Eishockey

Basler Eigengewächs Louis Heinis will mit den Sharks so richtig durchstarten

Louis Heinis, Verteidiger der EHC Basel Sharks, während eines Testspiels in der St. Jakob-Halle.Uwe Zinke

Louis Heinis, Verteidiger der EHC Basel Sharks, während eines Testspiels in der St. Jakob-Halle.Uwe Zinke

Nach überstandenen Verletzungen will Louis Heinis, Verteidiger der EHC Basel Sharks, eine tragende Rolle im Team übernehmen. Der 20-Jährige ist ein Basler Eigengewächs, der mit den Elite-Novizen des SC Bern Schweizermeister wurde.

Sharks-Trainer Dino Stecher nennt ihn «einen dankbaren Arbeiter, einer, der sich gegen Negatives auflehnt und seine Leistung ehrlich einschätzen kann.» Die Rede ist vom 22-jährigen Verteidiger Louis Heinis, einem Basler Eigengewächs mit Berner Vergangenheit. Mit 15 Jahren erhielt er eine Offerte der Elite-Novizen des SC Bern und zog in die Hauptstadt, «um das Hockey-Business zu erlernen.»

Heinis zieht eine positive Bilanz des Berner Experimentes: «Ich hatte eine gute Zeit in Bern, auch wenn es bisweilen sehr hart war.» Er habe sich durchbeissen müssen, weit weg vom schützenden Elternhaus, «es war nicht einfach als Basler unter all den Berner Jungs.» Auch wenn er bei seiner Schlummermutter ein Umfeld vorfand, das ihm die nötige Nestwärme und Unterstützung gab. Heinis setzte sich durch, wurde in der Saison 2008/2009 mit den Berner Elite-Junioren Schweizer Meister und kehrte als 20-Jähriger zu den Sharks zurück.

Verletzungen bremsen Heinis aus

Der grosse Durchbruch ist ihm (noch) nicht gelungen, Verletzungen haben ihn auf dem Weg zu einem weiteren Karriereschritt zurückgeworfen. In seiner ersten Saison erlitt er nach 25 Einsätzen eine schwere Fingerverletzung, die ihn 9 Monate ausser Gefecht setzte. «Ich bin heute froh, dass alles wieder in Ordnung ist und ich den Finger gut bewegen kann. Es gab Komplikationen und ich musste mehrmals operiert werden.»

Auch in der letzten Saison blieb Heinis öfters als ihm lieb war nur die Ersatzbank oder ein Tribünenplatz. Er schlug sich mit lang andauernden Knieproblemen herum, kam nur gerade auf 35 Einsätze. Dies hatte allerdings gereicht, um das Interesse einiger NLA-Klubs zu wecken: Der EHC Biel verpflichtete ihn mit einer B-Lizenz nach dem Saisonende in Basel. Doch in Biel war nach drei Trainings bereits wieder Schluss. «Das Knie machte nicht mit, ich wollte kein Risiko eingehen.»

«Nebenbei»-Job als Erfolgsverhelfer

In der laufenden Meisterschaft sollte alles besser werden. Heinis stimmte in die allgemeine Erwartungshaltung, wonach Basel sich nach vorne orientieren dürfe, ein. Doch es kam – zumindest bis heute – anders: «Ich hätte nicht erwartet, dass wir einen so harzigen Start hinlegen,» sagt er, aber wahrscheinlich gehöre das – wie auch Verletzungen – «zum Business, damit muss man leben» meint der Jungprofi, der ab nächster Woche wieder an zwei Nachmittagen in einem Reisebüro arbeiten wird. Dino Stecher attestiert dem Verteidiger, dass «er ein belebendes, freches Element in seinem Spiel hat, das mir gefällt. Noch mehr beeindruckt mich, wie er sich gegen Widerstände stemmt und Gegendruck gibt.» Vielleicht ist der neue «Nebenbei»-Job genau eines der Mosaiksteinchen, die auch bei Louis Heinis die letzte Blockade im Kopf lösen können.

Jeder schlägt jeden in der NLB

So positiv wie nach dem Sieg in Langnau war die Stimmung bei den Sharks schon lange nicht mehr. «Diese beiden Punkte sind Gold wert, weil wir dafür gekämpft haben und das Glück auf unsere Seite zwingen konnten». In der NLB, in der die einzige wirkliche Konstante die Inkostanz der Teams ist, kann jeder jeden schlagen, «zumindest jetzt noch, in der Startphase der Meisterschaft.» Beispiele dafür gibt es genügend, auch der heutige Gegner La Chaux-de-Fonds, eigentlich ein Team, das man an der Tabellenspitze erwartet, habe schon einige Hänger hinter sich.

«Für uns geht es darum, den Aufwärtstrend zu bestätigen und unser Team zu festigen,» sagt Heinis. Team ist im Übrigen ein Begriff, der ihm sehr am Herzen liegt, selten spricht er von sich, meistens vom Team. Auch wenn er sagt, dass er mit Basel eine möglichst lange und verletzungsfreie Meisterschaft spielen wolle. Alles weitere komme von selbst…

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