Boxen
Bittere Diagnose: Arnold Gjergjaj muss geplanten Kampf wegen Zwerchfellbruch verschieben

Der Basler Profiboxer Arnold Gjergjaj hat endlich Gewissheit: Die Schmerzen, die ihn seit längerem plagen, stammen von einem Zwerchfellbruch. Wann Gjergjaj wieder in den Ring steigen kann, bleibt offen.

Angelo Gallina
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Arnold Gjergjaj kämpft seit längerer Zeit mit Bauchschmerzen und Herzschlagunregelmässigkeiten.

Arnold Gjergjaj kämpft seit längerer Zeit mit Bauchschmerzen und Herzschlagunregelmässigkeiten.

Roland Schmid

Anfangs April hätte Gjergjaj seinen nächsten Aufbaukampf bestreiten sollen. Doch bei der medizinischen Wettkampfuntersuchung im Januar kamen Ungereimtheiten zum Vorschein, die Gjergjaj schon seit längerer Zeit beschäftigten.

Bei der darauffolgenden Magenspiegelung wurde ein sechs Zentimeter langer Zwerchfellbruch mit Refluxsysymptom diagnostiziert. Das heisst: Der Schliessappart der Speiseröhre funktioniert nicht mehr richtig und lässt es zu, dass sich der Mageneingang in den Brustraum begeben kann.

So gewann Gjergjaj seinen ersten Aufbaukampf:

Dies verursacht bei Gjergjaj ab und zu einen Reflux und starke Schmerzen im Oberbauch sowie phasenweise auch ein unregelmässiger Herzschlag. Letzteres war auch Ursache für die langwierige Diagnose, da stets ein Herzproblem oder auch andere Symptome vermutet wurden.

Verzicht auf Lieblingsschokolade

Die ersten Anzeichen kamen im Jahre 2014 zum Vorschein, als Gjergjaj nach einer intensiven Trainingsbelastungen wegen massiven Schmerzen im Herzbereich aussetzen musste. Zahlreiche Herz- und Kreislaufuntersuchungen ohne Ergebnis folgten. Nun ist die Diagnose da und Gjergjaj ist auf dem Weg der Besserung.

Dem Schwergewichts-Profiboxer aus Pratteln geht es gut, er trainiert regelmässig im niedrigen Belastungsbereich und befindet sich in ärztlichen Behandlung. Er muss Medikamente einnehmen und auch als Folge dessen seine Ernährung umstellen und unter anderem auf seine Lieblingsschokolade verzichten.

Der im Frühjahr vorgesehene Kampf musste verschoben werden. Doch sobald Gjergjaj seinen Körper wieder voll belasten kann, läuft der Countdown für seinen nächsten Kampf.

Im Mai 2016 verlor Gjergjaj gegen David Haye:

Arnold Gjergjaj bleibt in der Londoner O2-Arena gegen den ehemaligen Cruiser- und Schwergewichts-Weltmeister David Haye aus England chancenlos und verlor durch TKO in der 2. Runde.
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Der 1,97 m grosse Gjergjaj stand gegen den 1,91 m grossen Haye in dem auf zehn Runden angesetzt gewesenen Schwergewichts-Kampf von Beginn an auf verlorenem Posten und konnte den Favoriten nicht einmal ansatzweise fordern.
Haye traf wuchtig und präzis, während sich Gjergjaj vor rund 16'000 Zuschauern in der O2-Arena in London verkrampft hinter der Doppeldeckung verschanzte.
Gjergjaj gegen Haye chancenlos
Der Ringrichter brach in der 2. Runde das ungleiche Duell in der vierten Runde zurecht ab, als sich Gjergjaj zum vierten Mal auf den Brettern wiederfand.
Haye betonte, dass er den Fight nicht habe künstlich verlängern wollen, "wenn ich eine Möglichkeit zum vorzeitigen Sieg sehe, nutze ich sie".
Für seine zuvor 27 Siege im Profilager hatte Haye durchschnittlich kaum vier Runden für den Erfolg benötigt.
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Arnold Gjergjaj bleibt in der Londoner O2-Arena gegen den ehemaligen Cruiser- und Schwergewichts-Weltmeister David Haye aus England chancenlos und verlor durch TKO in der 2. Runde.

Keystone/AP/Steve Paston

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