Als 2017 Präsident Hans-Beat Rohr und Sportchef Atilla Sahin ihre Ämter beim SV Muttenz antraten, war die 1. Mannschaft gerade in die 2. Liga regional abgestiegen. Die Vision des Duos lautete, auf in der Gemeinde und im Verein verwurzelte Spieler zu setzen und bis 2021 – dann feiert der Klub sein 100-Jahr-Jubiläum – wieder in der 2. Liga interregional zum vorderen Drittel zu gehören.

Zwei Spielzeiten später ist der SVM bis in die 1. Liga durchmarschiert und zwingt die Verantwortlichen dazu, ein wenig von ihrer Philosophie abzuweichen. Denn auf dieser Stufe kann man mit lauter «Eigenen» nicht mehr mithalten. Man verpflichtete aber keine Routiniers, sondern «junge hungrige Spieler, die den Arrivierten Druck machen sollen», wie es Sahin formuliert. Das Gerüst bilden weiterhin jene Akteure, die dem Verein nach dem Abstieg die Treue gehalten haben.

Wenn der Sportchef die Gruppe 2 mit Schwergewichten wie Wohlen, Baden, Biel oder Solothurn analysiert, kommt er zum Schluss, «dass wir Abstiegskandidat Nummer 1 sind». Doch die Rotschwarzen hatten auch in den letzten zwei Aufstiegssaisons auf dem Papier nicht die beste Equipe, dafür einen tollen Mannschaftsgeist und mit Peter Schädler einen Trainer, der junge Spieler sehr gut weiterentwickeln kann. Darauf setzt auch Atilla Sahin und meint vor dem Auftakt in Bassecourt (20.15 Uhr, Grands-Prés): «Wir sind nicht unter Druck und wollen auch in der 1. Liga guten Fussball zeigen.»

Der zweite Aufsteiger hat deutlich höhere Ziele

Ebenfalls in einer neuen Liga spielt der FC Black Stars, der nach einer hervorragenden Saison in die Promotion League aufgestiegen ist. Daran will man auf dem Buschweilerhof anknüpfen, denn das Ziel lautet nicht Klassenerhalt, sondern «ein Platz im Mittelfeld, denn wir haben ein gutes Team», wie Trainer Samir Tabakovic festhält. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass man die Aufstiegsmannschaft zusammenhalten konnte, und diverse Spieler bereits Erfahrung auf dieser Stufe haben. Auch Tabakovic kennt die Promotion League aus seiner Zeit bei den Old Boys (2015 bis 2016), findet aber, dass das die Liga seither besser geworden ist: «Sechs, sieben Teams haben Challenge-League-Niveau.»

Die Vorbereitung haben die Sterne ohne Niederlage absolviert und oftmals überzeugt. Das freut den Trainer, der die guten Resultate aber ein wenig relativiert, «weil unsere Gegner nicht in Bestbesetzung angetreten waren». Der erste Gradmesser wartet am Samstag im Derby gegen die U21 des FC Basel (15 Uhr, Buschweilerhof). «Danach wissen wir, wo wir stehen», so Tabakovic.

Neu im Männerfussball, aber mit guter Qualität

Der FCB-Nachwuchs muss sich im Gegensatz zu den Black Stars nicht an die Promotion League gewöhnen, zumindest theoretisch. In der Praxis haben zehn Talente aus der U18 den Schritt in den Männerfussball vollzogen, wo es sich zu adaptieren, und zu etablieren gilt. Keine einfache Aufgabe für Trainer Arjan Peço, der den Neulingen «gute Qualität» attestiert. In der Vergangenheit mussten die Basler Junioren vor allem in der ersten Saisonphase resultatmässig Lehrgeld bezahlen. Das soll heuer nicht mehr in diesem Ausmass der Fall sein, hofft der Trainer. «Denn wir haben einen grösseren Kern von Spielern mit Jahrgang 2000 behalten, die sich auf diesem Niveau etabliert haben. Sie sollen den anderen zeigen, wie es geht.»

Peços Hauptaufgabe liegt darin, «die Spieler jeden Tag etwas besser zu machen». Deshalb ist er kein Freund davon, Saisonziele herauszugeben. «Unsere Arbeit lässt sich halt nicht tabellarisch messen.» Am Ende kommt dem albanischen Ex-Internationalen aber doch noch «ein einstelliger Tabellenplatz» über die Lippen.