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Beinahe wie im Schweizer Cupfinal

Binningen verliert das Derby in der 2. Liga inter gegen Dornach mit 0:2. Drei Verwarnungen, ein umstrittener Platzverweis, ein unnötiger Elfmeter, ein Tor des Monats sowie ein Offside-Treffer sorgten für viel Gesprächsstoff.

Vielleicht wäre die Partie, die trotz aller Rivalität und vieler Zweikämpfe fair verlief, in der 75. Minute neu lanciert worden. Firat Altunkapan drang in den Strafraum ein und wurde gefoult. So sah es zumindest aus. Doch Schiedsrichter Kevin Mühlheim, welcher gut postiert war, entschied nicht auf Foulelfmeter, sondern verwarnte den Binninger Einwechselspieler wegen einer «Schwalbe». Und weil es die zweite Verwarnung war, durfte Altunkapan früher als vorgesehen duschen gehen.

Es ist allerdings zu sagen, dass sich die Proteste der Binninger – im Gegensatz zu jenen der FCB-Spieler in Bern – im Grenzen hielten. Dennoch erinnerte die Szene und deren Folgen an den Cupfinal vom Ostermontag.

Schon vorgängig, in der 64. Minute, hatte der Gastgeber einen Schiedsrichter-Entscheid moniert. Rafael Fonseca hatte eine Hereingabe von Routinier Philippe Becker aus wenigen Metern ins leere Tor eingeköpft – allerdings war Becker aus Offside-Position gestartet, was Ref-Assistent Roger Kowendi längst angezeigt hatte. Und weil im Gegenstoss Binningen-Hüter Armend Jusufi reichlich unmotiviert aus seinem Gehäuse stürmte und einen Elfmeter verursachte, lautete das Skore aus Binninger Sicht unverhofft 0:2.

Ein Tor des Monats für Dornach

Der Erfolg der Gäste geht aber in Ordnung. Sicher, die frühe Führung der Solothurner spielte dem SCD in die Karten. Ardit Osmani hatte aus 20 Metern ansatzlos abgedrückt und der Ball flog unhaltbar ins Hocheck. Ein Tor des Monats! Danach kontrollierte der frühere Erstligist die Partie, liess den Platzherren nur wenig Abschlüsse zu, verpasste es aber, die Führung zu erhöhen.

«Die Niederlage haben wir grösstenteils unseren eigenen Unzulänglichkeiten zu verdanken. Ich denke nicht, dass Dornach überlegen war. Aber sie waren in den entscheidenden Phasen abgeklärter und überlegter», so Thomas Bünter, Sportchef der Binninger. Marcel Hottiger, Trainer des SC Dornach, meinte: «Wir hatten jenes nötige Quäntchen Glück, das uns in der Vorrunde fehlte. Der Sieg ist aber sicher verdient. Mit diesen drei Punkten müssen wir nicht mehr nach hinten blicken, sondern können in den restlichen sechs Partien voll angreifen. Rang 5 ist unser Ziel», so «Cello» Hottiger.

Erste Binninger Heimniederlage

Im zehnten Heimspiel erlitt Neuling Binningen (nach drei Siegen und sechs Punkteteilungen) die erste Heimniederlage. Dass sich der Frust der Leimentaler in Grenzen hielt, hing auch damit zusammen, dass kurz nach Matchende das Resultat von Oerlikon/Polizei gegen Muttenz (1:2) die Runde machte. Damit hat Binningen weiterhin sieben Zähler Vorsprung auf einen Relegationsplatz. «Aber in den restlichen Matches wollen wir noch den einen oder anderen Punkt holen», so Oliver Gehrig, der im Binninger Mittelfeld die Fäden zog. Am besten tut dies Binningen in der nächsten Runde in Zürich, wenn der SCB gegen Oerlikon/Polizei mit einem Erfolg den Ligaerhalt (fast) auch mathematisch bewerkstelligen würde.

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