Die Partie zwischen Baslern und Solothurnern war vor Anpfiff der Vergleich zwischen dem Schlusslicht (Black Stars) und dem Tabellenvorletzten Wangen bei Olten. Kaum vorstell­bar, wenn man nach Abpfiff den Match Revue passieren liess, denn die „Partie der Angst“ verkam zu einer Fussball-Gala der Platzherren.

Bereits nach 50 Sekunden hätte Mickaël Rodriguez (36) das Führungstor erzielen müs­sen. Und als die Gäste mit einem der ganz seltenen Angriffe ihrerseits das 1:0 erzielten, wurden Erinnerungen an die Matches gegen Muri und Sursee wach. Doch der prompte Ausgleich bestärkte die Elf von Cheftrainer Andy Fimian, dass sie schlicht zu viel Fussball in den Füssen hat, um gegen einen inferioren Rivalen erneut zu versagen. Und weil kurz vor der Halbzeitpause der Torgarant Rodriguez innert knapp sechs Minuten gleich dreimal skorte, war der zum „Kellerduell“ deklarierte Vergleich bereits entschieden.

Munterer Torreigen

Auch in den zweiten 45 Minuten dominierte «Blägg». Laufstark, die Positionen wechselnd und doch stets die (Grund-)Ordnung bewahrend, spielte sich der Gastgeber in einen veri­tablen Spielrausch. Ein Tor war schöner als das andere – dass dabei die Gegenwehr der Gäste minim ausfiel, sei auch noch erwähnt. Zumindest in defensiver Hinsicht liess sich Wangen bei Olten gehen und offenbarte, inklusive Schlussmann Marco Häfliger, eklatante Schwächen. In dieser Verfassung ist das Personal von Trainer Salvatore Romano mit Ga­rantie in der falschen Spielklasse.

Als Rodriguez, nachdem er noch seinen vierten persönlichen Treffer erzielt hatte, gehen durfte, kam Ahmed Setti (24) zu seinem Debüt im schwarz-weissen Dress. Der Elsässer, welcher in der letzten Saison massgeblichen Anteil am Aufstieg der AS Timau in die 2. Liga interregional gehabt hatte, zeigte, dass er über einen ähnlichen guten Torriecher wie Landsmann Rodriguez verfügt. Nach 63 Sekunden trug sich Setti in die Torschützenliste ein. Und in seinen weiteren Aktionen bewies dieser Angreifer, der nicht nur «Knipser», son­dern auch mitspielender, auf die Flügel ausweichender Offensivmann ist, dass der FC Black Stars inskünftig über zwei Torgaranten verfügt. Keine allzu guten Aussichten für die Rivalen.

In die Praxis umgesetzt

«Wir haben heute jenen Fussball gespielt, der mir vorschwebt. Der Ball zirkulierte schnell und präzise, die Verteidigung stand sicher, im Abschluss waren wir konsequent», so Black-Trainer Andy Fimian, der am Spieltag seinen 52. Geburtstag feiern durfte. Natürlich gibt dieser Kantersieg auch «nur» drei Zähler. Selbstverständlich macht dieser Auftritt jene Dar- bietungen, die zumindest resultatmässig enttäuschend bis frustrierend waren, nicht ver- gessen. Aber die Art und Weise, wie «Blägg» aufspielte und das vorhandene Potenzial auch umsetzen konnte, zeigt, dass sich der Basler Quartierverein «nach oben» orientieren darf. «Heute hätten uns wenige Mannschaften, wenn überhaupt, bezwungen», sagte Fimi- an stoisch und mit berechtigtem Stolz.

Ob dieser Triumph der Beginn einer „Aufholjagd“, zumindest aber eine Art Befreiungs­schlag ist, wird sich am nächsten Sonntag beim Auswärtsspiel in Münsingen zeigen. Zu­mindest in defensiver Hinsicht wird der Tabellenzweite von Kulttrainer Kurz Feuz mehr Ge­genwehr als Wangen bei Olten zeigen.