Handball
Birsfelden spielt sich mit einer Gala in die Aufstiegsspiele zur NLB

Der TV Birsfelden bezwingt im letzten Spiel der Qualifikation Wacker Thun II mit 29:23 und qualifiziert sich damit für die Aufstiegsspiele. «Wir haben derzeit einen Lauf, das macht uns gefährlich», sagt Rückraumspieler Ramon Morf.

Andreas Fretz
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Spielszenen aus Birsfelden - Wacker Thun
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Angriff und Abschluss von Pascal Oberli: Thuns Andreas Zaugg (r.) bleibt das Nachsehen.
Remo Spänhauer im Anflug auf das Thuner Tor.
Manuel Wiederkehr (l.) und Rene Trachsel (r.) können Birsfeldens Luca Engler nicht stoppen.
Tobias Märki mit einem dynamischen Torwurf.

Spielszenen aus Birsfelden - Wacker Thun

Martin Toengi

Als sich die Zuschauer längst von ihren Sitzen erhoben hatten und die Aufstiegsspiele mit rhythmischem Klatschen willkommen hiessen, da setzte der TV Birsfelden nochmals zur Gala an. Mit einem herrlichen Flieger zwei Sekunden vor Schluss markierte Maximilian Gerbl das Tor zum 29:23-Endstand gegen Wacker Thun II.

Damit war unter Dach und Fach, was eigentlich nie in Gefahr war. Denn die zweite Mannschaft des A-Ligisten hätte mit elf Toren Vorsprung gewinnen müssen, um noch an Birsfelden vorbeizuziehen. Doch die Baselbieter liessen vor Heimpublikum nie Zweifel aufkommen, wer am Ende der Qualifikation auf dem zweiten Platz und damit in den Aufstiegsspielen zur NLB stehen würde.

«Wir waren in den letzten Runden so stabil, dass ich nie Angst hatte, dass wir es nicht schaffen würden», sagte Spielmacher Ramon Morf nach der Partie. Dabei war man vor der Winterpause noch weit vom Saisonziel entfernt. Erst eine Serie von sieben Siegen in Folge brachte Birsfelden auf Kurs. «Totgesagte leben länger», sagte Morf, «wir haben einen Lauf, das macht uns auch in den Aufstiegsspielen gefährlich.»

Gegen die Thuner lief das Team vom Trainer Reichmuth nie Gefahr, sich die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Und das, obwohl die letzten drei Direktbegegnungen verloren gingen. Die erstmalige Führung nach sechs Minuten (4:3) gab Birsfelden nicht mehr her. Eine wache Defensive, ein starker Goalie Tränkner und ein umsichtiger Morf bildeten die Grundlage für den Erfolg. Mitte der zweiten Halbzeit führte Birsfelden 21:11. Reichmuth konnte es sich erlauben, alle 14 Spieler einzusetzen. Mit einer Ausnahme trugen sich alle Feldspieler in der Skorerliste ein.

«Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung», sagte Reichmuth, «auch wenn ich das Gefühl hatte, dass Wacker nicht mit letzter Konsequenz die Aufstiegsspiele anstrebte.» Im Vorfeld rechnete Reichmuth mit einem engen Spiel, spürte die Nervosität seiner Schützlinge. Nun ist er froh, dass man mit einem Sieg im Rücken und positiven Gefühlen die Aufstiegsspiele in Angriff nehmen kann.

Erster Gegner wird der STV Willisau sein (6. April, Sporthalle Birsfelden). Bereits vor sechs Jahren qualifizierte sich Birsfelden mit Trainer Reichmuth für die Aufstiegsspiele. «Damals stellten wir eine ältere Equipe», erinnert sich Reichmuth, «heute wären wir bereit für die NLB. Das Team ist jung. Der Aufstieg ist personell und finanziell machbar. Die NLB ist der grosse Traum des Vereins.»

Die Favoritenrolle tragen andere. Zum Beispiel der STV Baden mit seinen ehemaligen NLA-Akteuren, oder der souveräne Gruppensieger HSC Kreuzlingen. «Alles ist möglich», glaubt Thomas Reichmuth, «das Rennen beginnt bei null.» Und Ramon Morf fügt an: «Als die Aufstiegsspiele ausser Reichweite schienen, haben wir den Rechenschieber beiseite gelegt. Genau diese Einstellung macht uns nun gefährlich. Wir nehmen Spiel für Spiel.» Vielleicht «drohen» der Region Basel bald Aargauer Verhältnisse. Der Rüeblikanton stellt derzeit fünf B-Ligisten. Nach dem NLA-Abstieg des RTV Basel und mit den Aufstiegskandidaten HSG Leimental und TV Birsfelden könnten nächste Saison drei B-Ligisten aus der Region Basel stammen.