Es war der 6. Dezember 2014, als der FC Luzern zuhause gegen den FC Basel mit 0:3 einging. Alex Frei (35), Sportchef der Innerschweizer, verkündete – im gegenseitigen Einvernehmen – seinen Rücktritt als Sportchef. Die Funktionärskarriere des Biel-Benkemers schien vorerst gestoppt.

Anders sieht es freilich auf dem Spielfeld aus: Alex Frei spielt seit dem Sommer 2014 für die Senioren des FC Biel-Benken, welche in der Promotionsklasse mit 25:2-Punkten und dem Torverhältnis von 45:13 die Gruppe 2 (fast) uneinholbar anführen.

Am Ende der Saison wird die Equipe wohl in die Eliteklasse der Senioren (Meisterklasse) aufsteigen. Der frühere Internationale sowie FCB-Titel- und Torgarant hat gefühlte 25 Treffer erzielt und ist mit Benjamin Huggel das Aushängeschild der FCBB-Senioren.

Der Berater Frei

Doch jetzt hat Alex Frei eine neue Aufgabe übernommen. Beim regionalen Zweitligisten AS Timau, der momentan einen Abstiegsplatz belegt, wird der Leimentaler auf die Rückrunde hin den Cheftrainer Giuseppe Sciortino (37) sekundieren. Zusammen mit Sebastiano Nigro (37), einem früheren Weggefährten von Alex Frei zu FCB-Junioren-Zeiten, wird der Baselbieter als Berater amten. Denn obwohl der Ex-Internationale die ersten Trainerkurse mit Erfolg absolviert hat, darf er offiziell keinen Zweitligisten trainieren.

«Es würde sicher eine Ausnahme geben, aber die Rollen sind klar. Ich bin der Trainer, Nino Nigro ist mein Assistent und Alex ist Berater», sagt Sciortino. Und der gebürtige Italiener, einst ein Goalgetter der Extraklasse in der 2. Liga (Black Stars, Nordstern, Old Boys) und 1. Liga (Laufen), erwähnt, dass «Alex Frei dies freiwillig und ohne jegliche Entschädigung macht.»

«Es ist ein Freundschaftsdienst und zeigt seine Verbundenheit zu uns und dem regionalen Fussball». Zu erwähnen ist, dass Alex Frei der Trauzeuge von Sebastiano Nigro war. Und auch ein gewisser Murat Yakin hat seine Spiellizenz bei der AS Timau und wäre für die Senioren oder Veteranen spielberechtigt.

Die Leidenschaft für den Fussball

«Über das Fachwissen von Alex Frei und seine Leidenschaft für den Fussball müssen wir nicht diskutieren. Egal auf welcher Ebene – Alex war, ist und wird immer ein Fussballverrückter, im positiven Sinne, bleiben», fährt Sciortino fort. Dass die Italo-Basler, in deren Reihen einige Akteure stehen, die früher in höheren Ligen gespielt haben, motiviert in die Rückrunde gehen, darf vorausgesetzt werden.

Denn die AS Timau, die 1965 von italienischen Immigranten aus dem Friaul gegründet wurde, feiert in diesem Sommer ihr 50-jähriges Bestehen. Und wird am Auffahrtstag im Stadion Rankhof in Kleinbasel den Basler Cupfinal organisieren. Gut möglich, dass Alex Frei dann als Helfer im Einsatz stehen wird.

Vorerst will er aber die Senioren des FC Biel-Benken in die höchste Klasse schiessen und die AS Timau vor dem Abstieg in die 3. Liga bewahren. Und wer den Ehrgeiz und die Akribie, mit der Alex Frei die Ziele verfolgt, kennt, weiss, dass beides wohl geschehen wird.