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Basels Darko Jevtic: Der erste Schweizer in Polens Ekstraklasa

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Der Basler Mittelfeldspieler Darko Jevtic spielt als erster Schweizer überhaupt in der polnischen Ekstraklasa. Der FC Basel hat das 21-jährige Eigengewächs auf diese Saison hin an Lech Posen ausgeliehen. Zuletzt spielte er in Österreich.

Darko Jevtic ist enttäuscht. Zwar hat er in seinem letzten Spiel für die Schweizer U21-Auswahl gegen Lettland (7:1) zwei Penaltytore erzielt, mehr als persönliche Erfolgserlebnisse waren das aber nicht. Die Qualifikation für die U21-Europameisterschaft 2015 in Tschechien hatte das Team von Trainer Pierluigi Tami bereits vor zehn Tagen mit der 0:2-Niederlage in der Ukraine verpasst.

«Das ist sehr schade. Gerade weil in den Spielen gegen Kroatien und die Ukraine (Gruppensieger und -zweiter, Anm. d. Red.) mehr drin gelegen wäre. Das waren unglückliche Niederlagen», sagt Jevtic bilanzierend. Gerne hätte er zum Abschluss seiner Zeit in der U21 um den Europameistertitel gespielt. «Es war eine schöne Zeit mit dieser tollen Mannschaft.»

Ungewöhnliche Karriere

In der U21 ist Jevtic einer von vielen Schweizern im Kadern – logischerweise. Bei seinem Klub Lech Posen hingegen ist er der Einzige. Der gebürtige Basler ist in diesem Sommer als erster Schweizer überhaupt in die polnische Ekstraklasa gewechselt – und das trotz Angeboten aus der Super League. Ein weiterer Schritt in einer ungewöhnlichen Karriere: Nachdem er in der Saison 2012/13 zu seinen bisher einzigen zwei Einsätzen in der Super League gekommen war, hatte ihn der FC Basel für die vergangene Saison an Wacker Innsbruck ausgeliehen. Während seiner insgesamt 20 Einsätze erzielte er in Österreich drei Tore. «Alles in allem spielte ich eine gute Zeit. Vor allem gegen Ende Saison lief es gut», sagt der 21-Jährige.

Sie wollten ihn unbedingt

Dann kam im Frühling das Interesse von Lech Posen. Als sich Jevtic über die polnische Liga informierte, «habe ich einen guten Eindruck erhalten. Kommt hinzu, dass mir die Verantwortlichen von Lech Posen zu verstehen gaben, dass sie mich unbedingt wollen.» Gereizt hat ihn zusätzlich auch die Aussicht auf Spiele in der Europa-League-Qualifikation.

Mittlerweile ist Jevtic in Polen angekommen. Er ist bisher in jedem Pflichtspiel seines neuen Klubs zum Einsatz gekommen – musste aber auch hier Tiefschläge einstecken: In der EL-Quali ist Lech Posen in der zweiten Runde gescheitert und der Saisonstart in der Meisterschaft verlief durchzogen. Jevtic sieht es aber positiv: «Ich stehe auf der 8er-Position als Ballverteiler im Einsatz. Man überlässt mir hier viel Verantwortung, das macht mich stolz», so Jevtic. Der Sohn serbischer Eltern dankt es mit viel Einsatz bei der Integration. «Derzeit lerne ich polnisch. Ich will mich hier möglichst schnell anpassen.»

Bald zurück nach Basel?

Angst, dass man ihn in der Schweiz vergessen könnte, weil er im polnischen Exil spielt, hat Jevtic nicht. Der FC Basel, bei dem der 21-Jährige noch bis im Juni 2015 unter Vertrag steht, könnte ihn bereits im kommenden Januar zurückholen. Doch darüber macht sich Jevtic keine Gedanken: «Ich fokussiere mich ganz auf Lech Posen. Für mich zählt der Moment. Was danach kommt, werden wir sehen.» Und wer weiss, vielleicht wird dereinst auch der neue Nationaltrainer Vladimir Petkovic auf den ersten Schweizer Polen-Söldner überhaupt aufmerksam.

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