Zum fünften Mal steht Beat Naldi heute während eines Cupfinals im Schweizer Frauenfussball an der Seitenlinie. Bei drei der bisherigen vier Anläufe haben seine Frauen den «Kübel» geholt. Erst im vergangenen Jahr stand er bei seiner vierten Teilnahme für einmal auf der Verliererseite – damals bereits als Trainer der Frauenmannschaft des FC Basel.

Gegen FCZ unter die Räder gekommen

«Im vergangenen Jahr sind wir gegen den FC Zürich richtiggehend unter die Räder gekommen (Anm. d. Red, 0:5 gegen Zürich)», sagt Naldi. Dieses Jahr sieht er aber eine andere Ausgangslage: Die Krienserinnen haben wie auch die Baslerinnen noch eine junge Tradition im Frauenfussball. Einen klaren Favoriten auf den Sieg sieht er nicht. «Ich bin mir sicher, dass das ein spannendes Spiel mit völlig offenem Ausgang wird.» Und als ob ein Cupfinal nicht schon an sich besonders genug wäre, machen die Umstände das heutige Spiel gegen Kriens für den 66-Jährigen noch spezieller: Es wird sein letztes Spiel als Trainer der Baslerinnen sein. «Ich wäre gerne beim FCB geblieben, aber die Klubleitung hat sich gegen mich entschieden», sagt Naldi.

Versöhnlicher Abschluss

Er habe seit dem Entscheid gegen seine Person beim FCB einige Kontakte gehabt, möchte sich dazu aber nicht gross äussern. Etwas ist für ihn aber klar: «Für meine wohl letzte Station kommt nur ein Engagement im Spitzenfrauenfussball infrage.» Doch vorerst gilt seine volle Konzentration dem heutigen Highlight. «Für mich persönlich wäre der Cupsieg natürlich ein schöner und versöhnlicher Abschluss beim FCB», sagt er. In erster Linie wünscht sich Naldi aber den Titel für das Team und nicht für sich, wie er betont. «Die Mannschaft ist während der Saison gewachsen und hätte sich diesen Titel verdient.»

Rolser: «Potenzial spricht für Basel»

Genau anders herum klingt es im Team: «Wir wollen Beat den Cupsieg unbedingt zum Abschied schenken», sagt FCB-Mittelfeldakteurin Nadine Rolser. «Wir glauben auf jeden Fall an den Cupsieg», sagt sie. Dass man im letzten Ligaspiel gegen denselben Gegner nach zuvor zwei Niederlagen ein Unentschieden erreichte, mache dem Team Mut. «Das Potenzial spricht eigentlich für uns», sagt Rolser. Nun müsse man dieses aber auch abrufen.

Fast schon Bundesliga-Niveau

Vor rund einem Jahr wechselte die 24-jährige Deutsche vom Bundesligisten SC Bad Neuenahr nach Basel. Der Wechsel hat sich ergeben, weil Rolser in Basel ihren Masterabschluss in Sportwissenschaften absolviert. «Dass mir das Angebot des FCB so gut gepasst hat, hat schliesslich den Ausschlag für Basel gegeben.» Sie hat sich in Basel gut eingelebt. Und obwohl der Fussball in der Schweiz noch längst nicht so weit ist, wie in Deutschland, sieht sie positive Entwicklungen: «Zürich, Kriens und Basel erreichen annähernd Bundesliga-Niveau.» Das grosse Manko sei hierzulande die fehlende Aufmerksamkeit für den Frauenfussball. Nun hofft sie zumindest für den Cupfinal auf grosse Unterstützung, damit die FCB-Frauen den Cuppokal zum ersten Mal in der Klubgeschichte stemmen können.