Handball
Birsfelden kann nach diesem Sieg weiterhin vom Aufstieg träumen

Der TV Birsfelden entthront beim 23:20 (8:11) den Leader Lägern Wettingen. Das breitere Kader und die bessere Kondition haben gemäss TVB-Trainer Thomas Reichmuth den Unterschied ausgemacht.

Alan Heckel
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Handball Birsfelden - Lägern Wettingen
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Tierry Sebele.
Der Lägern Torhüter kann klären.
Pascal Oberli von Birsfelden kurz vor dem Abschluss.
Der Sieg zeigt, dass sie auch gegen die Besten der Liga bestehen können.

Handball Birsfelden - Lägern Wettingen

Juri Junkov / Fotograf

Der Lärmpegel in der Sporthalle, die Art, wie die Zuschauer in den letzten zehn Minuten jede gelungene Aktion des Heimteams bejubelten, und die ausgelassene Freude bei den jüngeren Birsfelder Spielern, nachdem die Schlusssirene beim Stand von 23:20 ertönt war, machten deutlich, dass der Erfolg über den SV Lägern Wettingen kein gewöhnlicher Sieg des TV Birsfelden war. Die Ursache des grossen Jubels hatte TVB-Trainer Thomas Reichmuth in der Befreiung vom grossen Druck, unter dem sich seine Spieler befanden, ausgemacht: «Sie haben sich den Aufstieg in die NLB als Ziel gesetzt und mussten gegen den Leader beweisen, dass sie so gut sind, wie sie glauben.»

Zu Beginn nicht sehr selbstbewusst

Der Start gelang den Hafenstädtern ordentlich: Luca Engler brachte das Heimteam nach 19 Sekunden in Führung und die aufmerksame Deckung um Goalie Sebastian Tränkner machte den Aargauern von Beginn an das Leben sehr schwer. Doch im Spiel nach vorne kamen die Birsfelder nicht wirklich auf Touren. Missverständnisse und unpräzise, weil überhastete Abschlüsse prägten das Bild in der ersten Halbzeit. «Wir sind mit zu wenig Selbstvertrauen in die offensiven Zweikämpfe gestiegen», monierte Reichmuth und nahm besonders Spielmacher Michel Gulbicki in die Kritik: «Es kann nicht sein, dass ein Mann seiner Klasse in 30 Minuten nur einmal aufs Tor wirft!»

Kämpferischer TVB

Der saisonübergreifend seit 30 (!) Spielen ungeschlagene SV Lägern Wettingen hatte jedenfalls die Ruhe und Qualität, um die Partie in die gewünschten Bahnen zu lenken. Die 11:8-Pausenführung der Gäste war verdient, doch der Drei-Tore-Rückstand liess den Hafenstädtern noch alle Optionen offen. Der TVB kämpfte sich jedenfalls ins Spiel zurück. Angeführt von den Routiniers Ramon Morf, Roman Brunner und Armand Mollinet wirkte das Heimteam nun aggressiver und trug seine Angriffe mit mehr Zug vor. Engler und Pascal Oberli im Rückraum agierten mittlerweile mit der gewohnten Treffsicherheit und im Tor hielt Tränkner «die richtigen Bälle zur richtigen Zeit», wie es Thomas Reichmuth formulierte.

Birsfelden mit breitem Kader

Eine Schlüsselszene, die erklärte, wieso die Partie auf die Seite der Birsfelder gekippt war, gab es nicht. Mit seiner Einschätzung, «das breitere Kader und die bessere Kondition» seien ausschlaggebend gewesen, dürfte der TVB-Trainer aber richtig gelegen haben. Das Spielermaterial ist auch das grösste Plus des neuen Tabellenführers. Jede Position ist doppelt besetzt, sodass Thomas Reichmuth nach Form und nicht nach Qualität aufstellen muss. Der Angriff ist für 1.-Liga-Verhältnisse exquisit – nur in zwei Partien wurden weniger als 30 Tore erzielt – und die Defensive wird von Spiel zu Spiel besser. In Birsfelden hat man also allen Grund, optimistisch zu sein. Doch Reichmuth warnt: «Bis zu den Aufstiegsspielen kann noch viel passieren. Wir müssen die Konzentration weiter hoch halten.»