Fechten
Basler Fechter kämpfen mit Nebengeräuschen

Max Heinzer und Benjamin Steffen von der Fechtgesellschaft Basel starten an diesem Wochenende beim GP von Bern. Zu reden gab in den letzten Tagen aber vor allem der Abgang von Nationaltrainer Angelo Mazzoni.

Fabio Baranzini
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Benjamin Steffen (rechts) mit einer spektakulären Aktion.

Benjamin Steffen (rechts) mit einer spektakulären Aktion.

Keystone

Der GP von Bern und Max Heinzer, das passt wie die Faust aufs Auge. Drei Mal in Folge hat der 26-Jährige in der Landeshauptstadt gewonnen – etwas, das noch keinem anderen Fechter gelungen ist. Weshalb Heinzer in Bern so stark auftritt, kann er nicht genau erklären. «Es gibt keinen bestimmten Grund. Ich spüre einfach eine besondere Energie, wenn ich vor Heimpublikum auftrete.»

Ob an diesem Wochenende gar der vierte Sieg en suite drin liegt? Darauf angesprochen, dämpft Heinzer die Erwartungen sofort. «Vier Mal hintereinander zu gewinnen ist unrealistisch. Schon mein Rekord von drei Siegen dürfte lange bestehen bleiben, denn Fechten ist eine extrem ausgeglichene Angelegenheit.» Dies unterstreicht auch die Tatsache, dass in Bern gemäss Heinzer zehn bis fünfzehn Athleten von den 64 Teilnehmern um den Sieg mitkämpfen.

Hinzu kommen zwei weitere Faktoren, die nicht unbedingt für einen weiteren Triumph von Heinzer sprechen. Erstmals findet der Wettkampf in der Post Finance Arena statt und nicht mehr in der Sporthalle Wankdorf. «Ich bin mit dem neuen Ort natürlich nicht mehr so vertraut und werde meine Rituale wohl leicht anpassen müssen», so Heinzer. Und dann hat der Abgang von Nationaltrainer Angelo Mazzoni – er wird nach der WM im August die Russen betreuen – für einige Unruhe gesorgt. Statt einer normalen Vorbereitung auf den GP von Bern standen für die Schweizer Fechter verschiedene Gespräche mit dem Verband bezüglich der Nachfolgeregelung an.

«Das war natürlich nicht gerade die Vorbereitung, die ich gebraucht habe. Sportlich betrifft mich der Abgang von Mazzoni aber nicht ganz so stark wie andere Athleten, denn ich arbeite hauptsächlich mit Gianni Muzio zusammen und er wird weiterhin bei uns bleiben», so Heinzer.

Benjamin Steffen ist von Mazzonis Wechsel stärker betroffen. Denn der 32-Jährige arbeitet intensiv mit dem Italiener zusammen. «Sein Abgang kam für uns alle sehr überraschend und der Zeitpunkt ist ziemlich ungünstig so kurz vor dem Beginn der Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele», sagt Steffen. Da die Saison in vollem Gange ist und nur wenige Tage nach dem Turnier in Paris, wo das Schweizer Team den Sieg geholt hatte, mit dem GP von Bern bereit der nächste Höhepunkt ansteht, blieb Steffen kaum Zeit, um über allfällige Konsequenzen nachzudenken. «Ich werde versuchen, noch so viel wie möglich von Mazzoni zu profitieren», so der Basler.

Für seinen Auftritt in Bern hat sich Benjamin Steffen einiges vorgenommen. Einen Platz in den Top 8 solls mindestens werden, wenn möglich gar ein Podestplatz. Es wäre der erste seit rund vier Jahren. «Ich bin topmotiviert und will dem Publikum etwas zeigen. Vielleicht hilft es mir, dass der Wettkampf neu in der Post Finance Arena stattfindet. In der Wankdorfhalle hatte ich mich nie ganz wohl gefühlt.»