SCB-Trainer Alain Burger war nach der Partie mit den Nerven am Ende. «Es war das klassische Kampf- und Krampfspiel», stellte der Binninger fest, «aber auch solche Partien muss man gewinnen, wenn man aufsteigen will.»

Die Aktion, die Burger vermutlich das Herz in die Hose rutschen liess, ereignete sich eine Minute vor Schluss beim Stand von 1:0: Der kurz zuvor eingewechselte Pratteln-Spielertrainer Stefan Krähenbühl setzte sich auf dem Flügel durch, seine Flanke erreichte den alleine vor dem Tor stehenden Captain Rilind Selmani, der jedoch den Ball nicht richtig traf und dieser übers leere Tor flog. Im Gegenzug und gleichzeitig mit dem Schlusspfiff erzielte Rotzinger die definitive Entscheidung, auf welche einen befreienden Jubel auf der Binninger Bank folgte.

Sechster Sieg in Serie

Der erste Treffer fiel nach einer halben Stunde in der ersten Halbzeit durch einen Kopfball des 18-jährigen Steven Banholzer, der für einmal in die Rolle des Topskorers Philippe Becker schlüpfte, der am Oktoberfest in München weilte. Pratteln kam zwar vor der Pause besser ins Spiel, allerdings ohne nennenswerte Möglichkeiten. Die zweite Hälfte war ein offener Schlagabtausch mit hohem Tempo, die grossen Chancen blieben aber bis kurz vor Schluss aus. «Bei uns fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss, genauso kamen die letzten Pässe zu selten an», ärgerte sich Krähenbühl nach der Partie.

Bei Binningen läuft es momentan rund. Zwei Unentschieden stehen sieben Siege gegenüber, davon sechs hintereinander. «Das Schöne ist, dass wir viele eigene Junioren im Kader haben», freut sich Burger, der betont, dass diese Mischung zwischen jungen Spielern und älteren Routiniers wie beispielsweise Tobias Fumagalli oder Philippe Becker, konsequent weitergeführt werden soll. Neben den sechs Punkten Vorsprung auf NK Pajde, gegen die es am nächsten Sonntag zum Direktduell kommt, weist Binningen die mit Abstand tiefste Strafpunktzahl auf, was ebenfalls für die Weissblauen spricht.

Im Tabellenkeller punkten

Anders sieht dies bei Pratteln aus. Nicht nur besitzt der FCP satte 30 Strafpunkte mehr als der SCB, auch sind elf Punkte aus neun Spielen sowie Rang neun sicher nicht zufriedenstellend. Stefan Krähenbühl sieht dies noch nicht so gravierend: «Aus den letzten vier Spielen müssen wir noch einige Punkte holen, dann können wir beruhigt in den Winter.» Mit Rheinfelden und den Black Stars sind nämlich zwei der nächsten Gegner von Pratteln in der Tabelle weiter unten platzierte Mannschaften und auch Birsfelden ist in Reichweite des FCP. «Wenn wir von jetzt an so spielen wie gegen Binningen, kommt das gut», zeigt sich Krähenbühl optimistisch. «Gegen den Leader darf man verlieren, auch wenn ein Unentschieden gerechter gewesen wäre.»