Eishockey
Basels Powerplay so schlecht wie das Boxplay

Zwei Shorthander kassiert, aber selber kein Tor im Powerplay geschossen, trotz insgesamt 22 Minuten Überzahl. Basel verliert in der unteren Masterround der 1. Liga gegen Burgdorf mit 1:6.

Hans Peter Schläfli
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Beim EHC Basel lief nicht viel zusammen.

Beim EHC Basel lief nicht viel zusammen.

Marcel Bieri

Nachdem Wiki-Münsingen sein Spiel gegen Belp bereits gewonnen hatte, wollten der EHC Basel/KLH gegen Burgdorf nachziehen und die Führung in der unteren Masterround behaupten. Das sah zunächst auch ganz gut aus. Die Basler kombinierten gefällig und die Burgdorfer mussten von den ersten 15 Minuten deren 10 in Unterzahl bestreiten, weil sie sich nur noch mit Fouls wehren konnten. Aber die Basler machten nichts, rein gar nichts aus diesem Vorteil.

Als dann auch noch Remo Hunziker mutterseelenallein vor dem Tor der Berner den Puck nicht über die Linie brachte, da begann man sich in der St. Jakob Arena langsam Sorgen zu machen. Burgdorf bot sich durch Patrick Bula sogar eine Riesenchance für einen Shorthander – und das war gegen Ende des ersten Drittels das klare Vorzeichen für das, was noch folgen sollte.

Der EHC Basel spielte durchaus attraktiv, aber eindeutig mit zu wenig Körper hinter der Schaufel. In der 25. Minute war es dann so weit: Burgdorf demontierte die Basler Defensive mit einer tollen Kombination und ging in Führung. Wenig später erhöhten die Berner im Powerplay auf 2:0. Selbst die vier Minuten Überzahl, als René Bruni es mit der Härte übertrieben hatte, nutzte Basel nicht aus. Ganz im Gegenteil: In der 33. Minute gelang den Gästen der erste Shorthander. Wenig später zog auf der anderen Seite Cyrille Scherwey alleine aufs Tor der Berner, konnte aber wieder nicht skoren. Immerhin verkürzte vor der zweiten Pause Freddy Stalder aus unmöglichem Winkel doch auf 1:3.

Aber das war alles, was Basel seinen immerhin 722 zahlenden Zuschauern an diesem Abend zu bieten hatte – wäre da nicht noch die legendäre, riesige Beppi Wurst, die für sich alleine einen Besuch in der St. Jakob Arena wert ist. "Nach dem 1:4 sind wir eingebrochen", erklärte Peter Salmik am Ende die deutliche Niederlage, und auch er sei enttäuscht von der Leistung.

Zwei Tore in nur sechs Minuten Unterzahl zugelassen (bei einer der Basler Strafe sassen auch zwei Berner auf der Bank). Dazu zwei Shorthander kassiert, aber selber kein Tor im Powerplay geschossen, trotz insgesamt 22 Minuten Überzahl. Peter Salmik gab zu, dass das kein Zufall ist. "Wir üben im Training immer das Powerplay, aber heute hat es wieder nicht geklappt. Die Burgdorfer haben ein sehr aggressives Penaltykilling betrieben und sich wie Torhüter in die Schüsse geworfen. So entstanden nach Blockshots die beiden Shorthander." Daran sei nicht der Torhüter Schuld gewesen, in den Wechsel fünf Minuten vor Schluss solle man nicht zu viel hineininterpretieren, sagte Trainer Peter Salmik. "Als das Spiel gelaufen war, wollte ich unserem Elite-Torwart die Gelegenheit geben, etwas Erfahrung zu sammeln."