Wasserball
Basler Wasserballerinnen wollen Schritt für Schritt wieder an die Spitze

Der Wassersportverein Basel hat mit einem Trainerwechsel bei den NLA-Frauen einen Neuaufbau mit Perspektiven vollzogen. Mit dem neuen Trainer Robert Jobst. soll die lange Durststrecke des achtfachen Schweizer Meisters nun enden.

Georges Küng
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Trainer Robert Jobst gibt am Spiel gegen Genf den Spielerinnen Anweisungen.Uwe Zinke

Trainer Robert Jobst gibt am Spiel gegen Genf den Spielerinnen Anweisungen.Uwe Zinke

Die WSV-Wasserballerinnen waren in den bis im Jahre 2005 das Mass aller Dinge, wurden achtmal Schweizer Meister, spielten im Europacup mit und lieferten sich mit Horgen und Zürich legendäre Duelle um Tore, Punkte und Titel.

In den letzten Jahren ist es ruhiger um den Basler Frauen-Wasserball geworden. Vorbei die Zeiten der Prattler Zwillingsschwestern Caroline und Ines Camprubì, die Tore im Dutzend erzielten und zusammen mit der unvergesslichen Dänin Karina «Dynamite» Dyresberg Titel hamsterten. Vergangenheit die Jahre, wo kanadische, später auch slowakische Importspielerinnen für den Europapokal verpflichtet wurden.

Neuer Trainer - Neues Glück

Erfolgstrainer Michel Grasso, der praktisch im Alleingang die Frauensektion gründete, hat sich vom Fanionteam zurückgezogen. Er ist dem WSV als Spartenleiter Wasserball aber erhalten geblieben. Die Umstrukturierung führte dazu, dass im Jahre 2011 der WSV Basel nicht am nationalen Championat teilnahm. Seit Januar 2012 spielen die Wasserballerinnen wieder in der neun Teams umfassenden Nationalliga A mit – und dies bereits mit beachtlichem Erfolg.

Trainiert wird das Team vom 55-jährigen Robert Jobst. Der Deutsche mit Wohnsitz Lörrach «ist ein Glücksfall für uns. Eine absolute Kapazität und integre Persönlichkeit», so Grasso. Auch Assistenztrainer Christian Roth, schwärmt vom früheren deutschen Nationalspieler und mehrfachen Meister. «Robert Jobst hat ein unglaubliches Wissen und kann es den jungen Spielerinnen vermitteln, die es Schritt für Schritt auch umsetzen», so Roth.

Klarer Sieg gegen Genf

Am letzten Wochenende konnte man sich von den Fortschritten überzeugen. Im Hallenbad St. Jakob ging die Partie gegen Winterthur zwar mit 13:15 verloren, doch tags darauf wurde Genf klar und überzeugend mit 22:8 geschlagen. Dabei standen den WSV-Wasserballerinnen mit Torhüterin Alexandra Bienz sowie Topskorerin Paola De Feo die beiden Routiniers und Leistungsträgerinnen nicht zur Verfügung. «Das Gros der Spielerinnen rekrutieren wir aus dem Schwimmsport», erklärt Roth.

Momentan zählt der WSV Basel 17 lizenzierte Aktive und ist damit – neben dem Traditionsklub SC Horgen – einer der grössten Wasserball-Vereine der Schweiz. Und dürfte Ende Saison, hinter Frosch Ägeri und Horgen, mit Winterthur um Rang 3 in der Meisterschaft kämpfen.

Waren es einst Ausnahmekönnerinnen, welche für Triumphe sorgten, so steht heute das Kollektiv im Vordergrund. Szenenkenner sind sich einig, dass der WSV Basel noch viel Steigerungspotenzial hat.

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