Mit neun Gegnern misst sich der FC Baselauch in der neuen Super-League-Saison. Neun Gegner, für die es neben dem Erreichen des anvisierten Tabellenrangs ein weiteres, grosses Ziel gibt: eines der vier Aufeinandertreffen mit dem FCB zu gewinnen. Ein Sieg gegen den Riesen aus der Schweizer Fussballhauptstadt bringt neben den drei Punkten viel Prestige, Selbstvertrauen und Anerkennung von der Konkurrenz.

Haben von den aktuellen Super-League-Mannschaften das Gefühl des Triumphes über den scheinbar übermächtigen Gegner alle schon einmal erlebt? Fast. Ein Verein wartet weiterhin auf das prickelnde Gefühl eines Ligasieges gegen Rot-Blau – und nimmt heute einen nächsten Anlauf: der FC Vaduz. Von bislang zwölf Spielen gegen den FCB verlor Vaduz deren elf. Im bislang letzten Aufeinandertreffen gelang immerhin der erste Punktgewinn: Am 24. April dieses Jahres lautete das Endresultat 0:0.

Ferienblues: Fehlanzeige

Es gab ihn zwar, einen Sieg des FC Vaduz gegen den FC Basel in einem Pflichtspiel. Im Sommer 2006 trafen die beiden Klubs in der Europa-League-Qualifikation aufeinander: Nach dem 0:1 im Hinspiel in Basel revanchierten sich die Vaduzer im Rückspiel mit einem 2:1. Doch etwas wert war dieser Erfolg in der Endabrechnung nicht: Der Treffer von Zdravko Kuzmanovic zum zwischenzeitlichen 1:1 sicherte Rot-Blau dank der Auswärtstor-Regel das Weiterkommen und verhinderte in extremis eine Blamage.

Schaffen die Liechtensteiner ausgerechnet zehn Jahre danach den ersten Sieg gegen den FCB in der Super League? Wer weiss. Aber: Auf einen FC Basel, der zu Saisonbeginn noch auf Formsuche ist, darf das Team von Trainer Giorgio Contini nicht hoffen. Das 3:0 gegen den FC Sion zum Auftakt war ein erstes, fettes Ausrufezeichen des Titelverteidigers. Keine Anzeichen von Sättigung, Ferienblues oder fehlenden Automatismen. Selbst der Trainer konnte kein Haar in der Suppe finden, Urs Fischer sagt: «Auch nachdem ich mir die Partie in Ruhe nochmals angeschaut habe, musste ich sagen: Das war ein sehr guter Auftritt und nahe an dem, was ich mir vorstelle.» Heute im Vaduzer Rheinpark will Fischer eine Bestätigung: «Ja, die Mannschaft hat die Messlatte zwar hoch gelegt. Aber unter diesem Motto steht für mich die Partie.»

Rückkehr Bjarnasons erwartet

Der zweite Plan von Urs Fischer neben jenem, möglichst viele Punkte einzusammeln, lautet: In der Anfangsphase will er allen Spielern möglichst viel Einsatzminuten ermöglichen. «Es wird eine lange, harte Saison. Wir brauchen jeden Einzelnen. Von daher ist es in unserem Interesse, dass alle so schnell wie möglich in den Rhythmus kommen.» Für einige des (noch) 28-köpfigen Kaders heisst dies: ab in die U21, um dort Spielpraxis zu sammeln.

Trotzdem sind in der heutigen Startaufstellung in Vaduz einige Gesichter zu erwarten, die gegen Sion auf der Bank sassen oder gar nicht im Kader waren: So ist die Rückkehr von Birkir Bjarnason zu erwarten – auch Kevin Bua und Blas Riveros winkt die erstmalige Nomination fürs Matchblatt. Details zur Aufstellung lässt sich FCB-Trainer Urs Fischer wie gewohnt nicht entlocken. Nur so viel sei gesagt: «Alle austauschen werden wir nicht. Wir haben Respekt vor jedem Gegner – besonders vor Vaduz, wo wir eine optimale Leistung brauchen, um zu bestehen.» Und für den Ausbau der Traumbilanz.