Wenn Black-Stars-Sportchef Peter Faé noch während der Partie den „Buschwylerhof“ ver­lässt, ist dies kein gutes Zeichen. Tut er dies sichtlich missmutig, dann weiss man, dass ihm sowohl Resultat wie die dargebotene Kost gar nicht gefallen haben. 

Drei Spiele, ein Punkt. Zwei Heimauftritte, zwei Niederlagen. Nüchtern betrachtet ist dem Basler Quartierverein der Saisonauftakt, zumindest resultat- und punktemässig, nicht missglückt. Oder wie ex-Nationalrat Markus Lehmann, ein treuer Zaungast bei den Mat­ches der „Schwarz-Sterne“, meinte: „Man darf von einem dezenten Fehlstart sprechen“. 

Mit Super-League-Spielern 

Es wäre aber gänzlich falsch, die 1:3-Niederlage von Mittwochabend zu dramatisieren. „Blägg“ verlor ge­gen einen Thuner Nachwuchs, der spielerisch nicht besser war, im Abschluss jedoch um einiges effizienter auftrat. Mit Dejan Sorgic (27) verfügten die Gäste aus dem Berner Ober­land über einen Mann, der nicht nur Routine mitbrachte, sondern auch Erfahrung aus der Super League (beim FC Luzern). Und nach seinem Zwischenhalt in der Challenge League beim FC Schaffhausen auch in dieser noch jungen Saison 2016/17 bereits dreimal im Fan­ionteam der Thuner zu drei Kurzeinsätzen mit Total 51 Spielminuten gegen die Landes­grössen spielte.

Dass er zwei Treffer, allesamt mit kernigen Schüssen, erzielte, ist kein Zu­fall. Beide Treffer wirkten nicht unhaltbar; es wäre aber unfair, sie dem Black-Hüter Steven Oberle, welcher in der Endphase weitere Gegentreffer bravourös vereitelte, ankreiden zu wollen. Dass bei einem Wochentagsspiel der Nachwuchs oftmals eine stärkere Equipe stellen kann, weil Kaderspieler aus der 1. Mannschaft zu Spielpraxis kommen, ist die Regel. Auch Thun Oberland nominierte mit Sorgic, Kevin Bigler (22), Ivan Markovic (19) und Colin Trachsel (19) Profispieler, die auf (mehr) Einsätze in der Raiffeisen Super League hoffen. 

Auf den frühen Rückstand reagierten die Platzherren stark. Es war, wie könnte es anders sein, Routinier Mickaël Rodriguez (36), der eine feine Linksflanke von Tobias Mumenthaler mit dem Kopf zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich einnicken konnte.

Viele Abschlüsse, aber …

Die zweiten 45 Minuten wurden vom Gastgeber bestimmt. Die Basler waren mehrheitlich im Ballbesitz, ackerten und rackerten – und schossen gefühlte 20 Mal aufs Thuner Gehäu­se. Doch entweder fuhren die Schüsse darüber oder daneben – und was aufs Tor kam, wurde eine Beute von Felix Hornung, der die Bälle irgendwie magisch anzog. 

Dass nach Abpfiff bei den „Black-Starianern“ Schweigen herrschte, ist ver­ständlich. In solch einem Moment ist Reden Silber, Schweigen aber Gold. Black-Stars-Captain Reto Friedli meinte nur: „Wir waren wohl nicht parat“. Aber tiefere Analysen wären spätabends eh nicht opportun gewesen. Denn bereits an diesem Sonntagnachmittag, um 17 Uhr, empfängt Black Stars den punktelosen Tabellenletzten Sursee. Gegen die Innerschweizer muss der erste Sieg her. Da ist man sich auf dem Buschweilerhof einig. Und es wäre fatal, wenn „Tätschmeister“ Faé vor Abpfiff sein Revier verlassen würde…

Telegramm:

FC Black Stars Basel – FC Thun Berner Oberland 1:3 (1:2)

Sportplatz Buschweilerhof. - 110 Zuschauer. - SR: Bannwart. - Tore: 8. Wyder 0:1. 24. Rodriguez 1:1. 33. Sorgic 1:2. 46. Sorgic 1:3.

Black Stars: Oberle; Kovacevic, Farinha, Micic (11.Chételat), Infantino; Mumenthaler, Muslija (77. Kassem), Spahr, Friedli; Hengel, Rodriguez (56. Maliqi).

Thun: Hornung; Trachsel, Hischier, Ribeiro; Righetti; Markovic (90. Ademi), Bigler, Wyder (69. Tife­ki), Hauswirth; Sorgic, Scheller (85. Bisante).

Bemerkungen: Black Stars ohne Acar, Esastürk, Peromingo, Setti (alle verletzt) und Dinkel (abwe­send). - Thun ohne Berchtold, Collard, Dzonlagic, Zaugg (alle verletzt) sowie Taugwalder (krank). - Verwarnungen: 66. Mumenthaler (Foul), 70. Trachsel (Foul) und 80. Oberle (Reklamieren).