Super League
Bilanz weiter verbessert: Der FCB gewinnt dank eines Lang-Traumtors gegen Lieblingsgegner Sion mit 1:0

Für die Bebbi stand in der 24. Runde der Super League eine Reise ins Wallis zum vermeindlichen Lieblingsgegner an: In der Meisterschaft verlor der FCB gegen Sion seit 2011 nicht mehr. Diese Bilanz wurde ausgebaut. Dank eines Traumtors von Michael Lang gewann der FCB eine umkämpfte Partie mit 1:0.

Sébastian Lavoyer
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Das letzte Duell der beiden Mannschaften konnte der FCB mit einem 2:1-Sieg für sich entscheiden.
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Das Tourbillon ist gut gefüllt.
Sion-Stürmer Konaté im Zweikampf mit Basels Manuel Akanji.
Die Partie ist von Anfang an heiss.
Vor allem zu Beginn des Spiels gibt es viele Strafraumszenen.
Luca Zuffi (r.) im Zweikampf mit Sions Chadrac Akolo.
Die Basler jubeln über den 1:0-Führungstreffer.
Sion-Goalie Mitryushkin kann dem Ball nur noch hinterherschauen.
FC Basel - FC Sion, 24. Runde, 12.03.2017
Sions Konate hat in der Super League erst fünf Tore geschossen.

Das letzte Duell der beiden Mannschaften konnte der FCB mit einem 2:1-Sieg für sich entscheiden.

Keystone

In einem Punkt waren sich alle einig: Der Rasen im Tourbillon war dem Spitzenkampf nicht würdig. Wie immer nach der Winterpause. Seit Jahren ist es die gleiche Leier: Der Boden gefriert, taut wieder auf, wird tief und tiefer. An gewissen Stellen im Stadion kommt die Sonne kaum hin, direkt vor der Haupttribüne im Süd-Westen zum Beispiel, da gleicht der Platz dann einem mit Sand durchzogenen Acker, die Bälle springen, Pässe werden zur Lotterie.
«Auf diesem Terrain ist es schwierig, Kombinationsfussball zu spielen.

Wir müssen unser Spiel umstellen, vermehrt mit langen Bällen operieren», sagt Sion-Trainer Peter Zeidler nach dem Spiel. Sein Problem ist auch Urs Fischers Problem. Wie Sion spielt auch Basel eigentlich gepflegt hinten raus. Gestern aber entwickelt sich durch das tiefe Gelände eine anfangs rasante Partie mit zahlreichen Torchancen auf beiden Seiten. Den langen Bällen sei Dank, kommen die beiden Abwehrreihen kaum dazu, sich zu organisieren. Auf jeden Angriff folgt ein Konter. Beste Unterhaltung bieten die beiden Teams also trotz – oder sogar wegen – des schlechten Platzes.

Trotzdem steht es 0:0 zur Pause. Denn: Elyounoussi (2.) kommt minim zu spät, um eine Steffen-Flanke sauber aufs Tor zu bringen. Sions Karlen scheitert am starken Vaclik (7.), Lang mit einem Bogenball an der Latte (17.) und Sporar vor allem an sich selbst, als er erst alleine auf Mitryuschkin laufen kann und dann quer spielt, in den Rücken von Elyounoussi (24.). Nachdem das Spiel kurz etwas abflaut, knallt Ndoye den Ball aus 25 Metern knapp nebens Tor (38.) und Bia findet in Vaclik seinen Meister (41.).

Der Rasen ist in ganz üblem Zustand, das Spiel aber bietet beste Unterhaltung. Bis Michael Lang den Ball mit Links ins Kreuz haut. Zuvor lancierte Steffen Linksverteidiger Adama Traoré, der Ivorer legte von der Grundlinie zurück in den Rücken der Sion-Abwehr. Der Ball kommt nicht flach, sondern springend auf Lang, so erinnert sich der Torschütze an die Entstehung seines wohl schönsten Tores.

Bald gibts eine Rasenheizung

Sion ist gebrochen, kämpft zwar noch, aber bringt kaum mehr eine gefährliche Aktion zustande. Das hängt auch mit der starken FCB-Defensive zusammen. Obwohl Urs Fischer die Abwehr im Vergleich zum Vaduz-Spiel auf zwei Positionen umstellt, Akanji für Balanta und Traoré für Gaber bringt, verteidigt der FCB in der zweiten Halbzeit überragend. Auch weil sich Akanji im Verlauf des Spiels deutlich steigert. «Verteidiger sind bei diesen Verhältnissen leicht im Vorteil. Zudem haben wir als Mannschaft die richtige Einstellung gefunden, um auf diesem Platz bestehen zu können», analysiert Fischer.

So gewinnt der FCB einen intensiven Spitzenkampf mit 1:0 und baut seine Serie der Ungeschlagenheit gegen Sion auf nunmehr 23 Meisterschaftspartien aus. Diese will Zeidler brechen. Und falls das nicht klappt, dann will er den scheinbar übermächtigen Gegner wenigstens im Cupfinal in Genf wieder treffen. Dort würde alles für Sion sprechen, ist er überzeugt. Bis dahin hofft er, dass die Platzverhältnisse bald besser werden. Der Frühling und die mit ihm kommenden wärmeren Tage sollen das ihre tun. Und ab Sommer ist sowieso alles besser. Zeidler: «Unser neuer Platz wird eine Rasenheizung haben.» So fordert es die Liga ab kommender Saison.

Telegramm

Sion - Basel 0:1 (0:0)

12'300 Zuschauer. - SR Ouschan (AUT). - Tor: 55. Lang (Traoré) 0:1.

Sion: Mitrjuschkin; Lüchinger (83. Adão), Ricardo, Ziegler, Pa Modou (83. Constant); Karlen, Salatic, Ndoye (73. Da Costa); Akolo, Bia; Konaté.

Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Akanji, Traoré; Xhaka, Zuffi; Elyounoussi (92. Fransson), Delgado (76. Serey Die), Steffen; Sporar (86. Doumbia).

Bemerkungen: Sion ohne Carlitos, Mveng und Lurati (alle verletzt). Basel ohne Janko, Bua, Vailati (alle verletzt) und Hoegh (nicht im Aufgebot). 10. Ziegler schiesst Freistoss an die Latte. Verwarnungen: 47. Traoré (Foul), 60. Konaté (Foul).

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Julian Förnbacher: