Von der Ligazugehörigkeit her spielen die Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen, die Basketballer der Starwings und die Handballer des RTV Basel zwei Klassen höher als der EHC Basel-Kleinhüningen. Und dennoch dürfen sich die Basler Eishockeyaner, hinter dem unantastbaren FC Basel, als Nummer 2 der Basler Sportvereine sehen.

117 Interessierte (davon 98 stimmberechtigte Klubmitglieder) kamen zur ordentlichen Generalversammlung in die Lounge der St. Jakob-Arena. Und sie erfuhren von Vereinspräsident Hans Peter Gerber interessante Zahlen. So schloss der Hauptverein die letzte Saison, die erste nach dem Konkurs des vormaligen B-Ligisten, bei Aufwendungen von 540 000 Franken, mit einem Verlust von 2000 Franken ab. Aber eigentlich besteht der EHC Basel KLH aus zwei Klubs, denn da gibt es auch die EHC Basel Young Sharks, die neu EHC Basel Nachwuchs AG heissen. Und alleine für dieses Gebilde sind 710 000 Franken vonnöten.

1,42 Millionen Gesamtbudget

Ernst Hofmänner, eine Institution im Basler Eishockey, stellte den Antrag, das Budget für die Saison 2015/16, das für den Stammklub und den Nachwuchs jeweils Aufwendungen von 710 000 Franken sieht(total also ein Budget von 1,42 Millionen), durch den Vorstand neu zu überarbeiten. Denn die Personal- und Verwaltungskosten steigen um fast 40 Prozent – und bei den Einnahmen stützt man sich vor allem auf grosszügige Geldgeber (Spender) und Supportervereine ab (Club 100, der 1000 Franken bezahlt, Club 1932 sowie die neugegründete Donatorenvereinigung). Die Matcheinnahmen machen mit 40 000 Franken rund sechs Prozent aus.

Ältere Semester werden sich an Ernst Hofmänner erinnern. Das Ehrenmitglied stand 1990 dem «neuen» EHC Basel, der damals den EHC Kleinhüningen «einverleibte», als Präsident vor. Hofmänner hat Erfahrung in Nachlassstundungen, wie er süffisant bei seinen Voten hinzufügte. Sein Antrag wurde mit 37 zu 23 (bei 38 Enthaltungen) abgelehnt. Und Präsident Gerber erklärte unmissverständlich, dass «wir budget-treu bleiben werden». Der neue Vize-Präsident Christian Müller, der auch als vollamtlicher EHC-Geschäftsführer amtet, versicherte, «dass alle Sponsorengelder garantiert sind und weitere namhafte Beträge noch fliessen werden».

Atmosphärische Störungen

Einen Misston gab es, als das letztjährige Vorstandsmitglied Jörg Schaffner (seit 47 Jahren im Verein und zugleich Ehrenmitglied) nach seinem Rücktritt im März 2015 verabschiedet wurde. Der ehemalige Sportchef verweigerte den wunderschönen Geschenkkorb, damit «ich jeden Morgen weiterhin in den Spiegel schauen kann». Es ist ein offenes Geheimnis, dass zwischen dem Liestaler Schaffner und dem Führungsduo Gerber/Müller «atmosphärische Störungen» respektive Dissonanzen herrschten.

Totaler Einsatz garantiert

Dennoch blickt Präsident Gerber optimistisch in die Zukunft. «Wir spielen zwar in einer Amateurliga, doch wir haben professionelle Strukturen. Zudem spielen wir auf einer der teuersten Eisflächen der Schweiz. Wir zahlen der Stadiongenossenschaft jährlich über 200 000 Franken für die Eismiete. Im Bernbiet ist dies nicht der Fall», vergleicht Gerber, der damit auch das hohe Budget erklärt. Gerber versicherte den Anwesenden, dass «Einsatz total garantiert ist». Und er meinte damit nicht nur das Fanionteam, das aus vielen Eigengewächsen besteht.

Nach zwei Stunden schloss Gerber die Versammlung mit den Worten «wir sind wieder ein Verein» ab. Der lange Applaus zeigte, dass die Mehrheit der Anwesenden hinter der Philosophie des Präsidenten steht. Im August will die sportliche Leitung zudem versuchen, Spieler, die den Sprung in ein NLB-Team nicht geschafft zu haben, nach Basel zu locken.