Leichtathletik
Basler Sprinter Alex Wilson besucht die Spitzensportler-RS in Lyss

Im Sommer noch die olympische Tartanbahn und jetzt im Winter Matsch und Schlamm in Lyss. Das ist die Situation des Old Boys-Sprinters Alex Wilson. Seit vier Wochen ist der gebürtige Jamaikaner im bernischen Lyss in der Spitzensportler-Rekrutenschule.

Philippe Feller
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Alex Wilson in der RS für die Spitzensportler.

Alex Wilson in der RS für die Spitzensportler.

Zur Verfügung gestellt

Im Moment steht die obligatorische Grundausbildung an, die jeden neuen Rekruten erwartet, wenn er in den Dienst der Nation tritt. Insgesamt müssen die Athleten 18Wochen Dienst leisten. Dies jedoch mit einem gelockerten Tagesablauf, denn der Nachmittag ist jeweils für Trainings reserviert. «Meistens werden wir um 14Uhr nach Magglingen gebracht, um zu trainieren.» Dennoch ist es kein «Plausch» für den Halbfinalisten der diesjährigen Olympischen Spiele. «Es ist sehr anstrengend, die Tage sind lang und man hat nie Zeit für sich.»

Auf die Frage, wie es ihm bisher gefalle, antwortet Wilson: «Muss ich darauf wirklich eine Antwort geben?» Trotzdem will der 22-Jährige die RS durchziehen: «Es sind ja nur noch ein paar Wochen, das überstehe ich und wir haben es innerhalb der Gruppe gut. Es herrscht eine gute Stimmung.» In derselben RS wie Wilson ist auch Loris Benito. Der FC-Zürich-Profi kennt einen der Gründe, warum eine gute Stimmung herrscht: «Alex ist ein witziger Typ, er ist der Gute-Laune-Bär, ein richtiger Spassmacher.»

Unabsichtlich lustig

Wie er das genau meint, ist nicht ganz klar. Denn Wilson fällt immer wieder unabsichtlich lustig auf. Während seine Kollegen Schiessübungen absolvieren, betätigt er sich lieber an seinem Smartphone, spielt daran rum oder schreibt ein SMS. Wenn er selbst an einer Schiessübung ist, fällt es ihm schwer, sich nach den abgegebenen Schüssen auf den beiden Beinen zu halten oder er ist ständig auf Kriegsfuss mit seinem Gewehr und weiss nicht so recht wohin damit.

Doch Wilson ist sich durchaus bewusst, dass es in der RS auch anders zu- und hergehen kann: «Wir haben schon Glück. Wir absolvieren hier beinahe eine Luxus-RS.»

Ein starker Jahrgang

Deutlich mehr Spass bereitet ihm schon das Training am Nachmittag. In der aktuellen Phase, Wilson bestreitet erst im kommenden Mai seine nächsten Rennen, legt der 200-Meter-Spezialist Wert auf seine Basisfitness. Auch Christian Oberle und Lucio Di Tizio, seine etatmässigen Trainer von den Old Boys und dem LC Zürich, besuchen Wilson zwei- bis dreimal in der Woche in Magglingen. Zudem sucht er regelmässig einen Physiotherapeuten auf. Wilson will fit sein, wenn es in der kommenden Saison um die Vergabe der U23-EMMedaillen und WM-Medaillen geht.

Kurt Henauer vom Bundesamt für Sport ist sehr zufrieden mit dem diesjährigen Jahrgang: «Das ist einer der Besten, den wir je hatten. Wir haben so viele Top-Athleten wie schon lange nicht mehr.» Neben Wilson und Benito besuchen derzeit auch Amir Abrashi, Toko (beide GC), Matteo Tosetti (FC Wohlen) und Kilian Wenger (Schwingerkönig) die RS in Lyss.