Herr Fimian, ist das Spiel gegen Ihren früheren Verein das speziellste Spiel in Ihrer Trainerkarriere?

André Fimian: Es ist speziell, weil ein unterklassiges Team gegen eines aus der Super League spielt. Für mich persönlich ist es etwas besonders, weil ich mich auf der Trainerebene mit einem Super-League-Verein messen darf. Dass dies gerade gegen den FC St. Gallen sein wird, ist ein schöner Nebeneffekt.

Für Ihre Spieler ist es sicher auch ein grosses Highlight.

Absolut, für sie wird es speziell. Es ist ein wunderschöner Moment, ein Zückerchen. Und dennoch müssen wir versuchen, die Emotionen auf tiefem Niveau zu halten.

Ist es denn, auch wenn es noch früh in der Saison ist, das Spiel der Spiele?

Nein, es ist «nur» ein Cup-Match. Das Spiel der Spiele ist immer das nächste anstehende Meisterschaftsspiel. Denn dort geht es um Punkte, die wir holen müssen und wollen. Das ist unser Kerngeschäft. Das Cup-Spiel ist nur eine Momentaufnahme, die entweder einen sehr süssen oder einen sehr bitteren Nachgeschmack haben wird.

Wie hoch schätzen Sie die Chancen ein, dass der Nachgeschmack süss wird?

Ich bin realistisch und sage deshalb, das wir nur bestehen können, wenn die Ostschweizer einen schlechten und wir einen herausragenden Tag haben. Sie werden den Match auch ernst nehmen, da bin ich mir sicher. Natürlich haben wir dennoch etwas Hoffnung, aber die Hoffnung spielt sich im mentalen Bereich ab. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Wir müssen unsere Haut so teuer wie möglich verkaufen in den 90 oder – wenn wir grosses Schwein haben – 120 Minuten.

Freut man sich, gegen ein Super-League-Team antreten zu können, oder überwiegt die Gewissheit, dass damit das Aus im Cup früh kommen dürfte?

Wir sehen das mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge. Für die Spieler ist es schön, einmal zu sehen, wo der Unterschied zu einem Super-League-Club liegt.

Für die Black Stars ist es das erste Spiel auf wirklich heimischem Boden. Die letzten beiden Male musste ausgewichen werden auf die Schützenmatte und das Joggeli. Wie gross ist der Vorteil, dass das Spiel dieses Mal auf dem Buschweilerhof stattfindet?

Zuerst einmal muss man sehen, was für ein grosser Aufwand das für einen Amateurverein wie «Black» bedeutet, alleine schon was Manpower und Sicherheits-Massnahmen angeht. Das sind Welten im Vergleich zu einem Erstliga-Spiel. Die beiden Spiele im Joggeli und auf der Schützenmatte gegen den FC Zürich waren schon relativ eng – und das auswärts. Dass wir jetzt zu Hause spielen, ist super für uns. Wir kennen uns hier aus, es ist unser Rasen – ein Kunstrasen –, und es wird ein schönes, imposantes Ambiente geben.

Wie denken Sie heute an Ihre Zeit beim FC St. Gallen zurück?

Es war eine wunderschöne Zeit, mit einer sehr guten Mannschaft und einem tollen Staff. Und der FC St. Gallen war schon damals ein sehr gut geführter Verein. Die Stadt ist auch sehr schön, und ich liebe und geniesse es noch heute sehr, durch die Stadt zu laufen. Ich bin noch immer ein bis zwei Mal im Jahr dort, weil der Götti meiner Tochter, ein ehemaliger FCSG-Spieler, dort wohnt.

Seit Ihrer Zeit bei St. Gallen hat sich viel geändert. Würde es Sie reizen, beim heutigen FCSG zu spielen?

Nein, ich habe meine Zeit gehabt. Und die war national und international gut. Aber jetzt bin ich Trainer und will als solcher Erfolg haben.

Wie wollen Sie als Trainer denn Ihren ehemaligen Verein knacken?

Wir müssen clever und intelligent spielen und nicht alles schon in den ersten Minuten verpulvern. Und wir müssen versuchen, unser Spiel zu spielen.

Wie haben Sie die Vorbereitung auf dieses grosse und spezielle Spiel anpasst?

Insofern, dass wir am Sonntag trainierten und für einmal an einem Montag spielen, sonst nicht (lacht). Es soll alles so sein, wie wir es immer machen. Wir sind nicht in ein Hotel gegangen oder haben extra ein Trainingslager eingeschoben. So konnten sich die Spieler gewohnt vorbereiten, sowohl mental als auch physisch. Was sich bewährt hat, soll man nicht ändern.