Am 31. Oktober 2015 hatte der FC Black Stars zuhause gegen die U21 des FC Luzern mit 2:5 verloren. Eine Abfuhr ohne Wenn und Aber. Nicht nur das Wetter war damals trüb-reg­nerisch, auch die Darbietung der Basler war mehr als durchzogen und darf blumig und im Rückblick als „neblig“ bezeichnet werden..

Natürlich standen und stehen in Reihen der Innerschweizer junge, talentierte Akteure, die allesamt den Traum, dereinst Profispieler – wenn immer möglich in einer grossen Liga – mit sich tragen. Und Luzern gilt als spielstarke, offensiv ausgerichtete Equipe. Sie hat in dieser Gruppe 2 der 1. Liga am meisten Treffer erzielt und weist die beste Tordifferenz auf. Und belegt Platz 2, hat jedoch seit Saisonbeginn zu verstehen gegeben, dass man nicht an den Aufstiegsspielen zur Promotion League teilnehmen wird.

Fimian gab Feinschliff

Dass „Blägg“, nur sechs Monate später, in Luzern gewann, beweisst, dass der Basler Tra- ditionsverein eine Wandlung durchgemacht hat. Sie hängt nicht nur - aber doch vor allem - mit dem Wirken von (Neu-)Trainer Andy Fimian zusammen. Dieser hat auf die Rückrunde hin die Aufbauarbeit seines Vorgängers (Benjamin Huggel) ver­feinert, die Automatismen präzisiert und eine Art „Stammelf“ gefunden, die diszipliniert agiert und taktische Flexibilität beweist. Obwohl der FCBS weiterhin auf eine lange Absenzen­liste hinweisen kann. Akteu- re, die teils seit Beginn der Spielzeit 2015/16 mit Langzeitverletzungen ausgefallen sind und eigentlich als Leistungsträger vorgesehen waren.

Vor zwei Wochen gewannen die Black Stars bei der SR Delémont mit 2:1. Jetzt in Luzern. Damit hat die Fimian-Elf bewiesen, dass sie substanziell die stärkste Mannschaft dieser Gruppe ist. Dies mag, wegen den Schwankungen in der Vorrunde, in der Tabelle nicht zum Ausdruck kommen. Auch der FC Black Stars ist gegen kleinere Rückschläge (wie das 0:0 vor zehn Tagen zuhause gegen Absteiger Bern bewiesen hat) nicht gefeit. „Aber auf jeden Rückschlag reagieren wir umgehend. Und beweisen Charakter und Reife“, so Trainer Fi­mian. Zwei Tugenden, die man mitbringt (Charakter) oder entwickelt (Reife). Und der Kon­kurrenz sei jetzt schon gesagt, dass der Prozess auf dem Buschweilerhof längst nicht ab­geschlossen ist.

Aufstiegsspiele sind möglich

Am nächsten Samstag (16 Uhr) steht der FC Black Stars vor einem Endspiel. Im letzten Meister­schafts-Heimspiel empfangen die Basler zuhause den FC Muri. Die Gäste aus dem Aargau benötigen mathematisch noch einen Punkt, um sich den Ligaerhalt – aus eigener Kraft – zu sichern. „Blägg“ braucht den Sieg, um Rang 4 zu sichern, denn Solothurn weist gleich viele Zähler auf. Damit wären die „Schwarz-Sterne“ die drittbeste Equipe nach Mün­singen und Delémont, welche die Aufstiegsspiele auf sicher haben. Aber die Basler dürf­ten, da die U21 der „Hoppers“ ebenfalls nicht aufsteigen kann (will), nachrücken und die acht Teams, welche die beiden Aufsteiger in die Promotion League ausmachen, komplet- tieren.

Und das ist gut so. Denn es wäre schade, wenn die Saison 2015/16 bereits in einer Wo­che beendet wäre. Der FC Black Stars ist, wenn auch spät, zur „l'équipe à battre“ gewor­den und erreicht nun jenen Standard, den sich Sportchef Peter Faé wünscht. Und dieses Niveau endet nicht in der 1. Liga. Auch dies sei den Rivalen (auch jenen aus den anderen beiden Gruppen) bereits jetzt verraten.

FC Luzern U21 – FC Black Stars Basel 1:2 (1:1)

Stadion Allmend (Nebenplatz). - 120 Zuschauer. - SR: Bannwart. - Tore: 19. Chételat 0:1. 25. Bühler (Foulelfmeter) 1:1. 75 Rodriguez 1:2.

Luzern: Enzler; Röthlisberger, Njau, Sousa, Hoppler; Voca; Ulrich, Wolf (64. Gonçalves), Rüedi (72. Vargas), Bühler; Calic.

Black Stars: Oberle; Mumenthaler, Micic, Silva, Infantino; Hengel (76. Muelle), Muslija, Binaku, Chételat (67. Nimeley); Acar; Rodriguez.

Bemerkungen: Luzern komplett. - Black Stars ohne  Bakovic, Fazio, Friedli, Gashi, Troller und Weber (alle verletzt). - Verwarnungen: 62. Acar (Foul) und 94. Muslija (Unsportlichkeit). - Pfostenschüsse: 85. Nimeley und 86. Muslija.