langenbruck) und Barbetrieb aufwartet, erwartet am Sonntag gut 2000 Festbesucher. Geschwungen wird auf vier Sägemehlringen um drei Lebendpreise – der Hauptpreis ist das Muni «Buvio» sowie die beiden Rinder «Binia» und «Washington».