Volleyball

Beharrlichkeit zahlt sich für Traktor Basel aus

Jakub Radomski smasht den Ball - hier noch im Trikot von Näfels - am Block vorbei. In Zukunft spielt er für Traktor Basel.

Jakub Radomski smasht den Ball - hier noch im Trikot von Näfels - am Block vorbei. In Zukunft spielt er für Traktor Basel.

Der Angreifer und Topscorer Jakub Radomski ist der Toptransfer von Traktor Basel. Dabei wollte der seine Karriere eigentlich beenden und sich auf seine berufliche Laufbahn konzentrieren.

Alex für Alexander, Tobi für Tobias und Kuba für Jakub? Zunächst wirkt das ein wenig ungewohnt und die Frage stellt sich, wieso der Neuzugang des Herrenvolleyballteams von Traktor Basel von allen Kuba genannt wird. Der aus Polen stammende Spitzenvolleyballer stellt sich am Telefon auch gleich selbst als Kuba vor. Bei der Frage, was ihn dann mit Kuba verbindet, muss er lachen und sagt: «In Polen nennen dich alle Kuba, wenn du Jakub heisst. Das ist ganz normal.»

Die Herkunft des Spitznamens ist schon mal geklärt, aber noch ist unklar, wieso der Zwei-Meter-Riese zu Traktor Basel in die NLA wechselt. Der 32-Jährige wurde in Warschau geboren und wuchs in Polen auf. Bereits mit 19 spielte er dort in der höchsten Liga auf Spitzenniveau. 2016 wagte Radomski dann den Schritt ins Ausland und wechselte in die Schweiz zu Volley Näfels. In dieser Zeit kam er lediglich für die Volleyballsaison, also acht Monate, in die Schweiz. Die übrigen vier Monate des Jahres verbrachte er zuhause in Polen.

2018 wechselte Radomski zum VBC Uni Bern, der damals auch noch in der NLA spielten. Kuba bekam einen Job in der IT-Firma des Ex-VBC-Präsidenten Felix Merz und liess sich fest in Bern nieder. Als sich das NLA-Team aus finanziellen und personellen Gründen vom bevorstehenden Meisterschaftsbetrieb im Herbst 2019 zurückzog, half er in der 1. Liga aus. Bereits damals hätte er nach Basel zu den Traktoren wechseln können. Doch das Angebot lehnte er damals noch mit der Begründung ab, dass er sich lieber auf die berufliche Laufband fokussieren möchte. Zudem unterstütze Kuba das U20-Nachwuchsteam der Berner als Trainer. Eigentlich war nicht geplant, nochmal selber auf NLA-Niveau zu spielen.

Das letzte Jahr hat Kuba Radomski sehr genossen. «Ich hatte fast alle Wochenenden frei und konnte auch spontan nach Hause fliegen», sagt er. Auch hat er die freie Zeit genutzt, die Schweiz in vollen Zügen zu erkunden und zu geniessen. Da standen vor allem Wandern, Snowboarden und Freunde treffen auf dem Plan. «Die viele freie Zeit war sehr speziell für mich. Ich konnte sogar Aareböötle», sagt Kuba. Normalerweise spricht er englisch mit polnischen Akzent. Für das Wort «Aareböötle» wechselt er aber kurz auf Schweizerdeutsch. Keine einfache Sache, mit den Dialekten. Radomski lernte im Kurs Deutsch, doch in der Schweiz würden alle trotzdem anders reden. Doch Kuba ist gewillt, die Sprache zukünftig besser zu lernen.

Der Captain bringt Kuba nach Basel

Der Pole fühlt sich hier richtig wohl und scheint zufrieden mit seiner Situation. Es war deshalb umso überraschender, dass er sich für Traktor Basel und somit wieder für die höchste Profiliga verpflichtete. Traktor verdankt dies vor allem der Beharrlichkeit von Captain Samuel Ehrat. Bereits 2016 standen diese zwei Jahre lang gemeinsam auf dem Feld. In dieser Zeit bei Näfels begann auch eine Freundschaft zwischen den beiden. Auch nachdem sie 2018 getrennte Wege gingen, blieben sie in Kontakt. Sei das durch Onlinespiele oder wenn Ehrat seine Freundin in Bern besucht und nebenbei auch bei Kuba vorbeischaut. Das ewige Nachhaken von Ehrat hat gewirkt, denn so sagt Kuba selber: «Ich wäre nicht nach Basel, wenn Samuel mich nicht überzeugt hätte.»

Ehemaliger Konkurrent und jetzt Coach

Ehrat wusste genau, dass Traktor einen Spieler wie Kuba gebrauchen kann. «Er ist ein erfahrener Spieler, der einem jungen Team helfen kann. Ausserdem ist er ein super Motivator auf dem Feld», erzählt Ehrat. Auch Trainer Daniel Rocamora Blazquez freut sich sehr auf Kuba. Sie kennen sich noch aus Zeiten, wo die beiden gegeneinander auf dem Platz standen. «Am Anfang denkt man, Kuba ist sehr seriös. Aber dann ist er auch sehr lustig und man kann viele Spässe mit ihm machen», sagt der Coach. So sieht das auch Ehrat: «Beim ersten Treffen machte Kuba einen Spruch und ich dachte nur, meint er das jetzt ernst. Aber Kuba ist einfach nur ein sehr lustiger Charakter.»

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