Die Fricker hatten gehofft, dass sie nach ihrem Exploit in der ersten Hauptrunde des Schweizer Cups gegen den NLB-Vertreter TV Birsfelden auf einen ganz grossen Namen treffen könnten. Ein Duell mit einem Team aus der Nationalliga A zum Beispiel oder ein Derby gegen den TV Möhlin. Doch das Los meinte es nicht gut mit den Frickern. Sie treffen am Sonntag, 2. Oktober, auswärts auf das einzig verbliebene Drittligateam im Wettbewerb – den HC Küsnacht.

Auf den ersten Blick eigentlich kein schlechtes Los, denn ein Sieg gegen den Unterklassigen sollte durchaus drinliegen. Doch Trainer Bruno Stadelmann (34) und Routinier Juan Mourino (36) warnen: «Der HC Küsnacht ist ein Team, das mit ehemaligen NLA- und NLB-Spielern gespickt ist. Sie sind extrem erfahren und werden kaum Fehler machen. Das wird ganz schwierig für uns.» Aber wer weiss, vielleicht gelingt den Fricker Handballern erneut eine so starke Leistung wie vor knapp zwei Wochen, als sie gegen Birsfelden gewannen.

Matchwinner Mourino

Als krasser Aussenseiter gestartet, konnte das Team von Bruno Stadelmann damals das Geschehen in der ersten Halbzeit trotz mangelhafter Chancenauswertung mehr oder weniger ausgeglichen gestalten und ging bloss mit zwei Treffern Rückstand in die Kabine. In den zweiten 30 Minuten drehte der TSV Frick dann aber mächtig auf. Angeführt von Juan Mourino, der in der zweiten Halbzeit gleich sieben Treffer bei ebenso vielen Abschlussversuchen erzielte, konnte der Underdog mit 26:24 gewinnen.

«Nachdem mir in der ersten Halbzeit kein Treffer gelang, ist es danach richtig gut gelaufen. Die ganze Mannschaft hat stark gespielt und jeder hat Verantwortung übernommen», sagt Mourino, der seit 12 Jahren für den TSV Frick spielt. «Dennoch darf man den Sieg nicht überbewerten, denn Birsfelden trat längst nicht mit seinem besten Kader an. Aber ein NLB-Team musst du trotzdem zuerst schlagen und auch die Sechszehntelfinals im Cup sind für uns alles andere als alltäglich.»

Bevor der TSV Frick nun am Sonntag in einer Woche die Reise zum Cupspiel nach Küsnacht antreten wird, wartet heute Donnerstagabend der Meisterschaftsauftakt gegen die Vikings Liestal (Sporthalle Ebnet, 20:30 Uhr). Nachdem die Fricker im Vorjahr den Abstieg nicht verhindern konnten, laufen sie nach zwei Jahren wieder in der 2. Liga auf. Der Abstieg führte zu einem Umbruch in der ersten Mannschaft.

Trainer wurde Präsident

Davide Cubito, der sieben Jahre lang als Trainer an der Seitenlinie stand, ist der neue Clubpräsident. Sein Traineramt hat Bruno Stadelmann übernommen, der in den letzten 14 Jahren mehrheitlich beim TSV Frick gespielt hat und das Team daher bestens kennt. «Der Kern der Mannschaft ist auch nach dem Abstieg geblieben, aber wir verfolgen nun das Ziel, dass die jungen Spieler die Verantwortung übernehmen und nicht mehr unsere Routiniers. Gelingt uns das, haben wir die Basis, um längerfristig in der 1. Liga zu spielen», sagt Stadelmann. Und der Aufstieg ist denn auch das Ziel der Fricker – wenn auch nicht um jeden Preis schon in dieser Saison.