Schweizer Cup
Black Stars beeindruckt mit einer Gala-Vorstellung gegen den FC Gossau und hält den Cup-Traum am Leben

Der dritte Erfolg in Serie beweist, dass der Basler Traditionsklub sein Potenzial nun abrufen kann. Die Elf von Trainer Andy Fimian zeigte Fussball vom Allerfeinsten und erwartet im Frühjahr die SR Delémont zur nächsten Cup-Partie.

Georges Küng
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Der FC Black Stars und Tobias Mumenthaler hat Fahrt aufgenommen.

Der FC Black Stars und Tobias Mumenthaler hat Fahrt aufgenommen.

Uwe Zinke

Vor zwei Wochen wurde in der Meisterschaft der FC Wangen bei Olten gleich mit 8:1 vom Kunstrasen „geputzt“. Vor sieben Tagen gewannen die „Schwarz-Sterne“ beim Tabellen­zweiten FC Münsingen mit 3:1. Und am späteren Sonntagnachmittag wurde, diesmal im Schweizer Cup, der FC Gossau mit 4:1 bezwungen. Die Ostschweizer kamen übrigens als Tabellenführer der Gruppe 3 nach Basel – und mussten feststellen, dass der momentane Ranglisten-Neunte der Gruppe 2 ihnen in allen Belangen überlegen ist.

Natürlich kam der Spielverlauf dem Gastgeber entgegen. Nachdem Fazio den ersten Eck­ball seiner Farben über die Linie gedrückt hatte, unterlief den Gästen ein Eigentor. Und da­mit war Gossau, das in dieser Saison 2016/17 erst einmal verloren hatte, unter Druck. Die St. Galler zeigten in der Vorwärtsbewegung gute Ansätze, in ihren Reihen stehen Spieler, die mit dem Ball umzugehen wissen. Das Anschlusstor von Andrea Lo Reo war die logi­sche Folge einer Phase, in welcher die Gäste eher agierten und die Platzherren zum Re­agieren zwangen.

Aber auch ohne Goalgetter Mickaël Rodriguez verfügt der Basler Quartierverein über Leu­te, die torgefährlich sind. Das dritte „Blägg“-Tor durch Ahmed Setti (erzielt nach dem vier­ten Eckball mittels Kopfball) stellte den Zweitore-Vorsprung wieder her.

Auch in Unterzahl stilsicher

Der Platzverweis gegen Valon Muslija (der Assistent signalisierte einen angeblichen Kopf­stoss) brachte den FCBS nicht aus dem Konzept. Trainer Fimian nahm personelle Ände­rungen vor, einige Akteure mussten neue Positionen bekleiden, doch die Elf, nun auf zehn Mann reduziert, verlor nie die Kontrolle, Ordnung und auch nicht die Übersicht. Beeindru­ckend, mit welcher Flexibilität ein jeder die Vakanz ausfüllte und dem Gegner keine Tor­möglichkeit zugestand. „Ja, das haben wir sehr gut gemacht. Das zeigt, dass die Mannschaft gefestiger ist und mit unerwarteten Situationen umgehen kann“, so Trainer Fi­mian nach Abpfiff. Vielmehr war es Wissem Kassem, der im Mittelfeld einen ganz starken Auftritt hatte, vergönnt, mit einem Konter das finale 4:1 zu bewerkstelligen.

Sehr stark auch die Darbietung von Ersatzhüter Semir Erovic (20), welcher in der Endpha­se einige gute Abschlüsse der Gossauer entschärfte.

Im März 2017 wird der FC Black Stars zuhause die SR Delémont empfangen. Der Gewin­ner dieser Ausmarchung wird in der 1. Hauptrunde des Schweizer Cup 2017/18 stehen. Können die Basler diese Konstanz über die Winterpause bringen, könnte in einem Jahr (wie einst der FC Zürich und heuer der FC St. Gallen) wieder ein Grosser des Landes sei­ne Aufwartung auf dem Buschweilerhof machen. Auch wenn nun die Meisterschaft im Fo­kus steht, wo mit analogen Auftritten ein Vorrücken in der Tabelle nur eine Frage der Zeit sein wird.

FC Black Stars Basel – FC Gossau 4:1 (3:1)

Sportplatz Buschweilerhof. - 127 Zuschauer. - SR: Brunner. - Tore: 12. Fazio 1:0. 14. Ranisavljevic (Ei­gentor) 2:0. 33. Lo Re 2:1. 40. Setti 3:1. 66. Kassem 4:1.

Black Stars: Erovic; Mumenthaler, Silva, Micic, Ozan; Kassem (78. Maliqi), Muslija; Hengel, Spahr, Fazio (62. Kovacevic); Setti (56. Bajraktari).

Gossau: Geisser; Eberle, Van der Werff, Ranisavljevic, Alder; Meresi, Ziberi (60. Todisco), Steiger (80. Stieger), Hämmerli; Lo Re (80. Ben Belgacem); Knöpfel.

Bemerkungen: Black Stars ohne Rodriguez (gesperrt). - Gossau ohne Grin (verletzt) sowie Bruggmann und Kouamé (beide gesperrt). - Verwarnungen: 26. Silva (Handspiel), 36. Kassem (verletzt), 70. Spahr (Foul), 85. Alder (Foul) und 88. Ranisavljevic (Foul). - Platzverweise: 52. Muslija (Tätlichkeit) und 92. Hämmerli (grobes Foul). - Eckbälle: 6:2 (4:1).