Wer die Tore nicht macht, kassiert sie. Dass diese Fussballweisheit nicht von ungefähr kommt, bekam am Samstagnachmittag die Promotion-League-Equipe SC Brühl zu spüren. Die Ostschweizer hatten in der Startviertelstunde gleich viermal die Möglichkeit, beim FC Basel U21 in Führung zu gehen.

Zunächst scheiterte Samel Sabanovic mit einem Kopfball am glänzend reagierenden FCB-Keeper Jozef Pukaj (4.), dann zischte der Flachschuss Nico Abegglens um Milimeter am Pfosten vorbei (10.). Schliesslich köpfelte der freistehende Sabanovic aus kurzer Distanz am Tor vorbei (13.), ehe sich mit Alessandro Riedle auch noch der dritte Super-League-erfahrene Brühler ins „Sündenregister“ eintrug, als er freistehend aus zwölf Metern direkt in Pukajs fangbereite Hände schoss (14.).

Optimale Chancenauswertung

„In der Anfangsphase hatten wir etwas Glück“, gab auch Arjan Peço zu. Was danach folgte, gefiel dem Trainer der Rotblauen hingegen viel besser: Tician Tushi enteilte nach einem Steilpass und nutzte  in der 18. Minute die erste Chance der Heimelf.

Kaum hatten die Basler nach dem Anstoss die Kugel erobert, folgte ein weiterer Ball hinter die Gäste-Abwehr. Wieder entwischte Tushi und wieder bezwang der Stürmer Gästegoalie Arianit Lazraj. Und als Captain Yannick Marchand weitere sechs Zeigerumdrehungen später aus 20 Metern ins Lattenkreuz traf, lag die Peço-Truppe dank einer optimalen Chancenauswertung 3:0 vorne.

Die St. Galler brauchten bis zur Pause, um sich vom Schock zu erholen. Doch auch nach dem Seitenwechsel vermochten sie ihre klaren Möglichkeiten nicht zu nutzen: Loris Pellegatta köpfelte an die Latte (55.) und Galvan Lovakovic neben das Tor (58.).

Die Basler zeigten sich nun zwar nicht mehr so effizient wie im ersten Umgang, brachten den Heimsieg aber souverän ins Trockene. „Die Mannschaft hat den Vorsprung gut verwaltet“, fand ein zufriedener Arjan Peço.

Weniger Spektakel im Stadtderby

Deutlich weniger Spektakel bot am Tag darauf das Basler Stadtderby in der 1. Liga. Das Duell zwischen dem BSC Old Boys und dem FC Black Stars spielte sich über weite Strecken im Mittelfeld ab, wo teilweise jenseits von gesunder Härte geführte Zweikämpfe das Bild prägten. Chancen gab es keine: Gästekeeper Steven Oberle hatte ein paar Flanken zu pflücken, während Antipode Christian Baldinger in der 41. Minute erstmals den Ball in die Hände nehmen musste.

Im zweiten Durchgang blieb alles beim Alten – bis zur 54. Minute: Dann konnte Black-Stars-Flügel Mergim Ahmeti nach einem schnell ausgeführten Einwurf allein auf Baldinger ziehen. Der OB-Schlussmann gewann das Duell, doch drei Prellbälle später lag der Ball vor den Füssen Artan Shillovas. Der Mittelfeldspieler hämmerte das Spielgerät aus 22 Metern ins den Winkel. „Wir brauchten unbedingt einen Türöffner – das war er“, meinte der Torschütze trocken.

 Den Favoriten gefordert

Nach einer Stunde doppelte der Leader nach: Ein seitlich getretener Freistoss von Donat Rrudhani flog an Freund und Feind vorbei in die weite Ecke, wo Seyfettin Kalayçi noch die Schuhspitze hinhielt und seinem Mitspieler den Treffer „klaute“. Danach brachten die Gäste die drei Punkte mit der Souveränität eines Tabellenführers über die Runden.

Beim Tabellenletzten dagegen musste man sich mit der Tatsache trösten, dem Favoriten alles abgefordert zu haben. „Die Black Stars hatten die reifere Spielanlage, aber Grosschancen habe ich keine gesehen“, analysierte Marco Walker. Allerdings galt Letzteres auch für sein Team, was dem OB-Trainer nicht entgangen war. „Wir haben zu wenig kreiert und unsere Standards waren nicht gut. Daran müssen wir in den nächsten Trainings arbeiten!“